Mehr als 30 Jahre hat es gedauert, bis zwei der größten Marken der Popkultur endlich zusammengefunden haben: LEGO und Pokémon. Als die Kooperation im März 2025 offiziell angekündigt wurde, war die Erwartungshaltung entsprechend gigantisch. Schließlich gehört Pokémon zu den erfolgreichsten Entertainment-Franchises der Welt und mit Pikachu besitzt die Marke eine der bekanntesten Figuren überhaupt. Genau deshalb ruhen auf dem LEGO Pikachu & Pokéball Set (72152) besonders hohe Erwartungen. Mit über 2.000 Teilen, einer großen Displaybasis und einer ikonischen Figur hätte dieses Set eigentlich der klare Mittelpunkt der ersten LEGO-Pokémon-Welle sein müssen. Doch so beeindruckend das Modell auf den ersten Blick wirkt, zeigt sich im Bauprozess und im fertigen Ergebnis schnell, dass hier nicht alles perfekt funktioniert.
Set-Details auf einen Blick
| Bezeichnung | Pikachu und Pokéball |
| Art.-Nummer | 72152 |
| Teileanzahl | 2050 |
| Alter | 18+ |
| Verfügbarkeit | ab sofort |
| UVP | 199,99 € |
| Minifiguren | nein |
| Sticker enthalten? | nein |
| Bedruckte Steine? | ja, alles bedruckt |
| Anleitung | gedruckt und via App |
| Bauzeit | 6 – 9 Stunden |
Über Lego:
LEGO A/S ist ein dänischer Spielwarenhersteller, der seit 1932 mit seinen ikonischen Klemmbausteinen Kreativität und Bauspaß in alle Altersgruppen bringt. Das Unternehmen bietet heute eine breite Palette an Themenwelten, die von realistischen Stadtszenen (LEGO City) über fantasievolle Abenteuer (LEGO NINJAGO, LEGO Friends) bis hin zu lizenzierten Marken wie Star Wars™, Harry Potter™ oder Disney™ reichen. Technisch orientierte Baumeister finden in LEGO Technic komplexe Modelle mit realistischen Funktionen, während LEGO Architecture berühmte Bauwerke im Miniaturformat nachbildet. Für jüngere Kinder gibt es LEGO DUPLO, und mit LEGO Ideas werden Fan-Entwürfe zu offiziellen Sets. Ergänzt wird das Sortiment durch Sammlerlinien wie LEGO Icons oder BrickHeadz sowie digitale Spiele, Filme und Freizeitparks unter der Marke LEGOLAND.
Über Pokémon:

Pokémon gehört zu den erfolgreichsten Entertainment-Franchises der Welt und wurde ursprünglich 1996 von Nintendo, Game Freak und Creatures ins Leben gerufen. Was mit zwei Game-Boy-Spielen Pokémon Rot und Pokémon Blau begann, entwickelte sich schnell zu einem globalen Phänomen mit Videospielen, Anime-Serien, Sammelkarten, Filmen und einer riesigen Merchandise-Industrie. Im Zentrum des Universums stehen Trainer, die mit ihren Pokémon Freundschaften schließen, sie trainieren und in Kämpfen einsetzen. Mit inzwischen über tausend verschiedenen Kreaturen, ikonischen Figuren wie Pikachu, und einem generationsübergreifenden Fanpublikum hat Pokémon über Jahrzehnte hinweg seine kulturelle Bedeutung behalten und zählt heute zu den bekanntesten Marken der Popkultur.
Der Bau
Der Aufbau des Modells ist in 16 nummerierte Beutel unterteilt. Die ersten fünf Bauabschnitte konzentrieren sich auf Pikachus Körper, Arme und Füße. Zu Beginn wirkt das Set ungewöhnlich technisch: Die ersten Schritte erinnern eher an einen Technic-Unterbau als an eine Figurenkonstruktion. Viele farbige Steine verschwinden später vollständig im Inneren des Modells. Das hat durchaus seinen Reiz, denn man erkennt schnell, wie viel Ingenieursarbeit in der inneren Struktur steckt. Gleichzeitig wirkt dieser Abschnitt visuell etwas unspektakulär, da lange Zeit nur ein blockiger Kern entsteht. Sobald Pikachus Arme und Füße entstehen, nimmt das Modell langsam Gestalt an. Allerdings macht sich hier ein Problem bemerkbar, das sich durch den gesamten Bauprozess zieht: viel Symmetrie und wenig Abwechslung. Viele Bauabschnitte werden gespiegelt aufgebaut, was zwar logisch ist, aber auf Dauer etwas monoton wirken kann.
Erst mit dem Bau des Kopfes kommt wieder mehr Spannung in den Prozess. Die Konstruktion wirkt hier komplexer und nutzt viele kleinere Elemente, um die Rundungen des Pokémon-Gesichts darzustellen. Allerdings fällt dabei auf, dass einige Bereiche überraschend fragil wirken. Mehrfach entsteht der Eindruck, dass zusätzliche Verstärkungen hilfreich gewesen wären. Gerade in den frühen Bauphasen des Kopfes müssen einzelne Segmente vorsichtig behandelt werden, damit sie sich nicht wieder lösen.
Das Gesicht: Der Moment, in dem Pikachu lebendig wird
Der entscheidende Moment kommt mit dem Bau von Pikachus Gesicht. Sobald Augen, Wangen und Mund eingesetzt sind, bekommt die Figur endlich Persönlichkeit. Die charakteristischen roten Backen und der freundliche Ausdruck lassen den bekannten Pokémon-Charakter sofort erkennen. Auch kleine Details wie die seitlichen Fellsträhnen („Sideburns“) tragen zur Wiedererkennbarkeit bei. Allerdings wirken einige dieser Elemente etwas weniger stabil, als man es von einem Set dieser Größe erwarten würde. Ein weiteres interessantes Detail ist die Möglichkeit, zwischen zwei verschiedenen Schwanzvarianten zu wählen. Diese repräsentieren die geschlechtsspezifischen Unterschiede von Pikachu, ein schönes Easter Egg für Fans, auch wenn der Schwanz selbst komplett statisch bleibt und keine Beweglichkeit besitzt.
Der Pokéball
Der Pokéball aus Beutel 10 klingt zunächst nach einem einfachen Zwischenschritt, entpuppt sich aber als überraschend knifflig. Die kugelförmige Konstruktion erfordert eine gewisse Gegenspannung beim Zusammensetzen der Elemente, wodurch einzelne Teile leicht wieder abspringen können.mMit Geduld lässt sich das Problem zwar lösen, aber dieser Abschnitt gehört definitiv zu den frustrierenderen Momenten des Sets. Die letzten sechs Bauabschnitte widmen sich der auffälligen Blitz-Displaybasis. Dieser Teil gehört zu den stärksten Elementen des gesamten Sets. Die Konstruktion ist stabil, elegant und fügt dem Modell eine dynamische Präsentation hinzu.
Besonders charmant ist ein kleines Detail: Auf der Oberseite des Blitzes findet sich eine versteckte „25“, die auf Pikachus Pokédex-Nummer anspielt. Solche kleinen Fan-Referenzen sind genau das, was Sammler an großen Lizenzsets schätzen. Die Base bietet außerdem eine clevere Lösung, um den kleineren Stand später im Sockel zu verstauen, ein schönes Beispiel dafür, wie funktionales Design aussehen kann.
Das fertige Modell
Sobald Pikachu vollständig aufgebaut ist, entsteht ein durchaus imposantes Displaystück. Die Figur ist groß, klar erkennbar und passt optisch gut in eine Pokémon-Sammlung. Allerdings bleibt ein Gefühl zurück, dass das Modell nicht ganz das erreicht, was es hätte sein können. Pikachus Körperbau, mit großem Kopf, kurzem Körper und kleinen Gliedmaßen, ist schwer in LEGO-Form zu übersetzen. Die Designer haben hier offensichtlich ihr Bestes gegeben, doch einige Proportionen wirken etwas steif. Ein weiteres Problem ist die nahezu vollständige Bewegungslosigkeit der Figur. Arme, Kopf und Schwanz sind praktisch fixiert. Für ein Set dieser Größe hätte man sich zumindest minimale Artikulation gewünscht.
Ein Teil der Kritik liegt weniger an den LEGO-Designern selbst als an der Vorlage. Pikachu besitzt eine sehr spezifische Cartoon-Anatomie: ein großer runder Kopf, winzige Füße und ein kompakter Körper. Diese Proportionen lassen sich mit klassischen LEGO-Elementen nur schwer perfekt umsetzen. Andere Pokémon aus der ersten Set-Welle, etwa Evoli oder die großen Starter-Pokémon, scheinen diese Herausforderung besser zu meistern, weil ihre Körperformen flexibler in Stein übersetzt werden können.
Fazit
Das LEGO Pikachu & Pokéball Set (72152) ist ein interessantes, aber nicht ganz perfektes Debüt für die Pokémon-Partnerschaft. Der Bauprozess bietet einige spannende technische Lösungen, gleichzeitig aber auch überraschend monotone Abschnitte und kleinere Stabilitätsprobleme. Als Displaymodell funktioniert Pikachu grundsätzlich gut. Fans des Franchise werden die ikonische Figur sicherlich gern im Regal sehen. Dennoch bleibt das Gefühl, dass das Set nicht ganz die Erwartungen erfüllt, die man an das zentrale Pokémon der ersten LEGO-Welle gestellt hat. Die Designer haben sichtbar viel Arbeit investiert, doch Pikachus ungewöhnliche Anatomie macht es schwierig, die Figur wirklich perfekt in LEGO-Form zu übersetzen.


