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LEGO Pokémon: Ultimativer Showdown zwischen Glurak und Blitza 72167 Test/Review

Mit dem LEGO Pokémon 72167 SMART Play: Ultimativer Showdown zwischen Glurak und Blitza erweitert LEGO seine noch junge SMART-Play-Reihe um zwei der bekanntesten Pokémon der ersten Generation. Neben dem klassischen Bauspaß soll vor allem der interaktive Kampf zwischen Glurak und Blitza für zusätzlichen Spielwert sorgen. Bewegungen werden erkannt, Angriffe lösen entsprechende Reaktionen aus und eine integrierte Lebensanzeige entscheidet am Ende über Sieg und Niederlage. Ergänzt wird das Duell durch einen Trainingsmodus und verschiedene SMART Tags. Im Test zeigt sich schnell, dass LEGO das Konzept bei Pokémon deutlich überzeugender umsetzt als beim zuvor von uns getesteten SMART-Play-Set rund um Darth Vaders TIE Fighter. Zwar ist auch das Kampfsystem nicht frei von Wiederholungen, durch die Kombination aus Bewegungserkennung, Sounds, Lebenspunkten und den beiden miteinander kommunizierenden Pokémon entsteht jedoch ein wesentlich stärkerer spielerischer Ansatz.

Bezeichnung Ultimativer Showdown zwischen Glurak und Blitza
Art.-Nummer 72167
Teileanzahl 958
Alter 12+
Verfügbarkeit ab sofort
UVP 119,99 €
Minifiguren nein
Sticker enthalten? nein
Bedruckte Steine? ja
Anleitung gedruckt
Bauzeit 2-3 Stunden

Zwei Pokémon und jede Menge Technik

Das LEGO Pokémon 72167 SMART Play: Ultimativer Showdown zwischen Glurak und Blitza richtet sich laut Hersteller an Kinder ab acht Jahren und besteht aus 751 Teilen. Herzstück des Sets sind natürlich die beiden baubaren Pokémon Glurak und Blitza, die jeweils mit einem eigenen SMART Brick ausgestattet werden. Hinzu kommen vier SMART Tags, ein gemeinsames Ladegerät sowie eine kleine Trainingsstation. Der entscheidende Unterschied zu einfacheren SMART-Play-Sets liegt darin, dass die beiden Pokémon nicht unabhängig voneinander agieren. Ihre SMART Bricks können miteinander kommunizieren und gleichzeitig Bewegungen, Ausrichtung, Farben sowie die verschiedenen SMART Tags erkennen.

Dadurch entsteht ein interaktives Kampfsystem, bei dem Aktionen des einen Pokémon unmittelbar Einfluss auf das andere haben. LEGO gibt die Laufzeit der SMART Bricks mit rund 45 Minuten pro vollständiger Ladung an. Für eine normale Spielsitzung reicht das problemlos aus. Geladen werden die beiden elektronischen Elemente über die mitgelieferte Ladestation. Die optionale LEGO SMART Assist App wird für das eigentliche Spielen nicht benötigt. Sie dient hauptsächlich der Einrichtung, Fehlerbehebung und Installation neuer Firmware. Das ist eine wichtige Entscheidung, denn das Smartphone bleibt dadurch bewusst im Hintergrund. Gespielt wird tatsächlich mit den gebauten Modellen und nicht auf einem Bildschirm.

Aufbau und Qualität

In der Verpackung befinden sich insgesamt sieben Papierbeutel. Vier davon werden für Glurak benötigt, ein weiterer enthält die Trainingsumgebung und die letzten beiden Beutel sind Blitza vorbehalten. Auch die Bauanleitung folgt dieser Aufteilung, wodurch der Aufbau angenehm strukturiert bleibt. Für das komplette Set benötigten wir im Test etwa 90 bis 120 Minuten. Damit bleibt der Aufbau überschaubar, bietet aber trotzdem genug Substanz, um nicht wie ein kurzer Vorspann für die elektronischen Funktionen zu wirken. Besonders erfreulich ist der vollständige Verzicht auf Sticker. Sämtliche wichtigen Details werden über bedruckte Elemente dargestellt. Das erleichtert nicht nur den Aufbau, sondern sorgt langfristig für eine deutlich hochwertigere Optik. Die ersten vier Bauabschnitte gehören Glurak. Ausgehend vom Körper werden zunächst Beine, Arme und Schwanz ergänzt, bevor Kopf und Flügel folgen. Trotz der Altersfreigabe ab acht Jahren verwendet LEGO immer wieder interessante Bautechniken. Gerade die organischen Formen des Pokémon verlangen nach kreativen Lösungen.

Anschließend entsteht die kleine Trainingsstation mit beweglichen Zielen und integriertem SMART Tag. Die letzten beiden Beutel gehören schließlich Blitza. Hier wird zunächst der kompakte Körper samt Kopf gebaut, bevor Beine und Schwanz das Modell vervollständigen. Interessant ist vor allem die Integration der SMART Bricks. Die Elektronik wird nicht einfach sichtbar auf die Modelle gesetzt. Stattdessen entfernt man bestimmte Platzhalterelemente und setzt die SMART Bricks tief in die Körper der Pokémon ein. Anschließend verschwinden sie weitgehend innerhalb der Konstruktion. Von außen lässt sich deshalb kaum erkennen, dass sich überhaupt Elektronik im Inneren befindet. Gleichzeitig merkt man beim Aufbau, dass beide Modelle von Anfang an für aktives Spielen entwickelt wurden. Die Konstruktionen sind ausgesprochen stabil und überstehen auch schnellere Bewegungen, ohne dass ständig einzelne Elemente abfallen.

SMART Play zeigt bei Pokémon sein Potenzial

Der eigentliche Höhepunkt beginnt jedoch erst nach dem Aufbau. Beide SMART Bricks erkennen Bewegungen zuverlässig und begleiten sie mit passenden Soundeffekten. Besonders schön ist die akustische Gestaltung. Viele Geräusche erinnern bewusst an die klassischen Pokémon-Spiele und erzeugen dadurch einen charmanten Retrocharakter. Noch interessanter wird es, sobald Glurak und Blitza gegeneinander antreten. Um den Kampfmodus zu starten, müssen beide Pokémon zunächst entsprechend bewegt beziehungsweise geschüttelt werden. Bei Blitza funktioniert das problemlos. Glurak ist aufgrund seiner Größe und seines schweren Schwanzes etwas schwieriger zu handhaben. Nach erfolgreicher Aktivierung ertönt die bekannte Pokémon-Kampfmusik und das Duell beginnt.

Nun müssen beide Spieler bestimmte Bewegungen mit ihren Pokémon ausführen, um Attacken auszulösen. Anfangs ist nicht immer sofort ersichtlich, welche Bewegungen das System als Angriff interpretiert. Einige Proberunden sind deshalb notwendig. Hat man die Bewegungsabläufe erst einmal verinnerlicht, funktioniert die Erkennung jedoch erstaunlich zuverlässig. Besonders gelungen ist die Lebensanzeige. Der SMART Brick visualisiert den Zustand des jeweiligen Pokémon über unterschiedliche Farben. Grün bedeutet, dass noch ausreichend Lebenspunkte vorhanden sind. Mit zunehmendem Schaden wechselt die Anzeige über Gelb bis hin zu Rot. Dadurch ist jederzeit unmittelbar erkennbar, welches Pokémon gerade die besseren Chancen besitzt.

Gleichzeitig reagieren die beiden SMART Bricks direkt aufeinander, wodurch tatsächlich das Gefühl eines kleinen Pokémon-Kampfes entsteht. Nach der Niederlage ist die Runde noch nicht vollständig vorbei. Das geschlagene Pokémon kann mit dem im Set enthaltenen Trank geheilt werden. Auch diese Aktion wird vom System erkannt und mit entsprechenden Geräuschen begleitet. Anschließend kann praktisch sofort der nächste Kampf beginnen. Genau an dieser Stelle zeigt SMART Play erstmals wirklich, welches Potenzial in der Technik steckt. Es werden nicht einfach nur Geräusche abgespielt. Die Elektronik unterstützt eine konkrete Spielmechanik mit Regeln, Lebenspunkten und einem Gewinner.

Kurze Kämpfe mit hohem Spaßfaktor

Eine Partie dauert im Test meistens zwischen einer und zwei Minuten. Das ist angenehm kurz und ermöglicht schnelle Duelle, offenbart gleichzeitig aber auch die größte Schwäche des Systems. Die Zahl der unterschiedlichen Aktionen ist überschaubar. Nach einigen Kämpfen wiederholen sich zwangsläufig dieselben Bewegungen und Abläufe. Ein komplexes Kampfsystem mit verschiedenen Attackentypen, Statuswerten oder taktischen Entscheidungen sollte man deshalb nicht erwarten. Trotzdem macht das Ganze erstaunlich viel Spaß.

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Mehr Informationen

Der entscheidende Unterschied liegt in der unmittelbaren Rückmeldung. Man bewegt Glurak, hört eine Attacke und sieht anschließend, wie sich der Zustand von Blitza verändert. Das gegnerische Pokémon reagiert direkt darauf und antwortet mit einer eigenen Aktion. Genau diese Verbindung zwischen physischem Spielzeug und digitaler Reaktion funktioniert ausgesprochen gut. Vor allem Kinder dürften wesentlich länger Freude an den Duellen haben als Erwachsene, die das System vermutlich relativ schnell durchschauen. Zusätzlich steht eine Trainingsstation zur Verfügung. Hier können die Pokémon verschiedene Bewegungen ausführen und mit den entsprechenden Elementen interagieren. Das Training verändert allerdings nicht die Werte für spätere Kämpfe. Es handelt sich deshalb eher um einen zusätzlichen Spielmodus als um ein echtes Fortschrittssystem.

Deutlich besser als Darth Vaders TIE Fighter

Besonders interessant ist der direkte Vergleich mit LEGO Star Wars 75421 SMART Play Darth Vaders TIE Fighter. Dort funktionierte die Technik grundsätzlich ebenfalls gut. Bewegungen des TIE Fighters wurden erkannt und mit Motorengeräuschen oder Blastereffekten begleitet. Weitere SMART Elemente ermöglichten Reparaturen oder das Auftanken des Raumschiffs. Das Problem bestand allerdings darin, dass viele dieser Aktionen keinen wirklichen Zweck hatten. Man löste einen Effekt aus und hörte anschließend einen passenden Sound.

Pokémon geht einen entscheidenden Schritt weiter. Glurak und Blitza besitzen ein gemeinsames Spielziel. Beide kämpfen gegeneinander, verursachen Schaden und verlieren Lebenspunkte. Am Ende gibt es einen klaren Gewinner. Dadurch bekommt jede Bewegung einen konkreten Sinn. Genau deshalb fühlt sich SMART Play hier erstmals weniger wie ein technisches Gimmick und stärker wie eine tatsächliche Erweiterung des klassischen LEGO Spielens an.

Fazit

Mit dem LEGO Pokémon 72167 SMART Play: Ultimativer Showdown zwischen Glurak und Blitza zeigt LEGO, wie gut die neue Technologie funktionieren kann, wenn sie konsequent mit dem jeweiligen Thema verbunden wird. Bereits ohne Elektronik überzeugen beide Pokémon. Glurak und Blitza sehen hervorragend aus, besitzen zahlreiche bewegliche Elemente und behalten durch den Einsatz vieler klassischer Bausteine eine starke LEGO Identität. Die komplett bedruckten Elemente und die gelungenen Stoffflügel von Glurak unterstreichen den hochwertigen Eindruck zusätzlich. Der eigentliche Star bleibt jedoch SMART Play. Bewegungen werden zuverlässig erkannt, Soundeffekte reagieren unmittelbar auf die Aktionen der Spieler und die Kommunikation zwischen den beiden SMART Bricks ermöglicht einen echten Kampf mit Lebenspunkten und Gewinner. Natürlich besitzt das System Grenzen.

Die Duelle dauern lediglich ein bis zwei Minuten und nach mehreren Runden wiederholen sich die möglichen Aktionen zunehmend. Auch der Trainingsmodus erweitert das System nur begrenzt. Ein komplexes Pokémon-Kampfsystem sollte deshalb niemand erwarten. Trotzdem funktioniert die Kombination erstaunlich gut und deutlich besser als beim zuvor getesteten Darth Vader TIE Fighter. Während SMART Play dort hauptsächlich zusätzliche Geräusche erzeugte, ist die Technologie bei Pokémon ein zentraler Bestandteil des eigentlichen Spielprinzips.

Der größte Kritikpunkt bleibt der Preis. Mit einer UVP von 119,99 Euro ist das Set für 751 Teile zweifellos teuer. Allerdings stecken zwei SMART Bricks, vier SMART Tags, die Ladetechnik und damit vergleichsweise viel Elektronik in der Verpackung. Für Käufer, die lediglich zwei schöne LEGO Pokémon suchen, ist der Aufpreis schwer zu rechtfertigen. Wer die interaktiven Funktionen tatsächlich nutzt, erhält dagegen deutlich mehr als ein klassisches Displayset. Vor allem für Kinder und Pokémon-Fans entwickelt SMART Play hier einen echten Mehrwert. Bauen, trainieren, kämpfen, heilen und anschließend direkt wieder antreten funktioniert erstaunlich intuitiv und transportiert das Grundprinzip der Videospiele überzeugend in die Welt der Klemmbausteine. Damit ist LEGO Pokémon 72167 SMART Play: Ultimativer Showdown zwischen Glurak und Blitza für uns bislang eines der überzeugendsten Beispiele dafür, was LEGO mit SMART Play erreichen kann. Jetzt muss LEGO vor allem zeigen, wie viel tiefer dieses System in zukünftigen Sets noch werden kann.

LEGO Pokémon 72167 SMART Play: Ultimativer Showdown zwischen Glurak und Blitza

LEGO Pokémon 72167 SMART Play: Ultimativer Showdown zwischen Glurak und Blitza
83 100 0 1
83/100
Total Score
  • Aufbau
    90/100 Amazing
  • Teilequalität
    85/100 Amazing
  • Endergebnis
    80/100 Very good
  • Preis/Leistung
    70/100 Good
  • Spaßfaktor
    90/100 Amazing

Positiv

  • zwei miteinander kommunizierende SMART Bricks sorgen für Kampfspaß
  • Prints, keine Sticker
  • Soundqualität besser als bei bisherigen SMART Play Sets

Negativ

  • recht hoher Preis
  • Training ist etwas belanglos
  • viele negativen Noppen noch sichtbar
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