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Assassin’s Creed Black Flag Resynced Test/Review

Kaum ein Assassin’s Creed polarisiert bis heute so sehr wie Assassin’s Creed IV: Black Flag. Für viele Fans ist es der Höhepunkt der Reihe, andere kritisierten bereits 2013 die starren Missionen, unzähligen Beschattungsaufgaben und den Fokus auf Piraten statt Assassinen. Dreizehn Jahre später kehrt Edward Kenways Abenteuer als Assassin’s Creed Black Flag Resynced zurück – und Ubisoft Montreal hat genau an den richtigen Stellschrauben gedreht. Anstatt lediglich die Grafik aufzupolieren, überarbeitet das Remake zahlreiche Gameplay-Systeme, modernisiert das Kampfsystem und streicht einige der größten Kritikpunkte des Originals. Das Ergebnis ist nicht nur die bislang beste Version von Black Flag, sondern eines der gelungensten Assassin’s-Creed-Remakes überhaupt.

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Edward Kenway bleibt das Herzstück

Die Geschichte selbst bleibt weitgehend unverändert. Ihr schlüpft erneut in die Rolle von Edward Kenway, einem charismatischen Freibeuter, der eher zufällig in den Konflikt zwischen Assassinen und Templern hineingerät. Nachdem er einen Templer tötet und dessen Identität übernimmt, verschlägt es ihn als Kapitän der Jackdaw quer durch die Karibik. Sein eigentliches Ziel ist denkbar simpel: Reichtum anhäufen und zu seiner Frau Caroline zurückkehren. Doch natürlich geraten Machtkämpfe, legendäre Piraten und die Suche nach dem geheimnisvollen Observatorium zunehmend in den Mittelpunkt. Die Begegnungen mit historischen Persönlichkeiten wie Blackbeard, Anne Bonny, Charles Vane oder Ben Hornigold gehören nach wie vor zu den großen Highlights der Geschichte. Edward selbst bleibt einer der sympathischsten und glaubwürdigsten Protagonisten der gesamten Reihe.

Die größten Schwächen wurden beseitigt

Der wohl wichtigste Unterschied zum Original zeigt sich bereits nach wenigen Stunden. Die berüchtigten Verfolgungs- und Belauschungsmissionen wurden massiv entschärft oder komplett entfernt. Gerade diese Missionstypen gehörten damals zu den größten Kritikpunkten und unterbrachen regelmäßig den Spielfluss. Noch wichtiger: Wird man heute entdeckt, endet die Mission nicht mehr automatisch mit einer „Desynchronisiert“-Meldung. Stattdessen kann man improvisieren und sich aus brenzligen Situationen herauskämpfen. Das macht viele Missionen deutlich dynamischer und verhindert unnötigen Frust. Komplett gestrichen wurden außerdem die modernen Abstergo-Sequenzen in der Ego-Perspektive. Dadurch verbringt man praktisch das gesamte Spiel als Edward Kenway, was das Erzähltempo spürbar verbessert.

Auch spielerisch orientiert sich Black Flag Resynced deutlich stärker an den modernen Serienteilen. Das Kampfsystem basiert sichtbar auf den Mechaniken von Assassin’s Creed Shadows, verzichtet aber bewusst auf Rollenspiel-Ballast. Es gibt keine Schadenszahlen, keine künstlichen Levelgrenzen und keine Gegner, die aufgrund ihres Levels plötzlich unbesiegbar erscheinen. Stattdessen stehen flüssige Nahkämpfe im Vordergrund. Edward kann Angriffe parieren, Gegner mit Tritten aus dem Gleichgewicht bringen, Beine wegziehen oder schnelle Hinrichtungen ausführen. Hinzu kommen klassische Werkzeuge wie Blasrohr, Seilpfeil, Pistolen und natürlich die versteckte Klinge. Auch Eagle Vision kehrt zurück und erlaubt es, feindliche Lager vorab auszukundschaften und Ziele zu markieren. Das Zusammenspiel aus modernen Animationen und klassischen Assassin-Mechaniken fühlt sich hervorragend an und schafft den Spagat zwischen Nostalgie und zeitgemäßem Gameplay.

Wunderschöne Karibik

Grafisch präsentiert sich Black Flag Resynced komplett überarbeitet. Dank der aktuellen Anvil-Engine, die bereits bei Assassin’s Creed Shadows zum Einsatz kam, gehört die Karibik zu den schönsten Spielwelten, die Ubisoft bislang erschaffen hat. Dichte Dschungel, lebendige Hafenstädte, türkisblaues Wasser und beeindruckende Wettereffekte sorgen dafür, dass nahezu jeder Inselbesuch zum kleinen Postkartenmoment wird. Besonders auf See entfaltet das Spiel seine größte Stärke. Gewaltige Wellen, Sonnenuntergänge und tobende Stürme verleihen jeder Überfahrt eine beeindruckende Atmosphäre. Auch die Städte wirken deutlich lebendiger. Händler, Soldaten, Piraten und Zivilisten bevölkern die Straßen und lassen die Spielwelt glaubwürdiger erscheinen als je zuvor. Nicht alle Bereiche wurden jedoch grundlegend verändert. Die Seeschlachten bleiben weitgehend unverändert und gehören nach wie vor zu den spielbestimmenden Elementen. Zwar machen sie auch heute noch enorm viel Spaß, doch gerade stärkere Kriegsschiffe können den Spielfluss gelegentlich ausbremsen, wenn sie plötzlich den Weg blockieren. Auch das vollständige Aufrüsten der Jackdaw verlangt weiterhin einiges an Ressourcen und Geld. Wer sämtliche Kanonen, Panzerungen und Verbesserungen freischalten möchte, muss nach wie vor viel Zeit mit Entermanövern und Handelskonvois verbringen. Dennoch gehört gerade dieser stetige Fortschritt zu den motivierendsten Langzeitzielen des Spiels.

Neue Inhalte erweitern das Abenteuer

Ubisoft beschränkt sich nicht auf technische Verbesserungen. Black Flag Resynced enthält rund sechs Stunden neuer Inhalte. Dazu gehören zusätzliche Questreihen sowie die sogenannten Rifts, alternative Animus-Szenarien, die verschiedene „Was wäre wenn?“-Geschichten erzählen. Hier erlebt ihr beispielsweise, wie sich Edwards Leben entwickelt hätte, wenn er Caroline tatsächlich nach zwei Jahren wieder besucht hätte oder welche Folgen ein dauerhaft von Blackbeard regiertes Nassau gehabt hätte. Diese alternativen Geschichten erweitern das Universum sinnvoll und bieten selbst Veteranen noch frische Inhalte. Musikalisch überzeugt Black Flag Resynced ebenfalls. Brian Tylers legendärer Soundtrack wurde um neue Kompositionen von Woodkid ergänzt und passt perfekt zur Piratenatmosphäre. Besonders während längerer Seereisen entfalten die neuen und klassischen Seemannslieder ihre volle Wirkung und sorgen dafür, dass selbst längere Fahrten nie langweilig werden. Auch die englische Synchronisation bleibt hervorragend und trägt maßgeblich zur starken Inszenierung bei.

Fazit

Assassin’s Creed Black Flag Resynced zeigt eindrucksvoll, wie ein gelungenes Remake aussehen sollte. Ubisoft hat nicht einfach nur die Grafik modernisiert, sondern konsequent die größten Schwächen des Originals beseitigt. Die überarbeiteten Missionen, das modernisierte Kampfsystem und die wunderschöne Präsentation machen Edward Kenways Abenteuer heute besser spielbar als jemals zuvor. Zwar wirken die Seeschlachten und das Ressourcen-Grinding stellenweise noch etwas altmodisch, doch angesichts der zahlreichen Verbesserungen fallen diese Kritikpunkte kaum ins Gewicht. Für Neueinsteiger ist Black Flag Resynced der perfekte Einstieg in eines der beliebtesten Assassin’s-Creed-Abenteuer. Veteranen erhalten dagegen endlich die Version, die viele sich bereits 2013 gewünscht hätten.

Gesamtwertung: 9/10

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