Donnerstag, Februar 12, 2026
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Rune Factory: Guardians of Azuma Test/Review PS5

Wer Rune Factory: Guardians of Azuma noch nicht gespielt hat, sollte das dringend nachholen. Der Titel gehört zu den stärksten Ablegern der Reihe und zeigt eindrucksvoll, wie gut sich Action-RPG, Farming-Simulation und Lebenssimulation miteinander verbinden lassen, wenn Design und Struktur konsequent durchdacht sind. Guardians of Azuma ist kein Spiel, sondern viele Spiele in einem, und schafft es dennoch, sich geschlossener und fokussierter anzufühlen als jeder Vorgänger. Wie man es von Rune Factory kennt, steckt das Abenteuer voller Systeme. Man kämpft in Echtzeit gegen Monster, bestellt Felder, kocht Gerichte, stellt Ausrüstung her, baut ganze Dorfbereiche auf, pflegt Beziehungen, heiratet und gründet sogar eine Familie. Die schiere Menge an Inhalten ist enorm und könnte leicht überwältigend wirken. Doch genau hier liegt eine der größten Stärken von Guardians of Azuma. Alles greift sinnvoll ineinander und dient einem übergeordneten Fortschritt.

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Struktur statt Überforderung

Frühere Rune-Factory-Teile hatten oft das Problem, dass ihre Vielzahl an Aktivitäten zwar umfangreich, aber nicht immer sinnvoll miteinander verknüpft war. Guardians of Azuma löst dieses Problem deutlich eleganter. Nahezu jede Nebenaktivität zahlt direkt auf das Hauptspiel ein. Farming verbessert Werte und Ressourcen, Handwerk stärkt den eigenen Kampfstil, soziale Beziehungen schalten neue Quests und Inhalte frei und selbst das Dorfmanagement wirkt sich spürbar auf die Welt aus. Besonders positiv fällt die deutlich klarere Storystruktur auf. Im Gegensatz zu Rune Factory 5, das viele Spieler als ziellos empfanden, weiß man hier fast immer, was als Nächstes zu tun ist. Hauptquests, Nebenaufgaben und optionale Aktivitäten sind sauber voneinander getrennt, ohne sich gegenseitig zu blockieren. Das sorgt für ein angenehmes Spieltempo und verhindert, dass man sich zu sehr verzettelt oder den roten Faden verliert.

Spürbare Verbesserungen im Gameplay

Auch spielerisch fühlt sich Guardians of Azuma wie ein natürlicher Evolutionsschritt an. Die Bedienung wurde an vielen Stellen vereinfacht, ohne an Tiefe zu verlieren. Menüs sind übersichtlicher, Werkzeugwechsel gehen schneller von der Hand und grundlegende Tätigkeiten wie Pflanzen, Ernten, Bauen oder Kochen fühlen sich angenehm flüssig an. Der Kampffokus ist stärker ausgeprägt als in älteren Teilen. Die Action ist dynamisch, gut lesbar und motivierend, ohne dabei in pure Hektik abzudriften. Fortschritt entsteht nicht nur durch Levelaufstiege, sondern vor allem durch kluge Vorbereitung, Ausrüstung und die sinnvolle Nutzung der zahlreichen Systeme. Dadurch bleibt das Spiel auch über viele Stunden hinweg motivierend.

Optisch gehört Guardians of Azuma zu den schönsten Rune-Factory-Spielen. Das japanisch inspirierte Setting wird mit kräftigen Farben, klaren Formen und spürbarer Liebe zum Detail umgesetzt. Die Welt verändert sich sichtbar mit den Jahreszeiten, was sowohl spielerisch als auch atmosphärisch überzeugt. Hinzu kommen hochwertig vertonte Zwischensequenzen, ein stimmiger Soundtrack und eine insgesamt sehr saubere technische Umsetzung auf der PlayStation 5. Die PS5-Version entspricht inhaltlich vollständig der PC-Fassung und läuft stabil, mit kurzen Ladezeiten und klarer Bilddarstellung.

PS5-Version und DLC-Inhalte

Die PlayStation-5-Version enthält sämtliche nachträglich erschienenen Inhalte. Dabei handelt es sich jedoch nicht um klassische Story-Erweiterungen, sondern vor allem um zusätzliche Items, Outfits und neue Areale im Sommerdorf. Diese Inhalte fügen sich gut ins bestehende Spiel ein, entfalten ihren Reiz aber erst relativ spät im Abenteuer. Für Spieler, die Guardians of Azuma bereits auf dem PC intensiv erlebt haben, bietet die PS5-Version daher nur begrenzten Mehrwert. Die zusätzlichen Inhalte sind nett, aber kaum ausreichend, um einen kompletten Neustart zu rechtfertigen. Wer das Spiel jedoch noch gar nicht kennt oder es bisher verpasst hat, erhält hier die aktuell beste und vollständigste Version.

Für wen lohnt sich Guardians of Azuma

Besonders Neueinsteiger profitieren enorm von diesem Ableger. Guardians of Azuma eignet sich hervorragend als Einstieg in die Rune-Factory-Reihe, da es die traditionellen Stärken der Serie mit moderner Struktur und besserer Zugänglichkeit verbindet. Gleichzeitig bietet es genug Tiefe, um auch langjährige Fans über viele Dutzend Stunden zu fesseln. Das Spiel respektiert die Zeit der Spieler, ohne dabei an Umfang zu sparen. Man wird selten gehetzt, selten orientierungslos und fast immer sinnvoll beschäftigt. Gerade diese Balance macht Guardians of Azuma so überzeugend.

Fazit

Rune Factory: Guardians of Azuma ist ein Paradebeispiel dafür, wie eine etablierte Serie wachsen kann, ohne ihre Identität zu verlieren. Das Spiel verbindet Action-RPG, Farming-Simulation und Lebenssimulation zu einem erstaunlich geschlossenen Erlebnis, das motiviert, entspannt und langfristig begeistert. Für PS5-Spieler, die Guardians of Azuma noch nicht kennen, ist der Titel eine klare Empfehlung und ein Pflichtkauf. Wer bereits die PC-Version gespielt hat, bekommt zwar eine saubere Portierung inklusive DLC, aber keinen zwingenden Grund für einen erneuten Durchlauf. Unabhängig davon bleibt Guardians of Azuma eines der besten Rune-Factory-Spiele überhaupt und zeigt eindrucksvoll, wie gut das Konzept heute noch funktionieren kann.

Gesamtwertung: 8/10

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