StartGaming HubMega Man Star Force Legacy Collection Test/Review

Mega Man Star Force Legacy Collection Test/Review

Mit der Mega Man Star Force Legacy Collection setzt Capcom seine erfolgreiche Reihe an Remasters fort und widmet sich diesmal einer oft unterschätzten Ära der beliebten Mega Man Reihe. Die Sammlung bringt gleich drei klassische Nintendo DS Rollenspiele zurück und macht sie erstmals in dieser Form gebündelt und modern zugänglich. Für Fans von Retro RPGs und insbesondere der Mega Man Battle Network Reihe dürfte diese Collection besonders interessant sein. Doch wie gut funktioniert das Gesamtpaket heute noch?

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Die Collection umfasst die komplette Star Force Trilogie, bestehend aus Mega Man Star Force, Mega Man Star Force 2 und Mega Man Star Force 3. Besonders erfreulich ist, dass auch alle verschiedenen Versionen der einzelnen Spiele enthalten sind, wodurch insgesamt sieben Varianten zur Verfügung stehen. Das sorgt auf dem Papier für viel Inhalt. In der Praxis unterscheiden sich die Versionen jedoch meist nur in kleineren Details wie Transformationen oder bestimmten Fähigkeiten. Der Großteil der Story und des Gameplays bleibt identisch, wodurch sich der Wiederspielwert zwar erhöht, aber nicht zwingend abwechslungsreicher anfühlt.

Story und Charaktere

Im Mittelpunkt der Reihe steht Geo Stellar, ein junger Protagonist, der sich mit dem außerirdischen Wesen Omega Xis verbindet. Gemeinsam stellen sie sich intergalaktischen Bedrohungen und erleben eine Geschichte, die trotz einiger Schwächen im Pacing durchaus zu fesseln weiß. Die Erzählung lebt vor allem von ihren sympathischen Charakteren und der Mischung aus Science Fiction und persönlicher Entwicklung. Gerade im Verlauf der Trilogie entfaltet sich eine zusammenhängende Story, die Fans von klassischen JRPGs ansprechen dürfte. Allerdings zeigt sich insbesondere im ersten Teil, dass das Tempo der Handlung nicht immer optimal ist. Es dauert teilweise lange, bis die Geschichte an Fahrt aufnimmt, was den Einstieg erschweren kann.

Gameplay über mehrere Spiele

Spielerisch orientiert sich die Star Force Reihe stark an Battle Network. Das Kampfsystem kombiniert ein Raster basiertes Spielfeld mit einem Kartensystem, über das verschiedene Angriffe ausgelöst werden. Wenn das System einmal greift, entsteht ein durchaus motivierendes Gameplay, das taktische Entscheidungen mit schnellen Reaktionen verbindet. Besonders Fans der Battle Network Reihe werden sich hier sofort zuhause fühlen. Problematisch ist jedoch, dass sich das Gameplay über alle drei Teile hinweg kaum weiterentwickelt. Neue Ideen oder größere Innovationen bleiben weitgehend aus, sodass sich das Spielerlebnis mit der Zeit wiederholt. Die Kämpfe machen Spaß, verlieren jedoch durch die fehlende Weiterentwicklung an Langzeitmotivation. Ein weiterer Kritikpunkt ist die Orientierung innerhalb der Spielwelt. Oft wird nicht klar kommuniziert, wo es als Nächstes hingeht. Das führt dazu, dass Spieler viel Zeit damit verbringen, ziellos durch die Areale zu laufen, bis sie zufällig den nächsten Fortschrittspunkt finden. In Kombination mit dem ohnehin gemächlichen Pacing kann das den Spielfluss spürbar ausbremsen.

Präsentation und technische Umsetzung

Die Stärke der Collection liegt klar in ihrer Präsentation. Capcom gelingt es erneut, die Klassiker liebevoll aufzubereiten und gleichzeitig moderne Komfortfunktionen zu integrieren. Spieler erhalten Zugriff auf eine umfangreiche Galerie, zusätzliche Einstellungen und Anpassungsmöglichkeiten für das Spielerlebnis. Besonders praktisch ist die Möglichkeit, die Darstellung an moderne Bildschirme anzupassen, obwohl die Originale für den Nintendo DS mit zwei Bildschirmen entwickelt wurden.

Auch die Integration der ursprünglichen Netzwerkfunktionen ist ein großes Plus. Spieler können Inhalte zwischen verschiedenen Versionen freischalten, ähnlich wie man es aus der Pokémon Reihe kennt. Dadurch entfällt der Zwang, mehrere Durchläufe zu starten, um alle Inhalte zu erleben. Zusätzlich lassen sich Schwierigkeitsgrad und Darstellung individuell anpassen, was die Collection sowohl für Neueinsteiger als auch für Veteranen attraktiv macht.

Langzeitmotivation und Kritikpunkte

So umfangreich die Collection auch ist, einige Schwächen der Originalspiele sind deutlich spürbar geblieben. Besonders das repetitive Gameplay und die teils unklare Progression können den Spielspaß beeinträchtigen. Auch das Pacing ist nicht immer gelungen. Gerade im ersten Teil zieht sich der Einstieg unnötig in die Länge, bevor das Spiel seine Stärken entfalten kann. Trotz dieser Kritikpunkte bleibt die grundlegende Qualität der Spiele erhalten. Die Mischung aus Story, Charakteren und taktischem Kampfsystem funktioniert auch heute noch, auch wenn sie nicht mehr ganz zeitgemäß wirkt.

Fazit

Die Mega Man Star Force Legacy Collection ist eine liebevoll umgesetzte Sammlung, die eine oft übersehene Phase der Mega Man Geschichte zurück ins Rampenlicht rückt. Fans der Reihe und insbesondere der Battle Network Spiele erhalten hier ein umfangreiches Paket mit viel Inhalt. Gleichzeitig zeigt sich, dass nicht alle Elemente der Originale gut gealtert sind. Das repetitive Gameplay, das langsame Pacing und die teilweise unklare Zielstruktur können gerade moderne Spieler abschrecken. Wer jedoch ein Faible für klassische JRPGs hat und sich auf die Eigenheiten älterer Spiele einlassen kann, wird mit einer charmanten und inhaltlich starken Sammlung belohnt.

Gesamtwertung: 7.5/10

Ähnliche Artikel