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Barweer BWR201 Abyss Knight Test/Review

Hollow Knight gehört zu diesen Spielen, deren Welt man bereits anhand weniger Farben und Formen erkennt. Das verfallene Königreich Hallownest, seine melancholischen Ruinen, leuchtenden Kristalle und überwucherten Gärten besitzen eine visuelle Identität, die geradezu nach einem großen Klemmbausteinset schreit. Ein offiziell lizenziertes Modell bekommen wir mit dem Barweer BWR201 Abyss Knight zwar nicht, dafür lässt sich kaum verheimlichen, woher die Inspiration stammt. Barweer kombiniert in seinem 2.347 Teile starken Modell gleich drei bekannte Regionen zu einem großen Diorama: Queen’s Gardens, City of Tears und Crystal Peak. Dabei werden nicht einfach drei hübsche Kulissen nebeneinandergestellt.

Jede Region besitzt einen eigenen Aufbau, eine individuelle Farbgebung, verschiedene Funktionen und eine integrierte Beleuchtung. Die drei Module können anschließend in unterschiedlicher Reihenfolge miteinander kombiniert oder separat präsentiert werden. Das fertige Modell kommt auf ungefähr 40,5 Zentimeter Breite, 24,5 Zentimeter Höhe und 10,5 Zentimeter Tiefe. Damit ist Abyss Knight kein riesiges Modular Building, nutzt seinen Platz aber erstaunlich effektiv. Besonders eingeschaltet entwickelt das Set eine Atmosphäre, die ziemlich genau das trifft, was Fans mit Hallownest verbinden.

Drei Gebiete statt einer einzigen großen Kulisse

Die beste Entscheidung des gesamten Sets ist die Aufteilung in drei unterschiedliche Regionen. Anstatt einen einzelnen Schauplatz mit mehr als 2.000 Teilen künstlich aufzublähen, bildet Barweer Queen’s Gardens, City of Tears und Crystal Peak als eigenständige Dioramen nach. Das bringt vor allem optische Abwechslung. Crystal Peak arbeitet mit zahlreichen transparenten pinkfarbenen und violetten Kristallelementen. Das Gebiet wirkt kantig, felsig und wesentlich heller als die anderen beiden Bereiche. Sobald die integrierte Beleuchtung eingeschaltet wird, beginnen die Kristallformationen regelrecht zu leuchten. City of Tears schlägt dagegen eine vollkommen andere Richtung ein. Dunkle Architektur, Laternen, filigrane Türme und eine wesentlich zurückhaltendere Farbgebung erzeugen eine melancholische Stadtkulisse.

Queen’s Gardens liefert schließlich den natürlichen Gegenpol. Hier dominieren Pflanzen, Grünflächen und überwucherte Strukturen. Dadurch entsteht innerhalb eines einzigen Modells ein erstaunlich breites Farbspektrum, ohne dass das fertige Diorama zusammengewürfelt wirkt. Gerade nebeneinander funktioniert das hervorragend. Die Übergänge zwischen den Bereichen machen deutlich, dass sie zur gleichen Welt gehören, trotzdem besitzt jedes Modul eine eigene visuelle Identität.

Die Module dürfen ihre Plätze tauschen

Noch interessanter wird das Konzept durch den modularen Aufbau. Die drei Gebiete sind nicht dauerhaft miteinander verbunden. Barweer erlaubt ausdrücklich, sie in beliebiger Kombination beziehungsweise Reihenfolge zusammenzustellen. Damit kann Crystal Peak beispielsweise neben Queen’s Gardens stehen oder City of Tears an eine andere Position wandern. Natürlich ändert sich dadurch nicht plötzlich der eigentliche Aufbau der jeweiligen Region, die Gesamtwirkung des Displays lässt sich aber durchaus verändern. Man kann die drei Module auch getrennt voneinander präsentieren.

Das ist gerade bei einem Modell dieser Art praktisch. Nicht jeder besitzt ein ausreichend langes Regal für das komplette Diorama. Die einzelnen Bereiche können stattdessen auf unterschiedliche Ebenen einer Vitrine verteilt werden. Ganz ohne Einschränkung funktioniert der Wechsel allerdings nicht. Die Beleuchtung verbindet die einzelnen Bereiche ebenfalls miteinander. Möchte man die Reihenfolge verändern, müssen deshalb entsprechende Kabelverbindungen getrennt und anschließend neu verbunden werden. Im Praxistest erwiesen sich gerade diese Kabel als Elemente, mit denen wir lieber etwas vorsichtiger umgehen würden. Ständiges Umstecken würden wir deshalb vermeiden. Das modulare Konzept bleibt trotzdem ein klarer Pluspunkt.

Nicht nur hübsch, sondern überraschend interaktiv

Abyss Knight ist in erster Linie ein Displaymodell. Trotzdem hat Barweer einige mechanische Funktionen integriert. Dazu gehören eine schwingende Plattform, ein beweglicher Aufzug, ein funktionierendes Fördersystem und eine Kippplattform. Diese Mechanismen passen erstaunlich gut zum Videospielcharakter des Sets. Hollow Knight besteht schließlich zu einem großen Teil daraus, sich durch vertikal und horizontal aufgebaute Gebiete zu bewegen, Plattformen zu nutzen und Umweltgefahren zu überwinden.

Dementsprechend finden sich im Modell auch Stacheln, kleine Rastplätze mit Bänken, Kristallformationen und weitere Details, die an typische Elemente der Vorlage erinnern. Besonders schön ist, dass diese Funktionen das Diorama nicht dominieren. Man sieht dem fertigen Modell nicht sofort an, dass hier mehrere bewegliche Mechanismen integriert wurden. Erst wenn man sich näher damit beschäftigt, entdeckt man die entsprechenden Möglichkeiten. Dadurch bleibt Abyss Knight in erster Linie ein atmosphärisches Display.

Kleine Ritter bevölkern Hallownest

Natürlich dürfen auch Figuren nicht fehlen. Barweer setzt dabei nicht auf klassische Minifiguren, sondern auf kleine aus Steinen konstruierte Charaktere. Das passt erstaunlich gut zum Stil der Vorlage. Gerade der namensgebende kleine Ritter lässt sich aufgrund seiner markanten Silhouette hervorragend mit wenigen Elementen darstellen. Die Figuren sind wichtig für das gesamte Diorama. Ohne sie wären Queen’s Gardens, City of Tears und Crystal Peak zwar weiterhin hübsche Fantasykulissen, der Bezug zum spielerischen Vorbild wäre allerdings wesentlich schwächer.

Mit den kleinen Charakteren entstehen dagegen tatsächlich Szenen. Man kann den Ritter an einer Bank platzieren, ihn durch Crystal Peak schicken oder die verschiedenen Plattformmechanismen nutzen. Damit bekommt das Set zumindest einen gewissen Spielwert, obwohl die Zielgruppe eindeutig eher aus erwachsenen Gaming und Klemmbausteinfans besteht.

Die Beleuchtung bringt auch einen Nachteil

Ein weiterer Kritikpunkt ergibt sich ausgerechnet aus einer der größten Stärken. Die Lichtkabel werden während des Aufbaus integriert. Für das fertige Modell ist das hervorragend, denn dadurch wirkt die Beleuchtung wesentlich sauberer als bei einem nachträglich montierten Lichtset. Problematisch wird es allerdings, wenn die drei Module regelmäßig umgestellt werden sollen. Dann müssen auch die Kabelverbindungen getrennt werden.

Da diese relativ filigran wirken, sollte man dabei vorsichtig vorgehen. Ein modulares System mit robusteren Steckverbindungen direkt zwischen den einzelnen Bereichen wäre hier eleganter gewesen. Wer seine bevorzugte Kombination einmal aufstellt und anschließend stehen lässt, wird damit praktisch kein Problem haben. Wer dagegen ständig zwischen unterschiedlichen Layouts wechseln möchte, sollte etwas behutsamer sein.

Ein erstaunlich starkes Preis-Leistungs-Verhältnis

Besonders interessant wird Abyss Knight beim Preis. Nach Deutschland zahlt man ungefähr 89 Euro inklusive Versand. Für 2.347 Teile inklusive Beleuchtung ist das ausgesprochen attraktiv. Natürlich hängt der tatsächliche Endpreis bei Barweer von Lagerstandort, Versandoption, Verpackung und laufenden Aktionen ab. Die Shopseite kann deshalb deutlich andere beziehungsweise teils offensichtlich fehlerhaft umgerechnete Beträge anzeigen. Entscheidend ist hier weniger ein kurzfristiger Shoppreis als das grundsätzlich gebotene Paket.

Mehr als 2.300 Teile, drei komplette Dioramen, mehrere mechanische Funktionen, Figuren, Drucke und ein integriertes Lichtsystem ergeben einen erheblichen Umfang. Die fehlende offizielle Hollow Knight Lizenz sollte man allerdings ebenfalls berücksichtigen. Barweer nennt das Set bewusst Abyss Knight. Queen’s Gardens, City of Tears und Crystal Peak werden dagegen auf der Produktseite ausdrücklich genannt und die Inspiration ist ohnehin unübersehbar. Wer ausschließlich offiziell lizenzierte Videospielsets sammelt, bekommt hier also nicht das entsprechende Produkt. Wer dagegen hauptsächlich ein atmosphärisches Klemmbausteinmodell zu einer offensichtlich von Hollow Knight inspirierten Welt sucht, erhält erstaunlich viel fürs Geld.

Fazit

Der Barweer BWR201 Abyss Knight ist eines dieser Sets, bei denen die Summe deutlich stärker wirkt als die einzelnen Bestandteile. 2.347 Teile klingen bereits ordentlich. Drei modulare Bereiche sind ebenfalls interessant. Bewegliche Plattformen und ein Aufzug bringen etwas Interaktivität hinein und eine integrierte Beleuchtung ist immer nett. Erst zusammen ergibt das aber dieses ungewöhnlich stimmige Diorama. Queen’s Gardens, City of Tears und Crystal Peak unterscheiden sich optisch stark genug, um den Aufbau abwechslungsreich zu halten. Gleichzeitig sorgen wiederkehrende architektonische und gestalterische Elemente dafür, dass alles wie eine zusammenhängende Welt aussieht. Besonders Crystal Peak ist ein echter Hingucker.

Die leuchtenden Kristalle gehören zu den optischen Höhepunkten des Sets, während City of Tears mit seinen Laternen eine wesentlich melancholischere Stimmung erzeugt. Queen’s Gardens sorgt mit seiner Vegetation schließlich für den notwendigen Kontrast. Auch spielerisch gibt es mehr zu entdecken, als wir von einem klassischen Displaymodell erwartet hätten. Aufzug, Fördermechanismus, schwingende Plattform und Kippplattform greifen das Videospielthema sinnvoll auf. Perfekt ist das Set allerdings nicht. Die sieben großen Bauabschnitte führen teilweise zu ziemlich viel Sucherei nach kleinen Teilen. Einzelne Steine können Kratzer aufweisen und die Klemmkraft bewegt sich nicht überall auf demselben Niveau. Auch beim Umstellen der drei Module sollte man aufgrund der relativ empfindlichen Lichtkabel vorsichtig sein.

Diese Schwächen können den starken Gesamteindruck aber kaum zerstören. Gerade angesichts des Preises ist das Gebotene beeindruckend. Wer das Set für ungefähr 90 Euro inklusive Versand bekommt, erhält mehr als 2.300 Teile, Beleuchtung, zahlreiche Drucke und drei sehr unterschiedliche Dioramen. Als atmosphärisches Gaming Diorama funktioniert das hervorragend. Vor allem eingeschaltet gehört Abyss Knight zu den Sets, bei denen man nach dem Aufbau noch einmal das Licht im Zimmer ausschaltet, einen Schritt zurückgeht und denkt: Ja, genau deshalb bauen wir den ganzen Kram überhaupt.

Barweer BWR201 Abyss Knight

Barweer BWR201 Abyss Knight
90 100 0 1
90/100
Total Score
  • Aufbau
    85/100 Amazing
  • Teilequalität
    80/100 Very good
  • Endergebnis
    95/100 The best
  • Preis/Leistung
    100/100 The best
  • Spaßfaktor
    90/100 Amazing

Positiv

  • starke Hollow Knight Atmosphäre
  • drei optisch sehr unterschiedliche und frei kombinierbare Bereiche
  • viele bedruckte Details
  • mehrere mechanische Funktionen
  • starkes Preis-Leistungs-Verhältnis

Negativ

  • Klemmkraft nicht vollständig konstant
  • empfindliche Kabel erschweren häufiges Umstellen der Module
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