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Guilty Gear Strive Version 2.0 PS5 Test/Review

Mit Guilty Gear Strive Version 2.0 zeigt Arc System Works eindrucksvoll, warum die Reihe seit Jahrzehnten zu den wichtigsten Fighting Games überhaupt gehört. Statt nur kleinere Anpassungen vorzunehmen, fühlt sich dieses große Update fast wie eine komplette Neuerfindung an. Strive bleibt unverkennbar Guilty Gear, öffnet sich aber gleichzeitig stärker für neue Spieler und modernisiert viele Systeme, ohne die kompromisslose Identität der Serie aufzugeben. Das Ergebnis ist ein Fighting Game, das gleichermaßen spektakulär aussieht, fantastisch klingt und spielerisch enorm viel Tiefe bietet. Gleichzeitig verlangt es seinen Spielern aber auch einiges ab.

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Anime trifft Rockkonzert

Schon optisch gehört Guilty Gear Strive Version 2.0 weiterhin zu den beeindruckendsten Fighting Games überhaupt. Die Mischung aus 2D-Anime-Look und moderner 3D-Technik funktioniert nahezu perfekt. Jede Figur ist voller Details animiert, jede Bewegung wirkt flüssig und dynamisch, und die Kämpfe besitzen eine Wucht, die man in diesem Genre nur selten erlebt. Besonders die Kameraführung sorgt dafür, dass jeder Treffer enorme Wirkung entfaltet. Wenn ein Kampf durch einen Wall Break plötzlich in einen neuen Bereich übergeht und die Arena förmlich explodiert, entsteht ein unglaubliches Gefühl von Geschwindigkeit und Intensität. Das Spiel wirkt dadurch fast wie ein interaktiver Anime-Film. Auch die Charakterdesigns bleiben ein absolutes Highlight. Figuren wie Sol Badguy, Ky Kiske oder Happy Chaos besitzen enorm viel Persönlichkeit und Wiedererkennungswert. Jeder Kämpfer wirkt einzigartig und bringt einen eigenen Stil mit. Was Guilty Gear Strive allerdings endgültig von vielen Konkurrenten abhebt, ist der Soundtrack. Die Rockmusik treibt jeden Kampf mit enormer Energie nach vorne und passt perfekt zur aggressiven Spielweise. Die Songs wirken laut, wild und gleichzeitig unglaublich motivierend. Zusammen mit den Soundeffekten entsteht eine Atmosphäre, die sich anfühlt wie ein Metal-Konzert mitten in einem Anime-Schlachtfeld. Gerade in intensiven Online-Duellen sorgt die Musik dafür, dass jeder Kampf noch emotionaler und dramatischer wirkt.

Ein Kampfsystem mit Anspruch

Spielerisch bleibt Guilty Gear Strive Version 2.0 ein anspruchsvolles Fighting Game, auch wenn es zugänglicher geworden ist als frühere Serienteile. Das Spiel belohnt keine planlosen Tastenkombinationen. Timing, Präzision und defensive Entscheidungen spielen eine enorme Rolle. Gerade zu Beginn kann das Kampfsystem deshalb überwältigend wirken. Bewegungen müssen bewusst ausgeführt werden, Konter wollen gelernt sein und selbst kleine Fehler werden oft hart bestraft. Zum Glück investiert das Spiel viel Mühe in seine Lernsysteme. Tutorials, Trainingsmodus und Missionen erklären die Mechaniken überraschend ausführlich und führen Schritt für Schritt in die komplexeren Systeme ein. Wer sich die Zeit nimmt, wird mit einem Kampfsystem belohnt, das unglaublich befriedigend funktioniert. Hat man den Einstieg geschafft, entfaltet Guilty Gear Strive seine wahre Stärke. Kombos fühlen sich flüssig an, Bewegungen präzise und jeder Sieg verdient. Eine der spannendsten Mechaniken bleibt der Wall Break. Statt Gegner dauerhaft in die Ecke zu drängen, können starke Kombos die Arena regelrecht zerstören und beide Kämpfer in einen neuen Bereich befördern. Dadurch verändern sich Dynamik und Tempo eines Kampfes ständig. Matches fühlen sich weniger statisch an und bleiben aggressiv und beweglich. Diese Mechanik sorgt außerdem dafür, dass offensive Spielweisen besonders belohnt werden. Gerade auf höherem Niveau entstehen dadurch spektakuläre Situationen, in denen Momentum und Positionierung permanent wechseln.

Viel Inhalt für Solo-Spieler

Auch abseits der Online-Kämpfe bietet Guilty Gear Strive überraschend viele Inhalte. Der Arcade-Modus erzählt für jeden Charakter eigene Geschichten und bietet alternative Verläufe abhängig von der eigenen Leistung. Besonders kreativ fällt der Digital Figure Mode aus. Hier können Spieler Szenen mit Figuren, Effekten und Posen erstellen. Das hat zwar keinen Einfluss auf das Gameplay, zeigt aber, wie viel Liebe zum Detail im Spiel steckt. Hinzu kommt der Combo Maker, mit dem Spieler eigene Kombos erstellen und online teilen können. Dadurch entsteht fast schon eine kleine Community innerhalb des Trainingsmodus, was besonders für ambitionierte Spieler interessant ist. Das Duel Tower-System versucht, Spieler nach ihrem Können einzuordnen. Grundsätzlich funktioniert dieses System gut und sorgt dafür, dass Anfänger nicht sofort gegen absolute Profis antreten müssen. Allerdings gibt es einen großen Haken: Wer online kompetitiv spielen möchte, benötigt auf der PlayStation 5 beziehungsweise PlayStation 4 ein aktives PlayStation Plus-Abonnement. Das mag heutzutage Standard sein, bleibt aber trotzdem ärgerlich, besonders weil Guilty Gear Strive stark vom Multiplayer lebt. Wer langfristig online spielen möchte, muss also zusätzlich investieren. Überhaupt kann Guilty Gear Strive Version 2.0 mit der Zeit teuer werden. Das Grundspiel bietet bereits viel Inhalt, doch zahlreiche zusätzliche Charaktere sind hinter Season Passes versteckt. Gerade Fans der Reihe werden früher oder später kaum darum herumkommen, diese Inhalte nachzukaufen. Dadurch summieren sich die Kosten deutlich schneller, als man zunächst erwartet. Für Hardcore-Spieler mag das akzeptabel sein. Gelegenheitsspieler könnten sich dagegen abgeschreckt fühlen.

Story mit viel Guilty-Gear-Lore

Die Geschichte dient gleichzeitig als Abschluss eines langen Handlungsbogens innerhalb der Serie. Im Mittelpunkt steht der finale Konflikt rund um Sol Badguy und Asuka R. Kreutz. Fans der Reihe bekommen hier viele Antworten und emotionale Momente geboten. Neue Spieler dürften allerdings Schwierigkeiten haben, der komplexen Lore vollständig zu folgen. Guilty Gear war schon immer bekannt für seine extrem dichte Hintergrundgeschichte, und Version 2.0 macht hier keine Ausnahme. Wer sich darauf einlässt, erlebt aber ein überraschend emotionales Finale für einige der wichtigsten Figuren der Reihe. Technisch präsentiert sich Guilty Gear Strive Version 2.0 in hervorragender Form. Die Performance bleibt stabil, die Ladezeiten sind kurz und die Animationen laufen butterweich. Besonders beeindruckend bleibt, wie sauber das Spiel trotz seines chaotischen Looks funktioniert. Selbst in hektischen Situationen bleibt das Geschehen klar lesbar. Auch das Rollback-Netcode-System sorgt online für stabile Matches und gehört mittlerweile zu den wichtigsten Qualitätsmerkmalen moderner Fighting Games.

 

Fazit

Guilty Gear Strive Version 2.0 ist ein hervorragendes Fighting Game, das Stil, Technik und Gameplay nahezu perfekt miteinander verbindet. Das Spiel sieht fantastisch aus, klingt großartig und bietet ein Kampfsystem mit enormer Tiefe. Gleichzeitig verlangt es seinen Spielern aber Geduld, Lernbereitschaft und teilweise auch finanzielle Investitionen ab. Gerade die zusätzlichen Kosten für DLCs und Online-Funktionen können abschreckend wirken. Wer bereit ist, sich darauf einzulassen, bekommt allerdings eines der besten Fighting Games der aktuellen Generation und einen der stilvollsten Prügler überhaupt.

Gesamtwertung: 8/10

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