Kaum zu glauben, dass Animal Crossing: New Horizons inzwischen fast sechs Jahre alt ist. Umso bemerkenswerter ist es, wie gut Nintendos Lebenssimulator selbst heute noch aussieht und sich spielt. Mit der Nintendo Switch 2 Edition erhält der Titel nun eine technisch angepasste Version für Nintendos neue Hardwaregeneration. Wer allerdings auf einen großen Neustart oder gar neue Inhalte gehofft hat, sollte seine Erwartungen zügeln.
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Technische Verbesserungen mit Maß
Die auffälligste Neuerung ist die erhöhte Auflösung. Animal Crossing: New Horizons profitiert sichtbar von der stärkeren Hardware der Switch 2, insbesondere im Docked-Modus auf größeren Fernsehern. Texturen wirken klarer, Kanten sauberer und die Gesamtpräsentation ruhiger. Ganz verschwunden sind leichte Treppeneffekte allerdings nicht. Stattdessen scheinen sie weicher gefiltert zu sein, was stark auf eine Form von Nintendos eigener Upscaling-Technologie hindeutet. Farben wirken insgesamt kräftiger und lebendiger, besonders auf dem integrierten Display der Switch 2. Wasseroberflächen, Schattenverläufe und Himmel zeigen weniger sichtbares Color Banding als zuvor. New Horizons war schon immer ein Spiel, das stark von seiner Farbpalette lebt, und genau hier setzt die Switch-2-Version sinnvoll an. Ein Wermutstropfen bleibt jedoch bestehen. Die Bildrate ist weiterhin auf 30 Bilder pro Sekunde begrenzt. Vermutlich hängen interne Spielsysteme wie Tagesabläufe und Animationen eng mit der Framerate zusammen, dennoch fühlt sich dieser technische Stillstand im Jahr der Switch 2 etwas antiquiert an.

Eine der beworbenen Neuerungen ist die Unterstützung von Maussteuerung. Diese kommt vor allem beim Dekorieren von Innenräumen, im Happy Home Paradise DLC sowie beim Erstellen von Designs zum Einsatz. Möbel lassen sich präziser platzieren und Designs etwas komfortabler zeichnen. Allerdings bleibt das Feature halbherzig umgesetzt. Menüs müssen weiterhin mit klassischen Controller-Eingaben bedient werden, was den Workflow unnötig unterbricht. Gerade bei umfangreichen Einrichtungssessions hätte eine vollständige Mausintegration mit Drag-and-Drop-Funktionen enormes Potenzial gehabt. So bleibt die Maussteuerung ein nettes Extra, das zwar willkommen ist, aber nie wirklich unverzichtbar wird.

Multiplayer und neue Switch-2-Funktionen
Im Mehrspielermodus gibt es eine kleine, aber durchaus relevante Verbesserung. Statt bisher acht können nun bis zu zwölf Spieler gleichzeitig eine Insel besuchen. Ergänzt wird dies durch Unterstützung für GameChat und CameraPlay. Theoretisch eröffnet das neue soziale Möglichkeiten, praktisch dürfte sich der Nutzen in Grenzen halten. Allein der Gedanke, zwölfmal hintereinander die notorisch lange Flugzeug-Landesequenz zu sehen, dürfte selbst eingefleischte Fans abschrecken. Die Ladezeiten wurden insgesamt verkürzt. Übergänge zwischen Gebäuden, Reisen per Dodo Airlines und Menüwechsel fühlen sich flotter an als auf der ursprünglichen Switch. Allerdings fällt der Unterschied geringer aus, als man es von einem dedizierten Switch-2-Upgrade erwarten würde. Wer New Horizons bereits auf der Switch 2 über Abwärtskompatibilität gespielt hat, wird kaum einen drastischen Unterschied bemerken.

Eine weitere Rückkehr feiert das Megafon, bekannt aus Animal Crossing: New Leaf auf dem Nintendo 3DS. Mit gedrückter Taste ruft man den Namen eines Inselbewohners in das Mikrofon der Konsole, woraufhin dieser antwortet, sofern die Spracherkennung korrekt funktioniert. In der Praxis erweist sich dieses Feature als funktional, aber wenig zuverlässig. Die Erkennungsrate schwankt stark und häufig meldet sich ein ganz anderer Bewohner als beabsichtigt. Der Mehrwert bleibt überschaubar und der Unterhaltungsfaktor ist eher situativ als dauerhaft gegeben.

Ein bekanntes Spiel in minimal besserer Form
Inhaltlich bleibt Animal Crossing: New Horizons natürlich exakt das Spiel, das Millionen Fans seit Jahren kennen und lieben. Der entspannte Inselalltag, das Sammeln, Gestalten und soziale Miteinander funktionieren weiterhin hervorragend. Die Switch-2-Edition ändert daran nichts grundlegend, sie poliert lediglich an der Oberfläche. Gerade deshalb fällt die Bewertung des Upgrade-Pakets zwiespältig aus. Für einen kostenlosen Patch wären die Verbesserungen mehr als akzeptabel. Als kostenpflichtiges Upgrade wirkt der Umfang jedoch etwas dünn. Zwar sind die technischen Anpassungen real, aber nie spektakulär genug, um einen erneuten Kauf zwingend zu rechtfertigen.

Fazit
Animal Crossing: New Horizons – Nintendo Switch 2 Edition ist eine behutsame Auffrischung eines ohnehin zeitlosen Spiels. Die höhere Auflösung, stabilere Darstellung, leicht verbesserte Ladezeiten und zusätzliche Eingabemöglichkeiten machen den Inselurlaub angenehmer, verändern das Spielerlebnis aber nicht grundlegend. Für eingefleischte Fans, die ohnehin täglich ihre Insel pflegen und jeden kleinen Komfortgewinn schätzen, kann sich das Upgrade lohnen, insbesondere wenn noch eShop-Guthaben vorhanden ist. Für alle anderen bleibt es ein solides, aber keineswegs essentielles Update. New Horizons war bereits großartig und bleibt es auch, doch die Switch-2-Edition liefert eher kosmetische Korrekturen als echte Weiterentwicklung. Dennoch ist und bleibt der Titel ein Highlight für die Konsole.

