Mit Pragmata bringt Capcom endlich eines seiner geheimnisvollsten Projekte auf die PlayStation 5. Seit der ersten Ankündigung ist viel Zeit vergangen, und entsprechend hoch waren die Erwartungen. Umso erfreulicher ist es, dass sich das Warten gelohnt hat. Pragmata ist kein überladenes Open World Epos, sondern ein fokussiertes Actionspiel mit einer klaren Idee. Genau diese Konzentration auf das Wesentliche sorgt dafür, dass sich das Spiel angenehm frisch anfühlt.
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Zwei Figuren, ein Kampfsystem – Pragmata
Im Mittelpunkt stehen Hugh und die Androidin Diana. Gemeinsam kämpfen sie sich durch eine Mondbasis, die von einer außer Kontrolle geratenen KI übernommen wurde. Die beiden sind jedoch nicht nur erzählerisch verbunden, sondern bilden auch das Herzstück des Gameplays. Während Hugh für Bewegung und Waffen zuständig ist, übernimmt Diana das Hacken der Gegner. Als Spieler steuert man beide gleichzeitig, was zunächst ungewohnt wirkt. Doch sobald sich das System entfaltet, entsteht ein dynamisches und äußerst befriedigendes Zusammenspiel. Das Hacken funktioniert über ein schnelles Mini Spiel, bei dem man sich durch ein Raster navigiert, um Gegner verwundbar zu machen. Gleichzeitig weicht man Angriffen aus und positioniert sich für den nächsten Schuss. Diese Kombination sorgt für ein intensives und taktisches Kampferlebnis.

Das Kampfsystem ist klar die größte Stärke von Pragmata. Jede Begegnung fordert Aufmerksamkeit und schnelles Denken. Unterschiedliche Gegnertypen und Kombinationen sorgen dafür, dass Kämpfe abwechslungsreich bleiben. Mit der Zeit schaltet man neue Waffen und Fähigkeiten frei, die das Gameplay erweitern. Besonders spannend sind die zusätzlichen Hack Optionen, die Gegner einfrieren, manipulieren oder überhitzen lassen. Dadurch entstehen viele kreative Möglichkeiten, Kämpfe zu lösen. Auch das Gunplay selbst überzeugt. Waffen fühlen sich wuchtig an und liefern starkes Feedback. Besonders die kraftvolleren Tools machen jede Konfrontation spürbar intensiver.

Ein Rhythmus, der trägt
Der Spielfluss ist klar strukturiert. Kämpfe stehen im Vordergrund, werden aber durch kleinere Rätsel und Erkundungselemente aufgelockert. Die Kampagne bleibt dabei angenehm kompakt und überschreitet selten die Grenze zur Ermüdung. Trotzdem zeigt sich gegen Ende eine gewisse Wiederholung. Die Grundmechanik bleibt über die gesamte Spielzeit hinweg sehr präsent, wodurch sich einige Abschnitte ähnlich anfühlen. Da das Gameplay jedoch so gut funktioniert, fällt dieser Punkt weniger stark ins Gewicht. Die Spielwelt besteht aus mehreren Bereichen innerhalb der Mondstation, die clever miteinander verbunden sind. Obwohl die Level eher linear aufgebaut sind, gibt es zahlreiche versteckte Wege und optionale Inhalte zu entdecken. Ein zentraler Ort ist der sogenannte Shelter, eine Art Hub, in dem man Ausrüstung verbessert und neue Fähigkeiten freischaltet. Hier wird auch die Beziehung zwischen Hugh und Diana weiter vertieft. Besonders charmant sind kleine Details wie sammelbare Objekte aus der Erde, mit denen Diana interagieren kann. Diese Momente geben dem Spiel eine unerwartet warme Seite und lockern die sonst eher technische Umgebung auf.

Design mit Ideen
Visuell überrascht Pragmata mit mehr Vielfalt als zunächst erwartet. Trotz des Settings auf dem Mond bieten die verschiedenen Bereiche abwechslungsreiche Umgebungen. Dank eines speziellen Materials innerhalb der Spielwelt entstehen sogar künstliche Landschaften, die an Städte oder natürliche Umgebungen erinnern. Diese Ideen sorgen für visuelle Abwechslung und verhindern, dass das Setting eintönig wirkt. Technisch überzeugt das Spiel ebenfalls. Auf der PlayStation 5 läuft Pragmata flüssig und bietet eine stabile Performance. Unterschiedliche Grafikmodi ermöglichen es, zwischen Bildqualität und Framerate zu wählen, ohne große Einbußen hinnehmen zu müssen. Trotz der vielen Stärken gibt es auch einige Schwächen. Das Backtracking kann umständlich sein, da Schnellreisen nicht immer direkt verfügbar sind. Wer gezielt nach Geheimnissen sucht, muss teilweise längere Wege in Kauf nehmen. Auch die Story bleibt hinter ihren Möglichkeiten zurück. Der Einstieg ist spannend und die Grundidee interessant, doch insgesamt fehlt es an emotionaler Tiefe. Die Handlung erfüllt ihren Zweck, bleibt aber selten nachhaltig im Gedächtnis.

Ein weiterer großer Pluspunkt von Pragmata ist das konstante Gefühl von Weiterentwicklung. Das Spiel schafft es, seine Mechaniken Stück für Stück auszubauen, ohne den Spieler zu überfordern. Jede neue Fähigkeit, jede zusätzliche Waffe und jede Erweiterung des Hackingsystems fügt sich sinnvoll in das Gesamtbild ein und sorgt dafür, dass man sich kontinuierlich stärker und vielseitiger fühlt. Gerade diese klare Progression motiviert enorm, da man nicht nur neue Möglichkeiten freischaltet, sondern diese auch direkt in spannenden Kampfsituationen anwenden kann. Dadurch entsteht ein Gameplay Loop, der über viele Stunden hinweg trägt und immer wieder kleine Erfolgsmomente liefert. Gleichzeitig lebt Pragmata stark von seiner Atmosphäre und dem Zusammenspiel seiner beiden Hauptfiguren. Hugh und Diana entwickeln im Verlauf der Geschichte eine glaubwürdige Dynamik, die dem Spiel eine emotionale Ebene verleiht, ohne sich zu sehr in den Vordergrund zu drängen. Besonders die ruhigen Momente im Shelter oder während kleiner Interaktionen sorgen dafür, dass die Beziehung der beiden greifbar wird. Diese Balance aus intensiver Action und leisen Charaktermomenten gibt dem Spiel eine angenehme Tiefe und sorgt dafür, dass es sich nicht nur wie ein reines Actionerlebnis anfühlt, sondern wie ein durchdachtes Abenteuer mit Herz.

Fazit zu Pragmata
Pragmata ist ein starkes Actionspiel, das sich durch seine ungewöhnliche Spielmechanik und klare Fokussierung auszeichnet. Das Zusammenspiel von Hacken und Kämpfen sorgt für ein frisches Erlebnis, das sich angenehm von anderen Genrevertretern abhebt. Auch wenn die Story nicht ganz mithalten kann und sich gegen Ende leichte Wiederholungen einschleichen, überzeugt das Spiel durch sein Gameplay und seine durchdachte Struktur. Wer auf innovative Action und ein kompaktes Abenteuer setzt, bekommt hier ein Spiel, das genau weiß, was es sein will und das konsequent umsetzt.

