Hörboxen für Kinder gibt es inzwischen einige, doch tigermedia verfolgt mit der tigerbox einen etwas anderen Ansatz. Statt sich ausschließlich auf physische Figuren oder Karten zu verlassen, verbindet das System klassisches Sammeln mit einem umfangreichen Streamingangebot. Eltern und Kinder können dadurch selbst entscheiden, ob einzelne Lieblingsgeschichten gekauft werden oder direkt auf eine riesige digitale Audiothek zugegriffen wird. Das Herzstück bildet tigertones. Der Streamingdienst umfasst inzwischen mehr als 30.000 Hörspiele, Hörbücher, Lieder und Wissensinhalte. Gleichzeitig können weiterhin physische tigercards gekauft und direkt über die Box abgespielt werden. Dadurch soll die tigerbox sowohl für Kinder funktionieren, die gerne selbst durch eine große Mediathek stöbern, als auch für Familien, die bewusst nur ausgewählte Inhalte freigeben möchten.
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tigerbox MINI oder TOUCH PLUS?
Aktuell richtet sich das System mit zwei unterschiedlichen Geräten an verschiedene Altersgruppen. Die tigerbox MINI wurde speziell für Kinder zwischen drei und sechs Jahren entwickelt. Statt den Nachwuchs durch eine riesige Bibliothek navigieren zu lassen, wählen die Eltern zuvor aus, welche Inhalte zur Verfügung stehen. Auf der MINI können bis zu 30 ausgewählte Titel angezeigt werden. Diese Vorauswahl lässt sich jederzeit verändern. Die Bedienung erfolgt über ein Einstellrad und das Display. Damit soll die Box gerade jüngeren Kindern einen möglichst einfachen Einstieg ermöglichen.
Die tigerbox TOUCH PLUS richtet sich dagegen an Kinder ab ungefähr fünf Jahren und gibt ihnen deutlich mehr Freiheiten. Über das Touchdisplay kann selbstständig durch die verfügbaren Geschichten und Musikangebote navigiert werden. Eltern können über Altersfilter, Themenwelten und Lieblingscharaktere weiterhin beeinflussen, welche Inhalte angeboten werden. Beide Modelle verfügen über Stereo-Sound und eine Lautstärkebegrenzung auf 85 Dezibel. Bei der TOUCH PLUS kommen unter anderem Bluetooth für kabellose Kopfhörer und ein größerer Funktionsumfang im Elternbereich hinzu.
Mehr als 30.000 Inhalte mit tigertones
Wer das komplette Potenzial der tigerbox nutzen möchte, kann sie mit einem tigertones-Zugang kombinieren. Dadurch werden mehr als 30.000 Audioinhalte freigeschaltet. Das Angebot umfasst Hörspiele, Hörbücher, Musik und Wissensformate für unterschiedliche Altersgruppen. Inhalte können außerdem offline verfügbar gemacht werden, wodurch die Box auch auf Reisen oder an Orten ohne permanente Internetverbindung genutzt werden kann.
Ein Smartphone muss das Kind zum Hören nicht verwenden. Gerade bei der TOUCH PLUS können die verfügbaren Inhalte direkt über das Display der Box ausgewählt werden. Eltern können mehrere Kinderprofile anlegen und diese beispielsweise über Alter, Interessen und bevorzugte Charaktere personalisieren. Die Inhalte werden von tigermedia kuratiert und abgesehen von Podcasts ohne Werbeunterbrechungen angeboten.
tigercards funktionieren auch komplett ohne Abo
Interessant wird das System durch seine zweite Möglichkeit der Nutzung. Wer kein dauerhaftes Streamingabo möchte, kann auf tigercards zurückgreifen. Das Prinzip erinnert ein wenig an die klassische Kassette oder CD. Die Karte wird in den dafür vorgesehenen Einschub der tigerbox gesteckt und der hinterlegte Inhalt gestartet. Ein aktives tigertones-Abo ist für gekaufte tigercards nicht erforderlich.
Damit lässt sich die tigerbox auch als klassischer Audioplayer mit einer wachsenden physischen Sammlung verwenden. Familien müssen sich also nicht zwangsläufig dauerhaft an das Streamingmodell binden. Sogar beide Varianten lassen sich miteinander kombinieren. Ein Kind kann beispielsweise über tigertones durch tausende Geschichten stöbern und gleichzeitig bestimmte Lieblingshörspiele als physische tigercard besitzen.
Mit wildcards kommen eigene Geschichten auf die Box
Noch flexibler wird das Konzept durch die wildcards. Auf diese Karten können Eltern eigene MP3- oder AAC-Dateien sowie selbst aufgenommene Sprachnachrichten übertragen. Damit können beispielsweise selbst vorgelesene Geschichten oder persönliche Nachrichten von Eltern und Großeltern über die tigerbox abgespielt werden. Pro wildcard stehen bis zu 120 Minuten für eigene Inhalte zur Verfügung.
Auch Titel aus der tigertones-Mediathek lassen sich einer wildcard zuweisen. Dafür wird allerdings ein aktiver Zugang benötigt. Eigene Dateien und Sprachaufnahmen können dagegen ohne laufendes tigertones-Abo verwendet werden. Eine Einschränkung gibt es bei der kleineren Box: Die wildcards funktionieren derzeit mit der tigerbox TOUCH beziehungsweise TOUCH PLUS, jedoch nicht mit der tigerbox MINI.
Eltern behalten die Kontrolle
Trotz Streamingangebot möchte tigermedia verhindern, dass aus der Hörbox einfach ein unkontrolliertes Multimedia-Gerät wird. Im Elternbereich der TOUCH PLUS lassen sich deshalb unter anderem Lautstärkebegrenzung, Displayhelligkeit, Autoplay, Nachtlicht und verschiedene weitere Einstellungen verändern. Zusätzlich gibt es einen Cards-Modus. Wird dieser aktiviert, beschränkt sich die Nutzung auf tiger- und wildcards. Die Streamingoberfläche lässt sich dadurch bei Bedarf komplett aus dem direkten Zugriff des Kindes nehmen. Der Elternbereich kann wiederum durch einen Zufallscode oder eine eigene Eltern-PIN geschützt werden.
Gerade die Kombination der verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten macht das tigerbox-System interessant. Die MINI reduziert das Konzept für kleinere Kinder zunächst auf eine überschaubare Auswahl, während die TOUCH PLUS älteren Kindern deutlich mehr Freiheit gibt. Hinzu kommt die Wahl zwischen Streaming und einzelnen gekauften Inhalten. Wer möglichst viel Auswahl möchte, bekommt über tigertones mehr als 30.000 Titel. Wer lieber eine überschaubare Sammlung aufbaut, kann ausschließlich tigercards verwenden. Und mit den wildcards lassen sich sogar eigene Inhalte integrieren.
Damit positioniert sich die tigerbox weniger als reine Alternative zu klassischen Hörspielfiguren, sondern eher als Mischung aus kindgerechtem Streamingdienst und physischer Hörspielsammlung. Gerade diese Flexibilität dürfte der größte Unterschied zu vielen konkurrierenden Audiosystemen für Kinder sein.

