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Dune: Awakening PS5 Test/Review

Wir stehen mitten in der endlosen Wüste von Arrakis, die Sonne brennt vom Himmel und plötzlich gibt es nur noch einen Gedanken: Wasser. Selten hat es ein Videospiel geschafft, uns bereits beim bloßen Anblick einer Landschaft derart durstig zu machen. Dune: Awakening versteht vom ersten Moment an, was das Überleben auf dem Wüstenplaneten bedeuten muss. Nach seinem ursprünglichen PC-Start im Jahr 2025 hat Funcom sein Survival-Abenteuer endlich auf die Konsolen gebracht. Wir haben uns die PS5-Version angesehen und dabei schnell festgestellt, dass sich das Warten gelohnt hat. Dune: Awakening erfindet das Survival-Genre nicht neu. Ressourcen sammeln, eine Basis errichten, bessere Ausrüstung herstellen und anschließend immer weiter in die gefährliche Welt vordringen kennen wir längst aus zahlreichen anderen Spielen.

Der entscheidende Unterschied ist Arrakis selbst. Nahezu jedes System fühlt sich an, als wäre es gezielt für Frank Herberts Universum entwickelt worden. Wasser ist keine beliebige Hungerleiste, sondern eine lebenswichtige Ressource. Schilde verändern den Nahkampf. Die Wüste bestimmt, wie weit wir uns überhaupt von unserer Basis entfernen können. Fahrzeuge eröffnen vollkommen neue Möglichkeiten und selbst die verschiedenen Crafting-Stationen wirken glaubwürdig in diese Welt integriert. Hinzu kommt eine entscheidende Neuerung der Konsolenfassung. Dune: Awakening besitzt inzwischen einen vollwertigen Einzelspielermodus. Wer keine Lust auf den MMO-artigen Aufbau, fremde Spieler oder PvP im Deep Desert hat, kann Arrakis jetzt vollkommen im eigenen Tempo erobern.

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Eine Welt ohne Paul Atreides

Dune: Awakening spielt in einer alternativen Zeitlinie des Dune-Universums. Paul Atreides wurde niemals geboren und entsprechend hat sich die Geschichte von Arrakis vollkommen anders entwickelt. Der Wüstenplanet befindet sich in einem gewaltigen Machtvakuum. Haus Atreides und Haus Harkonnen kämpfen ebenso um Einfluss wie zahlreiche andere Fraktionen, Glücksritter und Plünderer. Gleichzeitig fehlt von den Fremen jede Spur. Viele gehen davon aus, dass der Imperator und seine Sardaukar die ursprünglichen Bewohner von Arrakis vollständig ausgelöscht haben. Unsere Aufgabe ist zunächst erstaunlich einfach: Wir sollen herausfinden, was mit den Fremen geschehen ist.

Bevor diese Untersuchung überhaupt richtig beginnen kann, wird unser Schiff abgeschossen. Eine mysteriöse Gestalt rettet uns und kurze Zeit später stehen wir praktisch mit nichts in der Wüste. Die eigene Spielfigur lässt sich nicht nur optisch anpassen. Auch ihre Herkunft und Vorgeschichte werden festgelegt. Unser Charakter stammte beispielsweise als Soldat von den feuchten Ebenen Caladans. Alternativ sind andere Hintergründe wie Salusa Secundus möglich. Auch eine Ausbildung in den Lehren der Mentaten oder Bene Gesserit kann gewählt werden. Diese Entscheidungen dienen nicht lediglich dem Rollenspiel. Die Herkunft beeinflusst bestimmte Dialogoptionen und bestimmt, auf welchen Fähigkeitenbaum zu Beginn zugegriffen werden kann. Dadurch entsteht bereits während der Charaktererstellung das Gefühl, tatsächlich eine eigene Figur innerhalb dieses Universums zu erschaffen.

Jede Verbesserung verändert das Abenteuer

Das Progressionssystem funktioniert hervorragend. Erkundung, Kämpfe und Quests belohnen mit Forschungspunkten. Diese wiederum schalten Baupläne für neue Gegenstände und Einrichtungen frei. Schon bald können Blutreiniger gebaut werden, mit denen sich Wasser gewinnen lässt. Zisternen ermöglichen die Lagerung größerer Mengen. Zusätzliche Kisten schaffen Platz für die ständig wachsenden Vorräte an Materialien. Erzraffinerien, chemische Raffinerien und Fabrikatoren erweitern anschließend die Produktionsmöglichkeiten. Die Basis wächst dadurch nicht einfach, weil ein Survival-Spiel nun einmal erwartet, dass irgendwann ein großes Haus gebaut wird. Wir benötigen diesen zusätzlichen Platz tatsächlich.

Mit jeder neuen Maschine verändern sich die Möglichkeiten. Mehr Wasser bedeutet längere Expeditionen. Bessere Raffinerien ermöglichen hochwertigere Materialien und diese führen wiederum zu besserer Ausrüstung. Optional lassen sich Forschungsfortschritte stärker an die Karriereentwicklung koppeln, wenn eine linearere Progression bevorzugt wird. Grundsätzlich gelingt Funcom allerdings ein bemerkenswert guter Spagat. Dune: Awakening besitzt eine enorme Menge an Systemen und Crafting-Möglichkeiten, wirkt aber nur selten überwältigend. Besonders hilfreich ist, dass wir praktisch immer wussten, warum wir unsere Basis verlassen. Eine Expedition besitzt normalerweise ein konkretes Ziel. Vielleicht fehlt ein bestimmtes Material, ein neuer Bauplan soll erforscht oder eine Quest abgeschlossen werden. Dadurch verkommt das Sammeln von Ressourcen nicht zum vollkommen ziellosen Abgrasen der Umgebung.

Erst das Sandbike, dann die große Freiheit

Besonders motivierend ist, dass neue Ausrüstung nicht nur Zahlen verbessert, sondern die Erkundung tatsächlich verändert. Ein hervorragendes Beispiel ist das Sandbike. Sobald das Fahrzeug freigeschaltet wird, vergrößert sich der Aktionsradius enorm. Gebiete, die zuvor aufgrund von Hitze, Durst und Entfernung kaum erreichbar waren, werden plötzlich zu realistischen Expeditionszielen. Ähnlich funktioniert der Suspensor-Gürtel. In Kombination mit dem Shigawire-Greifhaken können Berge und andere Hindernisse wesentlich einfacher überwunden werden.

Dadurch verändert sich die Art, wie wir Arrakis erkunden, während des gesamten Abenteuers immer wieder. Dune: Awakening vermittelt permanent das Gefühl, auf etwas Größeres hinzuarbeiten. Neue Ausrüstung bedeutet nicht einfach fünf Prozent mehr Schaden oder etwas zusätzliche Rüstung. Sie kann beeinflussen, wohin wir reisen, welche Ressourcen wir erreichen und wie wir uns durch die Umgebung bewegen. Dieser stetige Machtzuwachs gehört zu den Hauptgründen, weshalb die typische Survival-Routine hier so lange motiviert.

Kämpfe mit der langsamen Klinge

Auch das Kampfsystem überrascht positiv. Gerade mit besserer Ausrüstung entwickeln die Auseinandersetzungen eine angenehm direkte und körperliche Wirkung. Schilde und Nahkampfwaffen orientieren sich an den bekannten Regeln des Universums. Dadurch wird das berühmte Prinzip der langsamen Klinge nicht einfach in Dialogen erwähnt, sondern findet tatsächlich seinen Weg ins Gameplay. Mit zunehmender Ausrüstung erweitert sich das Arsenal und eröffnet zusätzliche Möglichkeiten. Die Kämpfe besitzen nicht die enorme Tiefe eines reinen Actionspiels, funktionieren im Kontext eines Survival-RPGs aber erstaunlich gut.

Die größte Schwäche ist die Gegnervielfalt. Viele Begegnungen ähneln sich und Gegner wiederholen ihre Verhaltensweisen recht schnell. Glücklicherweise sind die Kämpfe meistens kurz genug, um trotzdem nicht zu stark zu ermüden. Dune: Awakening versucht nicht, aus jeder kleinen Begegnung einen minutenlangen Kampf zu machen. Dadurch bleibt das Tempo angenehm hoch und die Auseinandersetzungen funktionieren als Teil der größeren Expeditionsstruktur.

Der Einzelspielermodus verändert Dune: Awakening

Viele dieser Elemente waren bereits Bestandteil der ursprünglichen PC-Fassung von 2025. Für die Konsolenversion ist deshalb besonders interessant, was Funcom seitdem verändert hat. Die wichtigste Neuerung ist eindeutig der dedizierte Einzelspielermodus. Zum ursprünglichen Start war Dune: Awakening stark als MMO-artige Erfahrung aufgebaut. Server wurden nicht nur mit Freunden, sondern auch mit fremden Spielern geteilt. Es gab PvE- und PvP-Bereiche und entsprechend musste beim Basenbau Rücksicht auf andere Spieler genommen werden. Besonders im Deep Desert konnte die PvP-Komponente dafür sorgen, dass mühsam erarbeiteter Fortschritt durch feindliche Spieler bedroht wurde.

Diese Erfahrung existiert weiterhin für alle, die genau darauf Lust haben. Funcom hat allerdings erkannt, dass ein großer Teil der Community Dune: Awakening ohnehin weitgehend allein spielt. Statt weiterhin zu versuchen, eine Multiplayer-Struktur irgendwie als Solo-Erlebnis funktionieren zu lassen, gibt es nun einen echten Einzelspielermodus. Charaktere können nicht zwischen Multiplayer und Solo übertragen werden. Dafür verschwindet ein großer Teil des Drucks, der normalerweise mit persistenten Online-Welten und Live-Service-Strukturen verbunden ist. Man muss mit niemandem Schritt halten. Es spielt keine Rolle, ob eine Woche lang nicht gespielt wird. Arrakis wartet.

Fazit

Dune: Awakening erfindet das Survival-Genre nicht neu. Wer bereits Valheim, RuneScape: Dragonwilds oder zahlreiche andere Vertreter gespielt hat, wird viele grundlegende Abläufe sofort wiedererkennen. Ressourcen werden gesammelt, Technologien erforscht, Basen errichtet und immer bessere Ausrüstung hergestellt. Was Dune: Awakening von vielen Konkurrenten unterscheidet, ist die Konsequenz, mit der Funcom diese bekannten Systeme an Arrakis anpasst. Wasser ist nicht einfach irgendeine Leiste, die gelegentlich aufgefüllt werden muss. In den ersten Stunden bestimmt Durst praktisch jede Entscheidung. Wie weit können wir reisen? Reicht das Wasser für den Rückweg? Lohnt sich dieser Abstecher oder riskieren wir dadurch, in der Wüste zu verdursten?

Mit jeder neuen Technologie verändert sich diese Situation. Blutreiniger, Zisternen und bessere Ausrüstung vergrößern unsere Möglichkeiten. Das Sandbike erweitert plötzlich den gesamten Aktionsradius und neue Traversal-Fähigkeiten machen zuvor kaum erreichbare Gebiete zugänglich. Genau diese Progression ist die größte Stärke des Spiels. Wir haben selten das Gefühl, einfach nur Zahlen zu erhöhen. Viele Verbesserungen verändern tatsächlich, wie Arrakis erkundet werden kann. Auch der Basenbau funktioniert auf der PS5 überraschend angenehm. Die Controller-Steuerung fühlt sich natürlich an und die Platzierung von Objekten wird nicht zur Geduldsprobe. Zusammen mit den umfangreichen Forschungs- und Fähigkeitenbäumen entsteht dadurch eine Progressionsspirale, die über viele Stunden motiviert.

Für Fans von Frank Herberts Universum ist Dune: Awakening deshalb besonders leicht zu empfehlen. Funcom versteht, dass eine Lizenz allein nicht ausreicht. Die Welt von Dune steckt in den Spielmechaniken, den Gegenständen, dem Kampfsystem und vor allem im ständigen Kampf gegen Arrakis selbst. Es gibt inzwischen unzählige Survival-Spiele. Aber nur eines schafft es, dass wir nach einer Stunde in der Wüste tatsächlich erst einmal aufstehen und uns ein Glas Wasser holen wollen.

Dune: Awakening

Dune: Awakening
85 100 0 1
85/100
Total Score
  • Spielspaß
    90/100 Amazing
  • Grafik
    80/100 Very good
  • Gameplay
    85/100 Amazing
  • Sound
    85/100 Amazing
  • Umfang
    85/100 Amazing

Positiv

  • Hervorragendes Gefühl für Progression
  • Wasser als sinnvoll integrierte Survival-Mechanik
  • Viele authentische Details aus dem Dune-Universum
  • Umfangreiche Charakteranpassung

Negativ

  • Begrenzte Gegnervielfalt
  • Lineares Questdesign bremst gelegentlich den Entdeckerdrang
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