Bei Bungie stehen die Zeichen auf Veränderung. Nach deutlicher Kritik aus der Community hat das Studio seine Zukunftspläne für Destiny 2 und Marathon vorgestellt. Dabei fällt vor allem eine Aussage auf: Mit Destiny ist noch lange nicht Schluss. Stattdessen sollen sogar zahlreiche Inhalte zurückkehren, die in den vergangenen Jahren aus Destiny 2 entfernt wurden. Gleichzeitig räumt Bungie ein, dass Marathon bislang nicht so viele Spieler erreicht hat wie erhofft. Der Extraction Shooter soll deshalb weiterentwickelt und über die bisherigen Grenzen seines Genres hinaus zu einer umfangreicheren Survival-Erfahrung ausgebaut werden. Das Studio spricht dabei ungewöhnlich offen über die eigene Situation. Bungie habe in den vergangenen Jahren Vertrauen verloren und teilweise den Blick dafür verloren, welche Prioritäten für die Spieler tatsächlich wichtig seien. Das neue Führungsteam um Studio Head Poria Torkan und Marathon General Manager Josh Deane möchte deshalb künftig regelmäßiger über Entscheidungen und Entwicklungen informieren.
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Destiny 2 bekommt entfernte Kampagnen, Gebiete und Raids zurück
Eigentlich sah es so aus, als würde sich die lange Reise von Destiny 2 langsam ihrem Ende nähern. Monuments of Triumph war im Juni als letztes Content Update des Spiels angekündigt worden. Die Reaktion der Community hat Bungie allerdings offenbar zum Umdenken bewegt. „We are not done with Destiny“, stellt das Studio nun unmissverständlich klar. Destiny soll sogar eine grundlegende Rolle für die Zukunft von Bungie spielen. Neben neuen Geschichten und Welten möchte das Studio zunächst einen Teil der Vergangenheit wiederherstellen. Dafür beginnt Bungie mit der Arbeit daran, Inhalte aus dem sogenannten Destiny Content Vault zurückzuholen. Entfernte Kampagnen, Schauplätze und Raids aus Destiny 2 sollen schrittweise wieder verfügbar gemacht werden. Besonders erfreulich: Die zurückkehrenden Inhalte sollen allen Destiny 2 Spielern zur Verfügung stehen.
Ganz so einfach wie das Wiederherstellen einiger alter Dateien ist das allerdings nicht. Seit Beyond Light wurde Destiny 2 technisch umfangreich verändert. Beleuchtung, Begegnungen, Gegner und verschiedene zugrunde liegende Systeme der alten Inhalte müssen deshalb überarbeitet werden, damit sie mit der aktuellen Version des Spiels funktionieren. Entsprechend sollten Spieler nicht mit einer kurzfristigen Rückkehr sämtlicher Inhalte rechnen. Bungie bezeichnet die Wiederherstellung vielmehr als ersten Schritt für die zukünftige Entwicklung der gesamten Destiny Marke. Weitere Informationen zum sogenannten Unvaulting sollen in den kommenden Monaten folgen.
Marathon soll über den Extraction Shooter hinauswachsen
Auch bei Marathon stehen größere Veränderungen bevor. Bungie betont zunächst, dass das Spiel niemals als Ersatz für Destiny gedacht gewesen sei. Gleichzeitig gibt das Studio offen zu, dass Marathon trotz positiver Reaktionen nicht die erhoffte Zahl an Spielern erreicht hat. Statt das bestehende Konzept lediglich mit weiteren Inhalten zu versorgen, möchte Bungie deshalb tiefer ansetzen. Marathon soll künftig stärker zu einer Survival-Erfahrung ausgebaut werden und Spielern mehr Möglichkeiten bieten, mit der gefährlichen außerirdischen Welt zu interagieren. Das bedeutet allerdings nicht, dass die bisherige PvPvE-Ausrichtung verschwindet. Bungie möchte vielmehr unterschiedliche Spielweisen stärker berücksichtigen. Neben dem bisherigen PvPvE-Konzept sollen sowohl kooperative PvE-Erfahrungen als auch kompetitive PvP-Inhalte eine größere Bedeutung bekommen. Gleichzeitig sollen Kämpfe, Spielwelt und die Spannung zwischen den Spielern weiter verbessert werden. Für den Rest des ersten Jahres bleibt entsprechend einiges geplant. Im Oktober folgt zunächst der Nightfall Refresh, während im Dezember das größere Symbiosis Update erscheinen soll.
Bungie will verlorenes Vertrauen zurückgewinnen
Hinter den Ankündigungen steckt letztlich ein wesentlich größeres Thema. Bungie macht deutlich, dass das Studio nach den vergangenen Monaten sein Verhältnis zur eigenen Community verbessern möchte. Versprechen allein sollen dafür ausdrücklich nicht ausreichen. Zu den neuen Zielen gehören eine langfristige Zukunft für Destiny, die Weiterentwicklung von Marathon, mehr Transparenz bei Entwicklungsentscheidungen und eine regelmäßigere Kommunikation, insbesondere wenn sich Pläne ändern. Gleichzeitig wurden intern Prioritäten reduziert und Entscheidungswege näher an die eigentlichen Entwicklerteams verlagert.
Für Destiny Fans ist die wichtigste Nachricht dennoch ziemlich eindeutig: Destiny 2 ist entgegen der bisherigen Pläne noch nicht am Ende angekommen. Bungie holt nicht nur verschwundene Inhalte zurück, sondern betrachtet die Marke wieder als einen zentralen Bestandteil seiner Zukunft. Wie schnell die alten Kampagnen, Schauplätze und Raids tatsächlich zurückkehren können, bleibt allerdings abzuwarten.

