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EA Sports UFC 6 Test/Review

Unzählige Trainingseinheiten, blutige Knöchel, gebrochene Nasen, Narben und Rückschläge gehören ebenso zum Sport wie der Moment, in dem ein Champion den Gürtel in die Höhe streckt. Genau diese Seite des Sports möchte EA Sports UFC 6 einfangen. Und das gelingt dem neuesten Ableger der Reihe erstaunlich gut. Mit einem beeindruckenden Kader aus aktuellen Stars und Legenden, zwei umfangreichen Karrieremodi und einer liebevoll inszenierten Hommage an einige der größten Namen der UFC schafft es UFC 6, die Faszination des Sports greifbarer zu machen als je zuvor. Gleichzeitig entfernt sich das Spiel aber an einigen Stellen weiter von der realen MMA-Erfahrung, als es vielen Fans lieb sein dürfte.

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Flow State sorgt für Diskussionen

Die größte Neuerung hört auf den Namen Flow State. Dahinter verbirgt sich eine Art temporärer Power-Modus, der durch bestimmte Aktionen im Kampf aufgeladen wird. Je nach Kämpfer geschieht dies auf unterschiedliche Weise. Grappler wie Islam Makhachev profitieren von erfolgreichen Submission-Ketten, während Striker ihren Flow durch präzise Trefferfolgen aufbauen. Ist die Leiste gefüllt, kann der Modus aktiviert werden und gewährt spürbare Vorteile im Kampf. In der Theorie soll dies den berühmten „Flow-Zustand“ erfolgreicher Athleten darstellen. In der Praxis fühlt sich das System jedoch oft wie ein Fremdkörper an. Während die UFC-Reihe bisher stets auf eine vergleichsweise realistische Darstellung setzte, erinnert Flow State eher an eine Mechanik aus einem Arcade-Fighter. Besonders online entwickelt sich dadurch häufig ein Wettrennen darum, wer seinen Balken zuerst füllt. Das sorgt zwar für zusätzliche Dynamik, nimmt den Kämpfen aber auch ein Stück ihrer Authentizität.

Das Kampfsystem bleibt das Herzstück

Abseits dieser umstrittenen Neuerung liefert UFC 6 erneut eines der besten Kampfsysteme im Sportspielgenre ab. Die Kämpfe wirken noch wuchtiger als im Vorgänger. Jeder Treffer hinterlässt sichtbare Spuren. Platzwunden öffnen sich, Schweiß spritzt durch die Luft und die Gesichter der Kämpfer verwandeln sich Runde für Runde in blutige Kunstwerke. Auch technisch hat EA Vancouver nachgebessert. Die teilweise bizarren Animationen und Körperverrenkungen aus UFC 5 treten deutlich seltener auf. Das Resultat sind glaubwürdigere und flüssigere Kämpfe, die besonders bei längeren Schlagabtauschen überzeugen. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase entfaltet das Kampfsystem erneut seine enorme Tiefe. Wer Timing, Distanzmanagement und die verschiedenen Kampfstile beherrscht, wird mit spannenden und taktischen Duellen belohnt.

Hall of Legends ist das große Highlight

Der eigentliche Star von UFC 6 ist jedoch der neue Modus Hall of Legends. Hier erleben Spieler die Karrieren und wichtigsten Kämpfe von Max Holloway, Alex Pereira und Zhang Weili nach. Dabei werden legendäre Momente nicht einfach nur nachgespielt, sondern mit Videos, Hintergrundinformationen und speziellen Herausforderungen inszeniert. Besonders Fans der UFC werden hier voll auf ihre Kosten kommen. Die Geschichten vermitteln eindrucksvoll, warum diese Athleten zu Ikonen ihres Sports geworden sind. Die detailverliebte Präsentation macht Hall of Legends zu einem der besten Einzelspieler-Modi, die die Reihe bislang hervorgebracht hat.

Auch die Karriere wurde erweitert. Neben dem klassischen UFC-Karrieremodus gibt es nun mit The Legacy eine zweite Kampagne. Hier schlüpfen Spieler in die Rolle von Chris Carter, einem Außenseiter mit großen Ambitionen. Rivalitäten, Rückschläge und persönliche Geschichten sorgen dafür, dass man deutlich stärker emotional eingebunden wird als in den bisherigen Karrieren der Reihe. Der klassische UFC-Karrieremodus bleibt weiterhin erhalten und profitiert ebenfalls von zahlreichen Verbesserungen. Die zusätzliche Story-Kampagne sorgt jedoch für deutlich mehr Abwechslung und Motivation.

The Gym wirkt überflüssig

Weniger gelungen ist dagegen der neue Modus The Gym. Hier sammeln Spieler Kämpfer und trainieren diese, um kosmetische Belohnungen freizuschalten. Das Problem dabei: Der eigentliche Nutzen bleibt überschaubar. Neue Shorts, Profilbilder oder Gürtel sind nette Extras, beeinflussen das eigentliche Spielerlebnis jedoch kaum. Im Vergleich zu den starken Karriere-Modi wirkt The Gym eher wie eine Beschäftigungstherapie für Sammler.  Audiovisuell bleibt UFC 6 auf einem sehr hohen Niveau. Die Kämpfer sehen hervorragend aus, die Arenen sind authentisch umgesetzt und die Atmosphäre während der Events fängt die UFC-Lizenz perfekt ein. Besonders die Zwischensequenzen in Hall of Legends und The Legacy zeigen, wie viel Mühe EA Vancouver in die Inszenierung gesteckt hat. Die Sprecherleistungen sind überzeugend und verleihen den Geschichten zusätzliche Glaubwürdigkeit.

Fazit

EA Sports UFC 6 erzählt die Geschichten hinter den Kämpfern besser als jeder Vorgänger. Hall of Legends und The Legacy gehören zu den stärksten Einzelspieler-Erfahrungen, die die Serie bislang hervorgebracht hat, und verleihen dem Spiel eine emotionale Ebene, die weit über das reine Kämpfen hinausgeht. Zwar sorgen Flow State und der eher belanglose The-Gym-Modus für einige Diskussionen und treffen nicht jeden Geschmack, doch das starke Kampfsystem, die verbesserte Präsentation und die gelungene Hommage an die Geschichte der UFC machen UFC 6 dennoch zu einem hervorragenden MMA-Spiel. Wer sich für Mixed Martial Arts interessiert, bekommt hier nicht nur spannende Kämpfe, sondern auch einen eindrucksvollen Blick auf die Menschen hinter den Handschuhen.

Gesamtwertung: 8.5/10

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