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Godzilla: Destroy All Monsters Melee Remastered Test/Review

Manchmal braucht es keine gigantische Open World, keinen Battle Pass und auch keine aufwendige Geschichte, um ein richtig gutes Videospiel zu erschaffen. Manchmal reicht es vollkommen aus, zwei riesige Monster aufeinander loszulassen und dabei eine halbe Großstadt in Schutt und Asche zu legen. Genau dieses Prinzip machte Godzilla: Destroy All Monsters Melee bereits 2002 zu einem echten Geheimtipp. Ganze 24 Jahre später kehrt der kultige Monster-Prügler mit Godzilla: Destroy All Monsters Melee Remastered zurück. Und tatsächlich macht das chaotische Spektakel auch heute noch überraschend viel Spaß. Entwickler Pipeworks, der bereits für das Original verantwortlich war, hat sich erneut der berühmten japanischen Monsterwelt angenommen. Dabei erwartet uns nicht einfach nur eine technisch aufgehübschte Neuauflage, sondern eine überarbeitete Version, die den Charme der klassischen Godzilla-Filme bewahrt und gleichzeitig einige sinnvolle Verbesserungen mitbringt. Besonders im Mehrspielermodus entfaltet das Spiel eine Faszination, die viele moderne Fighting Games trotz deutlich größerer Budgets nicht erreichen.

Wenn Godzilla, Ghidorah und Gigan ganze Städte zerlegen

Das grundlegende Spielprinzip könnte kaum unkomplizierter sein. Wir wählen eines von insgesamt zwölf bekannten Monstern aus dem Godzilla-Universum und treten anschließend in unterschiedlichen Arenen gegeneinander an. Zur Auswahl stehen unter anderem Godzilla, Gigan, Megalon, King Ghidorah und Mechagodzilla. Die Figuren orientieren sich an den klassischen Filmauftritten bis einschließlich Godzilla 2000 und versprühen dadurch einen unverwechselbaren nostalgischen Charme. Gekämpft wird in bekannten Großstädten und ikonischen Schauplätzen der Filmreihe. Dabei beschränkt sich das Geschehen keineswegs auf gewöhnliche Faustkämpfe.

Gebäude lassen sich zerstören, Felsen durch die Gegend schleudern und sogar ganze Hochhäuser als improvisierte Waffen verwenden. Gleichzeitig versucht das Militär verzweifelt, die außer Kontrolle geratenen Monster aufzuhalten. Panzer, Hubschrauber und andere Einheiten sorgen deshalb für zusätzliches Chaos. Besonders gelungen ist die Inszenierung. Die Monster bewegen sich bewusst so, wie man es aus den klassischen japanischen Filmen kennt. Statt übertrieben realistischer Animationen erinnert vieles an Schauspieler in schweren Gummikostümen, die sich gegenseitig durch Miniaturstädte werfen. Genau das verleiht dem Spiel seine besondere Persönlichkeit.

Eine Remastered-Version mit viel Liebe zur Vorlage

Optisch hat sich gegenüber dem Original einiges getan. Die Monster wirken detaillierter, die Umgebungen präsentieren sich ansprechender und besonders die Zerstörung der Gebäude sorgt für spektakuläre Momente. Trotzdem bleibt der ursprüngliche Stil erhalten. Pipeworks versucht nicht, aus dem Spiel einen modernen Hochglanz-Blockbuster zu machen, sondern konzentriert sich darauf, das ursprüngliche Erlebnis überzeugend in die Gegenwart zu übertragen.

Auch akustisch funktioniert das hervorragend. Gebäude brechen mit gewaltigem Getöse zusammen, Energiestrahlen besitzen ordentlich Wucht und die Musik vermittelt jene dramatische Atmosphäre, die Fans der Godzilla-Filme erwarten. Hinzu kommen die bekannten Monsterlaute, allen voran natürlich Godzillas legendäres Brüllen. Die Funksprüche der Militäreinheiten und der enthusiastische Kommentator runden das Spektakel gelungen ab. Gerade diese Kombination aus Grafik, Sound und bewusst überzeichneter Action sorgt dafür, dass sich Destroy All Monsters Melee Remastered wie ein spielbarer klassischer Kaiju-Film anfühlt.

Eine herrlich absurde Geschichte als Vorwand

Natürlich besitzt das Spiel auch einen Storymodus. Allerdings sollte niemand eine besonders komplexe Handlung erwarten. Die außerirdischen Vortaak wollen die Erde erobern und setzen dafür auf eine ziemlich ungewöhnliche Strategie: Sie übernehmen mithilfe von Gedankenkontrolle die zahlreichen Monster unseres Planeten. Dummerweise gelingt es einem der Kaijus, sich aus ihrer Kontrolle zu befreien. Welches Monster das ist, entscheiden wir selbst. Anschließend kämpfen wir uns durch verschiedene Gegner, um die außerirdischen Eindringlinge aufzuhalten und die Erde zu retten. Die Geschichte ist herrlich albern und erinnert bewusst an klassische Science-Fiction-Filme der 1950er-Jahre. Mehr braucht es allerdings auch nicht, denn die Handlung dient hauptsächlich dazu, möglichst viele Monsterkämpfe miteinander zu verbinden.

Neben dem Abenteuermodus stehen weitere Einzelspieleroptionen zur Verfügung. Im Zerstörungsmodus müssen wir innerhalb eines Zeitlimits möglichst großen Schaden verursachen, während der Überlebensmodus unsere Fähigkeiten gegen aufeinanderfolgende Gegner auf die Probe stellt. Hinzu kommt eine anspruchsvollere Variante des Abenteuers, bei der verbesserte Monster mit höheren Statuswerten antreten. Das Angebot ist ordentlich, allerdings nicht besonders umfangreich. Wer hauptsächlich alleine spielt, dürfte deshalb schneller an die Grenzen des Spiels stoßen.

Zwölf Monster, aber nicht alle sofort verfügbar

Ein kleiner Kritikpunkt betrifft das Freischaltsystem. Zu Beginn stehen lediglich vier Monster und einige wenige Arenen zur Verfügung. Die übrigen Inhalte müssen erst durch das Erfüllen verschiedener Herausforderungen freigeschaltet werden. Immerhin wurde dieses System für die Neuauflage überarbeitet. Statt einer starren Reihenfolge können wir selbst entscheiden, welche Freischaltungen wir bevorzugt verfolgen möchten. Dazu erfüllen wir bestimmte Voraussetzungen, untersuchen Hinweise und schalten zusätzliche Forschungsinformationen frei.

Das motiviert durchaus, denn gerade die Aussicht auf einen mächtigen King Ghidorah oder Mechagodzilla sorgt für zusätzliche Spielfreude. Trotzdem ist es schade, dass so viele bekannte Figuren zunächst gesperrt bleiben. Besonders bei spontanen Mehrspielerrunden wäre es deutlich angenehmer gewesen, von Anfang an sämtliche Monster auswählen zu können. Schließlich möchte man mit Freunden nicht erst mehrere Stunden investieren müssen, bevor die persönlichen Lieblingsfiguren verfügbar sind.

Mehr als nur wildes Button-Mashing

Auf den ersten Blick wirkt Godzilla: Destroy All Monsters Melee Remastered wie ein unkomplizierter Party-Prügler, bei dem möglichst hektisches Tastendrücken zum Erfolg führt. Tatsächlich verbirgt sich hinter dem chaotischen Geschehen aber ein überraschend vielseitiges Kampfsystem. Jedes Monster verfügt über unterschiedliche Schlag- und Trittangriffe, die sich zu Kombinationen verbinden lassen. Zusätzlich gibt es besonders kräftige Attacken, Würfe, Sprünge, Ausweichmöglichkeiten und defensive Aktionen. Viele Monster besitzen außerdem spezielle Fähigkeiten, die sie deutlich voneinander unterscheiden.

Godzilla kann beispielsweise seine berühmten Energiestrahlen einsetzen, während Gigan mit seinen Klingenarmen besonders gefährliche Nahkampfangriffe ausführt. Megalon wiederum kann sich unter die Erde graben und überraschend hinter seinem Gegner auftauchen. Anguirus besitzt einen stacheligen Panzer, der unvorsichtige Angreifer schmerzhaft bestraft. Auch die unterschiedlichen Godzilla-Versionen spielen sich nicht identisch. Godzilla 2000 ist beispielsweise beweglicher als sein Gegenstück aus den 1990er-Jahren und kann dadurch leichter offensiven Druck aufbauen. Diese Unterschiede sind keineswegs nur kosmetischer Natur. Wer die Fähigkeiten seines Monsters kennt und die Angriffe seiner Gegner richtig einschätzt, besitzt einen erheblichen Vorteil. Besonders das Blocken, Ausweichen und gezielte Bestrafen misslungener Angriffe erinnert stärker an traditionelle Fighting Games, als man zunächst vermuten würde.

Die Umgebung wird zur Waffe

Eine weitere Besonderheit ist die enorme Bedeutung der Arenen. Gebäude dienen nicht nur als dekorative Kulisse, sondern können aktiv in das Kampfgeschehen einbezogen werden. Wir schleudern Gegner durch Häuserfassaden, werfen schwere Gegenstände und nutzen zerstörbare Elemente zu unserem Vorteil. Dabei verändert sich die Umgebung während eines Kampfes kontinuierlich. Je mehr Gebäude einstürzen, desto weniger Deckung steht zur Verfügung. Gleichzeitig verschwinden mögliche Wurfgeschosse, wodurch sich unsere taktischen Möglichkeiten verändern.

Hinzu kommen verschiedene Power-ups, die auf den Karten erscheinen. Diese stellen beispielsweise Gesundheit oder Energie wieder her. Besonders interessant ist der Rage-Bonus, der unser Monster vorübergehend verstärkt und zusätzliche Spezialangriffe ermöglicht. Auch Mothra darf natürlich nicht fehlen und unterstützt uns gelegentlich mit einem spektakulären Luftangriff. Einige Arenen besitzen darüber hinaus besondere Gefahren und versteckte Bereiche. Auf Monster Island lassen sich Gegner beispielsweise in Lava schleudern, während auf dem außerirdischen Mutterschiff zusätzliche Kampfbereiche freigelegt werden können. Dadurch entstehen immer wieder unvorhersehbare Situationen, die gerade im Mehrspielermodus für reichlich Gelächter sorgen.

Ein fehlendes Tutorial verschenkt Potenzial

Bei aller Begeisterung gibt es allerdings ein Problem: Das Spiel erklärt seine Mechaniken nur unzureichend. Zwar existieren grundlegende Befehlsübersichten und gelegentliche Hinweise auf Ladebildschirmen, ein richtiges Tutorial fehlt jedoch. Das ist besonders ärgerlich, weil sich hinter den einfachen Eingaben ein überraschend komplexes Kampfsystem verbirgt. Viele wichtige Zusammenhänge müssen durch Ausprobieren oder mithilfe externer Anleitungen verstanden werden. Gerade Neueinsteiger könnten deshalb fälschlicherweise annehmen, dass Destroy All Monsters Melee lediglich ein anspruchsloser Button-Masher ist. Eine moderne Trainingsfunktion hätte hier einen erheblichen Mehrwert geboten.

Fazit

Godzilla: Destroy All Monsters Melee Remastered ist eine wunderbare Erinnerung an eine Zeit, in der Videospiele vor allem eines sein wollten: unterhaltsam. Statt uns mit täglichen Herausforderungen, Mikrotransaktionen oder komplizierten Fortschrittssystemen zu beschäftigen, konzentriert sich der Titel auf sein größtes Versprechen. Wir dürfen riesige Monster steuern und uns gegenseitig durch ganze Städte prügeln. Das funktioniert auch 24 Jahre nach dem Original erstaunlich gut. Die überarbeitete Präsentation bewahrt den Charme der klassischen Godzilla-Filme, während das Kampfsystem deutlich mehr taktische Möglichkeiten bietet, als zunächst ersichtlich ist. Besonders im lokalen und nun auch im Online-Multiplayer entsteht ein herrlich chaotisches Spielerlebnis, das mit den richtigen Freunden stundenlang begeistern kann.

Natürlich ist nicht alles perfekt. Die Auswahl von zwölf Monstern fällt überschaubar aus, der Einzelspielerumfang bleibt begrenzt und das Freischaltsystem verhindert zunächst den direkten Zugriff auf viele Fanlieblinge. Auch das fehlende Tutorial ist angesichts der überraschenden spielerischen Tiefe eine verpasste Gelegenheit. Dennoch überwiegt der Spielspaß deutlich. Godzilla: Destroy All Monsters Melee Remastered zeigt eindrucksvoll, dass ein gutes Fighting Game nicht zwangsläufig mit Street Fighter oder Tekken konkurrieren muss. Manchmal genügt es vollkommen, King Ghidorah mit einem Hochhaus zu bewerfen und anschließend zuzusehen, wie Godzilla den Rest der Stadt zerlegt. Wer Godzilla liebt, klassische Multiplayer-Prügler vermisst oder einfach wieder unkomplizierten Videospielspaß erleben möchte, bekommt hier ein ausgesprochen gelungenes Monster-Comeback.

Godzilla: Destroy All Monsters Melee Remastered

Godzilla: Destroy All Monsters Melee Remastered
79 100 0 1
79/100
Total Score
  • Spielspaß
    85/100 Amazing
  • Grafik
    80/100 Very good
  • Gameplay
    75/100 Very good
  • Sound
    85/100 Amazing
  • Umfang
    70/100 Good

Positiv

  • Überraschend vielseitiges Kampfsystem
  • Gelungene audiovisuelle Überarbeitung
  • Neuer Online-Multiplayer

Negativ

  • Nur vier Monster zu Beginn verfügbar
  • Kein vernünftiges Tutorial
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