Montag, Februar 16, 2026
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My Hero Academia: All’s Justice Test/Review PS5

Seit über einem Jahrzehnt gehört My Hero Academia zu den festen Größen im Anime-Universum und damit auch im Lizenzspielmarkt. Kaum eine Anime-Reihe hat so konstant neue Game-Adaptionen hervorgebracht. Mit My Hero Academia: All’s Justice, entwickelt von Byking Inc. und veröffentlicht von Bandai Namco Entertainment, erreicht die Saga nun ihren spielerischen Höhepunkt rund um den finalen Story-Arc. Die große Frage lautet: Liefert All’s Justice das ultimative Plus-Ultra-Erlebnis oder bleibt es ein weiterer solider, aber austauschbarer Anime-Arena-Fighter? Die Antwort liegt irgendwo dazwischen. Und genau dort entfaltet das Spiel seine größte Stärke.

Der Einstieg, direkt ins Chaos

Ohne große Umschweife wirft euch das Spiel in einen spektakulären Auftaktkampf: Deku gegen Shigaraki. Ein Vorgeschmack auf das, was kommt. Die Inszenierung ist wuchtig, das Tempo hoch, die Attacken visuell nah an der Anime-Vorlage. Nach diesem kurzen Prolog landet man im zentralen Hub-Bereich, einer virtuellen Plaza, in der All Might euch begrüßt. Hier startet das eigentliche Spiel und es wird schnell klar, dass All’s Justice deutlich mehr Modi bietet als nur die Kampagne. Die Plaza fungiert als Dreh- und Angelpunkt. Hier lassen sich Modi starten, Outfits wechseln, Charaktere ansprechen und Sammelobjekte entdecken. Für Fans ist das eine kleine Wohlfühloase voller Details und Anspielungen.

Story Mode

Herzstück des Spiels ist die Adaption des Final-War-Arcs. Die Inszenierung erfolgt über ein verzweigtes Storyboard-System, das verschiedene Kämpfe miteinander verknüpft. Man erlebt ikonische Duelle wie:

  • Todoroki gegen Dabi
  • Uraraka gegen Toga
  • Bakugo gegen All For One
  • Deku gegen Shigaraki

Die Präsentation bleibt erfreulich nah an der Vorlage. Animationen, Spezialattacken und Finisher transportieren das typische My-Hero-Pathos mit voller Wucht. Jeder Kampf vermittelt spürbar Wachstum und Charakterentwicklung, ähnlich wie im Anime. Allerdings zieht sich die Inszenierung stellenweise unnötig. Einige Kämpfe sind künstlich in mehrere Phasen mit Zwischensequenzen unterteilt, obwohl die Vorlage das nicht hergibt. Das sorgt für etwas „Dragon-Ball-Z-Pacing“, viel Drama, manchmal etwas zu viel. Ein weiteres Problem: Manche Dialoge laufen während des Kampfes weiter, obwohl das Duell bereits entschieden ist. Hier hätte eine dynamische Zwischensequenz deutlich besser funktioniert.

Kampfsystem: Zugänglich und überraschend tief

All’s Justice bietet zwei Steuerungsmodi: Normal Control richtet sich an Einsteiger. Kombos verketten sich fast automatisch, Spezialangriffe werden unkompliziert ausgelöst. Gerade für jüngere Spieler oder Genre-Neulinge ist das ideal. Manual Control öffnet das System für erfahrene Spieler. Hier wählt man gezielt Kombos, Konter und Quirk-Fähigkeiten aus. Der Wechsel lohnt sich, da sich so deutlich individuellere Spielstile entwickeln lassen.

Ein zentrales Feature ist das Team-System: Statt reiner Assist-Attacken kann man zwischen drei Helden wechseln, inklusive separater Lebensleisten. Mit gefüllter Plus-Ultra-Leiste lassen sich verheerende Ultimate-Angriffe aneinanderreihen. Das sorgt für taktische Dynamik. Man rotiert Teammitglieder, kontert, bricht Grabs ab und plant Finisher-Ketten. Kein Kampf fühlt sich identisch an. Allerdings gibt es kleine Schwächen. Besonders Dekus Blackwhip-Fortbewegung außerhalb der Arena wirkt manchmal unpräzise und frustrierend, da die Reichweite inkonsistent erscheint.

Team-Up Missions

Der wohl interessanteste neue Modus sind die Team-Up Missions. In einer halb offenen Trainingssimulation übernimmt man Aufgaben im Stil von U.A.-Übungen. Missionen bestehen aus Hauptzielen und Nebenaufgaben. Für hohe Wertungen, insbesondere das begehrte S-Ranking, sind taktisches Vorgehen und minimierter Schaden entscheidend. Assist-Charaktere liefern Buffs wie erhöhte Angriffskraft, Heilung oder Schadensreduktion. Gleichzeitig fungieren sie als eine Art Continue-System. Wer verliert, verbraucht einen Assist.

Anfangs motiviert das stark. Mit zunehmender Spielzeit erkennt man jedoch, dass sich Missionen wiederholen und Nebenaufgaben stark ähneln. Der Reiz hält, aber die Sandbox stößt schneller an ihre Grenzen, als man es sich wünschen würde. Für Nostalgiker gibt es Archive Battles mit ikonischen Momenten aus der Serie. Diese Duelle sind oft fordernder als Story-Kämpfe und bieten eine kompakte Herausforderung. Noch mehr Fanservice bietet das Hero’s Diary. Hier erlebt man exklusive, kleine Charakterepisoden rund um Klasse 1-A. Wer emotional in die Serie investiert ist, bekommt hier echten Mehrwert.

Roster & Fanservice

Mit über 60 spielbaren Charakteren ist das Aufgebot beeindruckend. Neben den Hauptfiguren sind auch weniger prominente Helden und Schurken vertreten. Customization spielt eine große Rolle. Outfits, Stimmen, Profile, alles lässt sich anpassen. Besonders spaßig: Deku in Bakugos Outfit antreten lassen. Die Liebe zum Detail ist spürbar. Siegesposen, Animationen, Arena-Design – alles bleibt dem Anime treu.

Optisch überzeugt das Spiel mit cel-shaded Charaktermodellen, kräftigen Farben und dynamischen Effekten. Die Spezialattacken sind echte Highlights. Der Soundtrack ist hervorragend. Heroische Themes, Kampfmusik und ikonische Voice-Lines sorgen für Gänsehaut-Momente. Leider trüben technische Probleme den Eindruck. Auf PS5 treten gelegentlich Frame-Drops und kurze Stotterer auf. Zudem wirken einzelne Voice-Lines – insbesondere von All Might und Todoroki – leicht unpassend oder anders eingesprochen.

Fazit

My Hero Academia: All’s Justice ist kein revolutionärer Arena-Fighter – aber ein verdammt unterhaltsamer. Für Fans der Serie ist es eine liebevolle, umfangreiche und in weiten Teilen gelungene Umsetzung des finalen Story-Arcs. Die Vielzahl an Modi, das starke Roster und das flexible Kampfsystem sorgen für langfristige Motivation. Technische Macken und kleinere Design-Schwächen verhindern jedoch den ganz großen Detroit-Smash-Moment. Trotzdem gilt:
Plus Ultra für Fans.
Für alle anderen ein solider, spaßiger Arena-Fighter mit viel Herz.

Gesamtwertung: 8/10

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