Die umfassende Umstrukturierung der Xbox-Sparte geht weiter und könnte nun das Ende eines weiteren bekannten Entwicklerstudios bedeuten. Microsoft hat bestätigt, dass zwei geplante Vereinbarungen zur Übernahme von Ninja Theory gescheitert sind. Das britische Studio hinter Hellblade und Senua’s Saga: Hellblade II steht deshalb vor einer möglichen Schließung. Xbox Chief Content Officer Matt Booty erklärte in einer Mitteilung an die Mitarbeiter, dass zwei separate Vereinbarungen für Ninja Theory nicht zustande gekommen seien. Microsoft werde nun eine Konsultation mit den Beschäftigten über die vorgeschlagene Schließung des Studios beginnen. Gleichzeitig wolle das Unternehmen weiterhin nach anderen Möglichkeiten suchen. Eine endgültige Schließung ist damit zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht beschlossen.
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Studio vor dem Aus
Bereits im Juli hatte Microsoft angekündigt, für Ninja Theory und State of Decay-Entwickler Undead Labs neue Eigentümer zu suchen. Damals hieß es noch, Ninja Theory habe Bedingungen für einen Eigentümerwechsel vereinbart, der auch die Finanzierung für die Fertigstellung und Weiterentwicklung von Senua sicherstellen sollte. Diese Pläne sind nun offenbar endgültig gescheitert. Besonders ungewiss ist dadurch die Zukunft von Senua. Das neue Action-Adventure wurde erst beim Xbox Games Showcase im Juni vorgestellt und sollte 2027 erscheinen. Obwohl die bekannte Protagonistin zurückkehrt und die Handlung nach Hellblade II angesiedelt ist, hatte Ninja Theory ausdrücklich klargestellt, dass es sich nicht einfach um ein Hellblade 3 handelt. Das Studio plante unter anderem ein umfangreicheres Kampfsystem, mehr Erkundungsfreiheit und zusätzliche Rätsel. Eine Veröffentlichung war für Xbox Series X|S, PC, PlayStation 5 und Cloud vorgesehen.
Microsoft hat bislang nicht erklärt, was die mögliche Schließung für Senua bedeutet. Eine Einstellung des Projekts wurde zum aktuellen Zeitpunkt nicht offiziell bestätigt. Da das Spiel jedoch von Ninja Theory entwickelt wird und erst 2027 erscheinen sollte, wirft die Situation erhebliche Fragen über die weitere Entwicklung auf. Ninja Theory ist dabei nur ein Teil einer wesentlich größeren Neuordnung bei Xbox. Insgesamt fallen im Rahmen der aktuellen Maßnahmen weitere 268 Stellen bei Halo Studios, anderen First-Party-Teams sowie in zentralen Managementbereichen weg. Gleichzeitig werden mehrere der bekannten Xbox-Studios neu organisiert.
Senua noch zu retten?
Playground Games und Turn 10 Studios werden zusammengeführt. Die beiden Entwickler verbindet bereits seit Jahren die Arbeit an der Forza-Reihe, wobei Playground vor allem für Forza Horizon und Turn 10 für Forza Motorsport verantwortlich ist. Das zusammengeführte Studio soll sich künftig unter anderem um Forza Horizon und Fable kümmern. Auch an anderer Stelle werden die Strukturen deutlich verändert. Obsidian Entertainment wird Bethesda Softworks zugeordnet, während Rare und World’s Edge künftig unter Activision geführt werden. Besonders einschneidend ist zudem die Zukunft von Halo: Activision übernimmt die federführende Entwicklung des nächsten großen Serienteils, während bei Halo Studios ein kleineres Team für bestehende Spiele verbleiben soll.
Unklar bleibt außerdem die Zukunft von Arkane. Laut Microsoft läuft die Konsultation mit dem Studio weiterhin und soll voraussichtlich bis zum Ende des Jahres andauern. Damit sind die Veränderungen innerhalb der Xbox-Studios noch längst nicht abgeschlossen. Für Ninja Theory dürfte die Situation besonders kritisch sein. Nach dem Scheitern zweier Übernahmevereinbarungen steht nun erstmals offiziell eine Schließung zur Debatte. Ob Microsoft doch noch eine Alternative findet und was aus dem für 2027 angekündigten Senua wird, bleibt vorerst offen.

