Mehr als 14 Jahre sind inzwischen vergangen, seit Sleeping Dogs Spieler in die Straßen Hongkongs entführte. Eine echte Fortsetzung des Open-World-Actionspiels hat es bis heute nicht gegeben. Laut einem ehemaligen Entwickler besteht allerdings weiterhin die Chance, dass die Marke eines Tages zurückkehren könnte. Alastair Cornish, der als Designer am ursprünglichen Sleeping Dogs beteiligt war und später als Vice President of Design bei Splash Damage arbeitete, sprach in einem Interview mit FRVR über die ausgebliebene Fortsetzung. Dabei erklärte er, dass es für das damalige Team besonders enttäuschend gewesen sei, niemals ein Sleeping Dogs 2 umsetzen zu können.
Sleeping Dogs 2 scheiterte auch an den Kosten
Am Potenzial des Spiels oder den Möglichkeiten für eine Fortsetzung habe es offenbar nicht gemangelt. Cornish verweist vielmehr auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die bei der Entwicklung großer Spiele eine entscheidende Rolle spielen. United Front Games hatte seinen Sitz in Vancouver, einem Standort mit zahlreichen konkurrierenden Entwicklerstudios. Dadurch können unter anderem Gehälter und andere laufende Kosten erheblich steigen. Ein Spiel könne durchaus genügend Potenzial für eine Fortsetzung besitzen, ohne dass sich deren Produktion unter den jeweiligen Bedingungen wirtschaftlich rechtfertigen lasse.
Genau darin sieht Cornish eine der Schwierigkeiten, die einem Sleeping Dogs 2 im Weg standen. Ein Nachfolger wäre seiner Ansicht nach grundsätzlich möglich gewesen, allerdings nicht unbedingt zu den Kosten, die für ein entsprechendes Projekt angefallen wären. Sleeping Dogs erschien ursprünglich 2012 und kombinierte eine offene Spielwelt mit Nahkämpfen, Schusswechseln und Fahrzeug-Action. Als Undercover-Polizist Wei Shen infiltrierten Spieler die Triaden von Hongkong. Gerade das stark von Martial Arts geprägte Kampfsystem hob das Spiel von vielen anderen Vertretern des Open-World-Genres ab.
Für eine Fortsetzung müssten viele Dinge zusammenpassen
Komplett abgeschrieben hat Cornish die Idee eines neuen Sleeping Dogs dennoch nicht. Ob ein Nachfolger heute funktionieren könnte, hänge seiner Ansicht nach unter anderem vom angestrebten technischen Niveau, dem Zielmarkt und den inzwischen verfügbaren Entwicklungswerkzeugen ab. Moderne Technologien könnten dabei helfen, bestimmte Bereiche der Produktion effizienter und kostengünstiger zu gestalten. Gleichzeitig brauche es ein Team, das genau weiß, an welchen Stellen Geld investiert werden sollte und welche Ideen während der Entwicklung tatsächlich funktionieren.
Cornish beschreibt die notwendigen Voraussetzungen sinngemäß als eine Art planetare Konstellation. Es müssten also zahlreiche Faktoren gleichzeitig zusammenpassen, darunter leidenschaftliche Entwickler, eine wirtschaftlich sinnvolle Produktion und kluge Entscheidungen bei Umfang und Budget. Eine tatsächliche Ankündigung von Sleeping Dogs 2 ist das natürlich nicht. United Front Games wurde bereits 2016 geschlossen und für eine Rückkehr müsste die Marke unter vollkommen neuen Bedingungen wiederbelebt werden. Die Aussagen zeigen jedoch, dass zumindest einer der damaligen Entwickler weiterhin Potenzial in der Reihe sieht.
Gerade angesichts der zahlreichen Neuauflagen und Wiederbelebungen älterer Spielemarken erscheint eine Rückkehr viele Jahre später zumindest nicht vollkommen ausgeschlossen. Oder wie Cornish selbst zusammenfasst: In der Spieleentwicklung sollte man niemals nie sagen.

