Mit Call of Duty: Modern Warfare 4 steht in diesem Jahr der nächste große Ableger der Shooter-Reihe an. In der aktuellen Beta lässt Infinity Ward bereits ausführlich ausprobieren, wohin die Reise im Multiplayer gehen soll. Nach mehreren Matches zeichnet sich ein durchaus interessantes Bild ab: Spielerisch besitzt Modern Warfare 4 möglicherweise eines der besten Fundamente der gesamten Serie. Gleichzeitig zeigen sich beim Mapdesign und insbesondere beim Spawnsystem noch Schwächen. Das absolute Highlight ist das Gunplay. Die Waffen vermitteln ein hervorragendes Gefühl für Gewicht und Rückstoß, Treffer besitzen ordentlich Feedback und auf die umstrittene zufällige Streuung durch Bloom wird verzichtet. Wer präzise schießt, wird entsprechend belohnt. Auch technisch hinterlässt die Beta einen starken Eindruck. Bewegungen gehen flüssig ineinander über und selbst schnelle Parkour-Manöver funktionieren auf der normalen PlayStation 5 problemlos. Modern Warfare 4 fühlt sich schlicht ausgesprochen direkt an.
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Gunsmith bietet enorme Möglichkeiten
Auch der Gunsmith kehrt zurück und fällt erneut enorm umfangreich aus. Einzelne Waffen besitzen teilweise mehr als 70 Fortschrittsstufen. Neu sind unter anderem die sogenannten Apex-Attachments, mit denen sich das Verhalten einer Waffe stärker verändern lässt. So kann beispielsweise eine Schrotflinte während des Gefechts von gewöhnlicher Schrotmunition auf explosive Slugs wechseln. Die große Freiheit bringt allerdings ein Problem mit sich. Bereits mit wenigen Aufsätzen lässt sich der Rückstoß einiger Waffen drastisch reduzieren. Dadurch verschwimmen die Grenzen zwischen den unterschiedlichen Waffengattungen. Eine entsprechend konfigurierte M4 kann sowohl auf größere Entfernung als auch im Nahkampf äußerst effektiv sein.
Interessanter wird es beim Perk-System. Fähigkeiten wie Geist und Ninja befinden sich nun in derselben Kategorie. Spieler müssen sich also entscheiden, ob sie lieber vor UAVs verborgen bleiben oder ihre Schritte deutlich leiser machen wollen. Die Kombination aus nahezu vollständiger Unsichtbarkeit und lautloser Bewegung wird dadurch erschwert.
Die Maps sorgen noch für Fragezeichen
Während das Gunplay bereits hervorragend funktioniert, zeigt sich beim Mapdesign ein anderes Bild. Die bisher spielbaren Karten konzentrieren sich stark auf kleine Areale und permanente Gefechte. Große Sichtachsen, ruhigere Scharfschützenpositionen oder weitläufige Flankenwege spielen bislang eine deutlich kleinere Rolle.
Das sorgt zwar für konstant viel Action, kann auf Dauer aber auch anstrengend werden. Verstärkt wird dieser Eindruck durch das aktuelle Spawnsystem. Nach dem Wiedereinstieg landet man teilweise innerhalb kürzester Zeit wieder mitten im gegnerischen Feuer. Gerade Spieler, die unmittelbar nach dem Spawn lossprinten, können schnell in eine regelrechte Todesspirale geraten. Infinity Ward hat bereits während des ersten Beta-Wochenendes auf Kritik an Time-to-Kill, Schrittgeräuschen und Sichtbarkeit reagiert. Es bleibt daher abzuwarten, ob auch Spawns und Mapflow bis zur Veröffentlichung größere Anpassungen erhalten.
Der Sound ist ein heimlicher Star
Eine besondere Erwähnung verdient das Audio. Infinity Ward nutzt Microsoft Triton, um die Geometrie der Umgebung in die Klangberechnung einzubeziehen. Schüsse klingen dadurch abhängig vom jeweiligen Ort unterschiedlich. Ein Gewehr in einem engen Treppenhaus erzeugt eine andere Akustik als dieselbe Waffe auf einer offenen Fläche. Auch Wände und andere Hindernisse beeinflussen die Ausbreitung des Sounds. Optisch befindet sich Modern Warfare 4 ebenfalls auf gewohnt hohem Niveau. Waffen und Operatoren sind hervorragend detailliert. Die Beta präsentiert sich atmosphärisch bislang allerdings etwas konservativ. Viele Karten setzen auf neutrales Tageslicht, während Nachtgefechte, extremes Wetter oder dramatischere Lichtstimmungen noch fehlen.

Call of Duty: Modern Warfare 4 besitzt damit bereits ein beeindruckendes spielerisches Fundament. Gunplay, Bewegungen und Sound gehören zum Besten, was die Serie bislang hervorgebracht hat. Jetzt muss Infinity Ward vor allem bei Maps und Spawns nachlegen. Gelingt das bis zum Launch, steckt hier das Potenzial für einen der spielerisch stärksten Call-of-Duty-Ableger der vergangenen Jahre.

