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Fatal Frame 2: Crimson Butterfly Remake Test/Review

Mit Fatal Frame 2: Crimson Butterfly Remake kehrt einer der wohl unheimlichsten Klassiker des Survival-Horror-Genres zurück. Entwickler Team Ninja hat sich dabei nicht mit einem einfachen Remaster zufriedengegeben, sondern liefert ein vollständiges Remake, das sowohl optisch als auch spielerisch modernisiert wurde. Das Ergebnis ist ein Spiel, das es schafft, seine beklemmende Atmosphäre noch intensiver zu transportieren als das Original. Gleichzeitig bleibt es in vielen Bereichen erstaunlich nah an seinen Wurzeln, was nicht nur Vorteile mit sich bringt.

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Ein Remake mit klarer Vision

In den letzten Jahren versuchte Koei Tecmo, die Reihe wieder stärker ins Rampenlicht zu rücken. Neuauflagen wie Fatal Frame: Maiden of Black Water oder Fatal Frame: Mask of the Lunar Eclipse konnten jedoch nur bedingt überzeugen. Mit Crimson Butterfly verfolgt das Studio nun einen deutlich ambitionierteren Ansatz. Statt eines einfachen Upgrades wurde das Spiel von Grund auf neu aufgebaut. Eine der wichtigsten Änderungen ist die Kameraperspektive. Die klassischen festen Kamerawinkel wurden durch eine moderne Third-Person-Ansicht ersetzt. Das sorgt für eine deutlich flüssigere Steuerung und erleichtert die Orientierung in der Spielwelt erheblich.

Die Handlung dreht sich um die Zwillingsschwestern Mio und Mayu Amakura. Ein mysteriöser roter Schmetterling lockt die beiden tief in einen abgelegenen Wald, wo sie schließlich in einem verlassenen Dorf gefangen werden. Das Dorf Minakami wirkt von der ersten Minute an unheimlich. Es ist von Dunkelheit durchzogen, voller ruheloser Geister und düsterer Geheimnisse. Während Mio verzweifelt nach ihrer Schwester sucht, stößt sie auf die grausame Vergangenheit des Dorfes. Besonders die Geschichte eines anderen Zwillingspaares, das einst Teil eines schrecklichen Rituals war, zieht sich wie ein roter Faden durch die Handlung. Die Erzählweise ist dabei klassisch gehalten. Vieles wird über Dokumente, Tagebücher und kleine Details in der Umgebung vermittelt. Diese Form des Storytellings trägt stark zur Atmosphäre bei und belohnt aufmerksame Spieler.

Klassisches Survival-Horror-Gameplay

Spielerisch orientiert sich das Remake stark an klassischen Genrevertretern wie Silent Hill 2 oder Resident Evil. Das bedeutet: viel Erkundung, Rätsel und Backtracking. Türen müssen geöffnet, Schlüssel gefunden und Wege freigeschaltet werden. Die Struktur wirkt bewusst altmodisch, passt aber hervorragend zur dichten Atmosphäre. Die Spannung entsteht dabei nicht nur durch direkte Konfrontationen, sondern vor allem durch das, was man nicht sieht. Jeder Gang durch ein dunkles Gebäude wird zur potenziellen Gefahr. Das Spiel setzt gezielt auf langsamen Horror. Statt dauerhafter Schockmomente baut es kontinuierlich eine unterschwellige Anspannung auf, die sich jederzeit entladen kann.

Das Herzstück des Gameplays ist die sogenannte Camera Obscura. Diese mystische Kamera dient als einzige Verteidigungswaffe gegen die Geister. Um Schaden zu verursachen, müssen Spieler die Erscheinungen fotografieren. Der Clou liegt im Timing. Wartet man, bis ein Geist angreift, kann ein besonders effektiver „Fatal Frame“-Schuss ausgelöst werden. Dieses System sorgt für intensive Momente, da man den Gegnern bewusst nahekommen muss. Gleichzeitig ermöglicht es eine ungewöhnliche Perspektive auf den Horror, da man gezwungen ist, die Bedrohung direkt anzusehen. Das Remake ergänzt dieses System um moderne Komfortfunktionen. Eine automatische Zielerfassung erleichtert den Einstieg, und Ausweichmanöver sorgen für etwas mehr Kontrolle im Kampf.

Licht und Schatten im Kampfsystem

Trotz der Verbesserungen bleibt das Kampfsystem nicht frei von Problemen. Die Steuerung fühlt sich stellenweise etwas sperrig an, besonders in hektischen Situationen. Ein weiterer Kritikpunkt ist das Verhalten bestimmter Gegner. Manche Geister können in einen aggressiven Zustand wechseln, in dem sie schneller werden und sich gleichzeitig heilen. Das führt dazu, dass Kämpfe unnötig in die Länge gezogen werden können. Besonders bei Bosskämpfen kann das frustrierend sein und die Spannung eher mindern als erhöhen. Zusätzlich gibt es Abschnitte, in denen Spieler nicht kämpfen können und stattdessen fliehen oder sich verstecken müssen. Diese Passagen sorgen zwar für Abwechslung, wirken jedoch oft unausgereift. Häufig basieren sie auf Trial-and-Error, wodurch man mehrere Versuche benötigt, um den richtigen Weg zu finden. Das nimmt dem Spiel etwas von seiner ansonsten sehr gut aufgebauten Spannung.

Atmosphäre auf höchstem Niveau

Was Crimson Butterfly Remake jedoch besonders auszeichnet, ist seine Atmosphäre. Das Spiel gehört zu den intensivsten Horror-Erfahrungen der letzten Jahre. Die Kombination aus Sounddesign, Lichtstimmung und subtiler Inszenierung erzeugt eine konstante Anspannung. Gerade mit Kopfhörern entfaltet das Spiel seine volle Wirkung. Leise Geräusche, entfernte Stimmen und plötzlich auftauchende Schatten sorgen dafür, dass man sich nie wirklich sicher fühlt. Diese Form von Horror erinnert an Klassiker wie Condemned: Criminal Origins, bei denen die Angst weniger durch Action als durch permanente Unsicherheit entsteht.

Fazit

Fatal Frame 2: Crimson Butterfly Remake ist ein beeindruckendes Remake, das es schafft, einen Klassiker in die moderne Zeit zu übertragen, ohne seinen Kern zu verlieren. Die dichte Atmosphäre, die starke Inszenierung und das einzigartige Kamerasystem machen das Spiel zu einem echten Highlight für Horror-Fans. Allerdings bringt die Nähe zum Original auch einige Schwächen mit sich. Das Kampfsystem kann sperrig wirken, bestimmte Mechaniken frustrieren und einige Gameplay-Elemente fühlen sich etwas veraltet an. Wer sich darauf einlässt, bekommt jedoch eines der intensivsten Horror-Erlebnisse der letzten Jahre.

Gesamtwertung: 8/10

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