Samstag, Februar 21, 2026
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No Sleep for Kaname Date – From AI: THE SOMNIUM FILES Test/Review PS5

Mit Spike Chunsoft steht seit Jahren ein Studio für ungewöhnliche Mystery-Adventures, die Visual-Novel-Erzählweise mit interaktiven Gameplay-Elementen kombinieren. No Sleep for Kaname Date – From AI: THE SOMNIUM FILES bildet dabei das dritte Kapitel innerhalb des AI-Universums und spielt zeitlich zwischen AI: The Somnium Files und AI: The Somnium Files – Nirvana Initiative. Trotz dieser Einordnung als Zwischengeschichte funktioniert das Spiel erstaunlich gut als eigenständiger Einstieg. Auch ohne Vorkenntnisse findet man sich schnell zurecht, da Figuren und Zusammenhänge klar eingeführt werden. Für Serienkenner bietet es zusätzliche Tiefe, für Neueinsteiger bleibt es jedoch angenehm zugänglich.

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Eine bewusst absurde Ausgangslage

Die Handlung startet mit einem klassischen AI-Twist. Protagonist Kaname Date wird ohne Erinnerung an die jüngsten Ereignisse verfolgt. Kurz darauf entfaltet sich ein neuer Fall rund um die Entführung der Internet-Idol Iris Sagan. Doch wer hier eine nüchterne Detektivgeschichte erwartet, wird schnell eines Besseren belehrt. Iris befindet sich angeblich auf einem UFO, eine echsenartige Antagonistin spricht von einem großen Reset der Menschheit, und Dates wichtigste Unterstützung ist Aiba, eine künstliche Intelligenz in seinem Auge. Das Spiel balanciert dabei gekonnt zwischen Mystery, Science-Fiction und bewusst überzogener Selbstironie. Der Ton ist skurril, teilweise albern, aber stets kontrolliert. Genau diese Mischung verleiht der Geschichte ihren eigenen Charme.

Ein großer Teil des Gameplays besteht aus Escape-Room-Sequenzen in vollständig begehbaren 3D-Umgebungen. Hier untersucht man Objekte, kombiniert Hinweise und löst Rätsel Schritt für Schritt. Drei Schwierigkeitsgrade beeinflussen Zeitlimits und die Verfügbarkeit von Hinweisen, wodurch sich das Erlebnis an unterschiedliche Spielertypen anpassen lässt. Die Rätsel selbst sind clever konstruiert. Manche Lösungen erschließen sich logisch, andere verlangen bewusstes Um-die-Ecke-Denken. Besonders befriedigend sind jene Momente, in denen sich scheinbar lose Puzzleteile plötzlich sinnvoll zusammenfügen. Allerdings kann das Tempo darunter leiden, wenn man länger nach dem entscheidenden Hinweis sucht. Das Spiel bietet großzügige Tipps, dennoch verlangen manche Aufgaben Geduld und Konzentration. Gerade wer reale Escape Rooms kennt, wird das Gefühl der kollaborativen Deduktion wiedererkennen. Die Umsetzung schafft es, dieses Erlebnis erstaunlich authentisch zu transportieren.

Ermittlungen und Wink Psync

Zwischen den Puzzlepassagen wechselt das Spiel in klassische Ermittlungsabschnitte. Über eine Karte reist man zwischen Schauplätzen, befragt Zeugen und sammelt Informationen. Dates Fähigkeit Wink Psync erlaubt es ihm, kurze Einblicke in vergangene Ereignisse zu erhalten, was zusätzliche narrative Tiefe verleiht. Diese Segmente sind stärker dialoggetrieben, fühlen sich aber dynamischer an. Der Schlagabtausch zwischen Date und Aiba sorgt regelmäßig für humorvolle Momente. Dates leicht anzüglicher Humor bleibt dabei ein Markenzeichen der Reihe und lockert selbst ernste Szenen auf.

Somnium-Sequenzen, Traumlogik als Gameplay

Das Herzstück der Serie bilden die Somnium-Sequenzen. Mithilfe der Psync-Technologie taucht Date in die Traumwelten von Verdächtigen ein, um verborgene Wahrheiten freizulegen. Diese Traumlandschaften sind surreal, farbenfroh und folgen keiner klassischen Logik. Jede Aktion kostet wertvolle Zeit, denn ein striktes Limit setzt den Rahmen. Ziel ist es, mentale Blockaden zu durchbrechen und symbolische Hinweise korrekt zu interpretieren. Hier verschmelzen Puzzle und Narration besonders effektiv. Man experimentiert, probiert unterschiedliche Optionen aus und lernt aus jedem Versuch. Der leichte Trial-and-Error-Ansatz fühlt sich nie unfair an, da jede Wiederholung neue Informationen liefert. Die Somnium-Sequenzen zählen klar zu den stärksten Momenten des Spiels, da sie Charakterpsychologie und Gameplay eng miteinander verzahnen.

Kaname Date überzeugt als charismatischer Protagonist. Er ist kompetent, selbstbewusst und mit einer gehörigen Portion trockenen Humors ausgestattet. Seine Beziehung zu Aiba sorgt für emotionale Erdung und komödiantisches Timing zugleich. Iris bringt jugendliche Energie in die Handlung, während Antagonistin Akemi mit bewusst überzeichnetem Pathos auftritt. Fanservice-Elemente sind vorhanden, wirken jedoch im Kontext der Serie nicht deplatziert. Insgesamt trägt die Besetzung maßgeblich dazu bei, dass selbst ruhigere Passagen unterhaltsam bleiben.

Präsentation und Technik

Optisch setzt das Spiel auf einen klaren Anime-Stil mit ausdrucksstarken Charaktermodellen. Besonders die Somnium-Welten profitieren von der stilisierten Gestaltung. Umgebungen wirken stellenweise etwas einfacher texturiert, erfüllen jedoch ihren Zweck. Das Spiel zielt auf 60 Bilder pro Sekunde ab und läuft überwiegend stabil, kleinere Schwankungen können abhängig von Kamerabewegungen auftreten. Ladezeiten auf einer Basis-PS5 liegen bei etwa zehn bis zwölf Sekunden beim Wechsel zwischen Arealen.

Hervorzuheben ist die englische Sprachausgabe. Greg Chun verleiht Kaname Date Präsenz, Jackie Lastra bringt Iris Wärme, Erika Harlacher sorgt als Aiba für Persönlichkeit, und Jenny Yokobori liefert als Akemi eine bewusst theatralische Performance. Die Vertonung trägt erheblich zur Atmosphäre bei. Durch Fortschritt im Spiel verdient man eine Ingame-Währung namens Eyes, mit der sich Bonusinhalte freischalten lassen. Zudem motivieren alternative Enden und versteckte Details dazu, mehrere Durchläufe zu wagen. Für Trophäensammler bietet das Spiel zusätzliche Anreize, etwa durch alternative Storypfade oder vollständiges Sammeln von Dokumenten.

Fazit

No Sleep for Kaname Date – From AI: THE SOMNIUM FILES verbindet exzentrisches Storytelling mit cleveren Rätseln und charaktergetriebener Ermittlungsarbeit. Die Mischung aus Escape-Room-Passagen, Traumsequenzen und klassischer Visual-Novel-Struktur sorgt für ein abwechslungsreiches Erlebnis. Das Tempo kann je nach Puzzlephase schwanken, doch die starke Figurenzeichnung und die selbstbewusst absurde Handlung tragen das Spiel sicher bis zum Abspann. Für Neueinsteiger eignet sich dieser Teil hervorragend als Einstieg in das AI-Universum. Für Fans erweitert er die Welt mit Stil und Persönlichkeit. In beiden Fällen bleibt ein ungewöhnliches, erinnerungswürdiges Mystery-Abenteuer.

Gesamtwertung: 9.5/10

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