Survival-Spiele gibt es inzwischen viele, doch nur wenige setzen so stark auf eine realistische und gleichzeitig gnadenlose Umwelt wie Icarus. Das Spiel erschien ursprünglich 2021 für den PC und stammt vom Studio RocketWerkz, das von Dean Hall, dem Schöpfer von DayZ, gegründet wurde. Schon bei seiner Veröffentlichung fiel ICARUS durch ein ungewöhnliches Konzept auf. Statt einer klassischen, dauerhaft bestehenden Open World setzt das Spiel auf zeitlich begrenzte Missionen, sogenannte Drops. Spieler landen aus einer Raumstation heraus auf dem Planeten ICARUS, erfüllen ihre Aufgaben und müssen anschließend wieder rechtzeitig evakuieren. Mit ICARUS: Console Edition erscheint dieses anspruchsvolle Survival-Spiel nun erstmals auch auf Konsolen. Ab dem 26. März 2026 ist das Spiel für PlayStation 5 und Xbox Series X|S erhältlich und bringt neben zahlreichen Updates auch die umfangreiche Erweiterung New Frontiers direkt zum Start mit. Für Konsolenspieler könnte sich damit eine der intensivsten Survival-Erfahrungen der letzten Jahre eröffnen.
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Eine Welt, die nicht für Menschen gemacht ist
Die Hintergrundgeschichte von ICARUS liefert eine klassische Science-Fiction-Prämisse. In der Zukunft versucht die Menschheit, einen fernen Planeten zu terraformen, um dort eine neue Heimat zu schaffen. Doch das Experiment scheitert katastrophal. Der Planet ICARUS entwickelt sich zu einer extrem feindlichen Umgebung. Atmosphärische Instabilitäten, unkontrollierte Wetterphänomene und aggressive Lebensformen machen jede Mission zu einem riskanten Unterfangen. Trotzdem kehren Menschen immer wieder zurück. Der Grund dafür ist ein wertvoller Rohstoff namens Exotics. Diese seltene Ressource besitzt enorme technologische Bedeutung und treibt die Expeditionen der sogenannten Prospectors an. Die Spieler übernehmen die Rolle eines solchen Prospektors, der von einer orbitalen Raumstation aus auf den Planeten geschickt wird, um Aufträge zu erfüllen und Ressourcen zu bergen.
Drops statt permanenter Open World
Das Herzstück von ICARUS ist sein einzigartiges Missionssystem. Anders als viele andere Survival-Spiele nutzt das Spiel keine dauerhaft bestehende Welt. Stattdessen beginnt jede Mission mit einem Drop. Spieler werden mit minimaler Ausrüstung auf den Planeten abgesetzt und müssen dort Ressourcen sammeln, Werkzeuge herstellen, Schutz bauen und ihre Missionsziele erfüllen. Der entscheidende Unterschied liegt im Zeitlimit. Jede Mission läuft nur für eine bestimmte Dauer. Wer nicht rechtzeitig zur Evakuierung zurückkehrt, riskiert den Verlust seines Charakters. Diese Mechanik sorgt für ein ständiges Gefühl von Zeitdruck. Während viele Survival-Spiele gemütliches Basisbauen ermöglichen, zwingt ICARUS Spieler dazu, Entscheidungen sorgfältig abzuwägen. Zu viel Zeit mit Erkundung oder dem Ausbau einer perfekten Basis zu verbringen, kann am Ende dazu führen, dass der Rettungsflug verpasst wird.

Der Planet als größter Gegner
Während auch wilde Tiere eine Bedrohung darstellen, liegt die eigentliche Gefahr auf ICARUS in der Umwelt selbst. Das Spiel nutzt ein dynamisches Wettersystem, das regelmäßig extreme Ereignisse auslöst. Heftige Stürme können Gebäude beschädigen oder sogar vollständig zerstören. Blitzeinschläge setzen Wälder in Brand und gefährden alles, was Spieler errichtet haben. Hinzu kommen giftige Atmosphären, extreme Temperaturen und andere Umweltbedingungen, die spezielle Ausrüstung erforderlich machen. Diese Systeme sorgen dafür, dass sich jede Mission anders anfühlt. Ein scheinbar sicherer Stützpunkt kann innerhalb weniger Minuten zu einer Todesfalle werden, wenn ein Sturm aufzieht. Die Spieler müssen daher ständig improvisieren und ihre Strategien anpassen.
Crafting und technologische Entwicklung
Wie viele Survival-Spiele basiert auch ICARUS stark auf Crafting und technologischem Fortschritt. Zu Beginn verfügen Spieler lediglich über primitive Werkzeuge aus Holz und Stein. Im Verlauf der Missionen lassen sich jedoch immer komplexere Technologien freischalten. Das Crafting-System ist in mehrere Technologiestufen unterteilt. Mit fortschreitendem Spielverlauf können Spieler unter anderem folgende Systeme entwickeln: Elektrische Stromversorgung, Fortgeschrittene Raumanzüge, Industrielle Maschinen und Spezialisierte Umweltwerkzeuge. Diese Entwicklung von primitiven Überlebensmethoden hin zu moderner Technologie unterstreicht den Science-Fiction-Aspekt des Spiels.

Obwohl einzelne Missionen zeitlich begrenzt sind, besitzt ICARUS ein dauerhaftes Fortschrittssystem. Während der Expeditionen können Spieler Exotics abbauen. Diese seltenen Rohstoffe werden nach Abschluss einer Mission zur Raumstation transportiert. Dort lassen sich die Ressourcen gegen neue Ausrüstung, Upgrades und verbesserte Werkzeuge eintauschen. Dieses System motiviert dazu, immer wieder neue Drops zu starten. Selbst kurze Missionen tragen langfristig zur Entwicklung des eigenen Charakters bei.
Die Erweiterung New Frontiers
Ein großer Vorteil der Konsolenversion ist die Integration der Erweiterung New Frontiers bereits zum Start. Diese Erweiterung erweitert das Spiel um die neue Region Prometheus. Hier sind die Terraforming-Versuche noch drastischer gescheitert als auf anderen Teilen des Planeten. Spieler treffen dort auf völlig neue Umgebungen, darunter fremdartige Graslandschaften, vulkanische Gebiete und toxische Sümpfe. Zusätzlich bringt New Frontiers neue Ressourcen, Gegnerarten und missionsbasierte Storyelemente ins Spiel. Für Konsolenspieler bedeutet das eine deutlich umfangreichere Spielerfahrung als zum ursprünglichen PC-Launch.

ICARUS: Console Edition unterstützt Koop-Sessions mit bis zu vier Spielern. Gerade bei längeren Expeditionen spielt Zusammenarbeit eine wichtige Rolle. Teams können Aufgaben aufteilen und sich auf unterschiedliche Tätigkeiten spezialisieren. Einige Spieler kümmern sich um Jagd oder Ressourcenabbau, während andere Basen bauen oder neue Gebiete erkunden. Für Einzelspieler bietet das Spiel außerdem einen speziellen Talentbaum, der Solo-Spielern zusätzliche Fähigkeiten verleiht. Trotzdem bleibt das Spiel allein deutlich anspruchsvoller. Ein kleiner Nachteil ist allerdings das Fehlen von Crossplay zwischen den Plattformen.
Tierische Begleiter
Vorbesteller der Konsolenversion erhalten Zugriff auf eine Auswahl von Tierbegleitern. Diese Tiere begleiten Spieler während ihrer Expeditionen und bieten kleinere Gameplay-Vorteile. Einige unterstützen beim Sammeln von Ressourcen, andere können im Kampf helfen. Zwar wirkt dieses System eher als Ergänzung und nicht als zentrales Feature, dennoch erweitert es die Möglichkeiten zur Individualisierung. Technisch gehört ICARUS zu den beeindruckenderen Survival-Spielen. Die Landschaften des Planeten sind detailreich gestaltet und reichen von dichten Wäldern über Gebirge bis hin zu Wüstenregionen und Höhlensystemen. Besonders die Wettereffekte tragen stark zur Atmosphäre bei. Stürme verändern die Umgebung dramatisch und lassen die Welt lebendig wirken. Für die Konsolenversion dürfte vor allem die Performanceoptimierung entscheidend sein. Große Wetterereignisse und Koop-Sessions stellen hohe Anforderungen an die Hardware.

Fazit
Die Kombination aus zeitlich begrenzten Missionen, gefährlicher Umwelt und langfristigem Fortschrittssystem sorgt für eine intensive Spielerfahrung, die sich deutlich von klassischen Open-World-Survival-Games unterscheidet. Allerdings kann genau diese Struktur auch frustrierend sein. Wer entspannte Survival-Abenteuer bevorzugt, könnte sich vom permanenten Zeitdruck überfordert fühlen. Für Spieler, die taktische Planung, Kooperation und herausfordernde Survival-Mechaniken schätzen, hat ICARUS jedoch das Potenzial, zu einem echten Highlight auf Konsolen zu werden. Wenn die technische Umsetzung überzeugt, könnte die Console Edition einem der ambitioniertesten Survival-Spiele der letzten Jahre eine völlig neue Spielerschaft eröffnen.

