Es gibt Spielereihen, die sich über Jahrzehnte hinweg kaum verändern müssen, weil ihre grundlegende Formel einfach funktioniert. Ace Combat gehört zweifellos dazu. Seit vielen Jahren schickt Bandai Namco Spieler in die Cockpits moderner Kampfjets, lässt sie mit einem geradezu absurden Arsenal an Raketen über fiktive Schlachtfelder donnern und erzählt dazu Geschichten, die irgendwo zwischen ernsthaftem Kriegsdrama und vollkommen übertriebener Militär-Action angesiedelt sind. Mit Ace Combat 8: Wings of Theve erreicht diese Mischung nun ihren bisherigen Höhepunkt.Der Erfolg von Ace Combat 7: Skies Unknown stellte die Entwickler allerdings vor eine besondere Herausforderung. Der Vorgänger entwickelte sich zum erfolgreichsten Ableger der gesamten Reihe und sorgte dafür, dass die Erwartungen an eine Fortsetzung entsprechend hoch ausfielen.
Gleichzeitig ermöglichte dieser Erfolg dem Entwicklerstudio Bandai Namco Aces, deutlich mehr Ressourcen in den Nachfolger zu investieren. Das Ergebnis ist ein Ace Combat, das größer, aufwendiger und selbstbewusster wirkt als jemals zuvor. Die Entwickler versuchen nicht, das bewährte Konzept zwanghaft neu zu erfinden. Stattdessen konzentrieren sie sich darauf, die bekannten Stärken auszubauen, das Spielgefühl zu verfeinern und die Geschichte wesentlich cineastischer zu inszenieren. Und genau diese Entscheidung zahlt sich aus. Ace Combat 8: Wings of Theve ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie eine traditionsreiche Spielereihe modernisiert werden kann, ohne dabei ihre Identität zu verlieren.
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Ein bewährtes Konzept, das noch immer hervorragend funktioniert
Wer bereits einen früheren Teil der Ace-Combat-Reihe gespielt hat, wird sich in Wings of Theve sofort zu Hause fühlen. Das grundlegende Spielprinzip bleibt unverändert: Wir erhalten eine Missionsbesprechung, wählen unseren Kampfjet aus und steigen anschließend in die Lüfte, um feindliche Flugzeuge, Bodenziele und gelegentlich vollkommen überdimensionierte Kriegsmaschinen zu zerstören. Dabei orientiert sich Ace Combat weiterhin eher an klassischen Arcade-Spielen als an realistischen Flugsimulationen. Die Kampfjets basieren zwar auf echten Militärflugzeugen, tragen allerdings eine geradezu lächerliche Anzahl an Raketen und lassen sich wesentlich unkomplizierter steuern als ihre realen Vorbilder. Das mag auf den ersten Blick wenig authentisch erscheinen, ist aber seit jeher ein wesentlicher Bestandteil des Erfolgsrezepts. Ace Combat möchte nicht, dass wir uns stundenlang mit komplizierten Cockpitsystemen beschäftigen. Stattdessen sollen wir möglichst schnell spektakuläre Luftkämpfe erleben.

Genau darin liegt auch die größte Stärke von Wings of Theve. Die Steuerung reagiert hervorragend auf Eingaben und vermittelt eine ausgezeichnete Kontrolle über die verschiedenen Flugzeuge. Selbst bei hohen Geschwindigkeiten und hektischen Richtungswechseln bleibt das Spiel angenehm präzise. Besonders befriedigend ist weiterhin das Gefühl, einen gegnerischen Kampfjet erfolgreich ins Visier zu nehmen, die Raketen abzufeuern und anschließend zuzusehen, wie das Ziel in einer gewaltigen Explosion verschwindet. Dieses grundlegende Prinzip begleitet die Reihe seit Jahrzehnten. Trotzdem macht es auch im achten Hauptteil noch genauso viel Spaß.
Die bisher beste Flugmechanik der Serie?
Obwohl sich die grundlegenden Abläufe kaum verändert haben, fühlt sich Ace Combat 8 spürbar ausgereifter an. Die Flugbewegungen gehen besonders flüssig ineinander über, die Steuerung reagiert unmittelbar und die spektakulärere Präsentation verstärkt jede erfolgreiche Aktion. Gerade während intensiver Luftkämpfe entsteht ein fantastisches Zusammenspiel aus Geschwindigkeit, Kontrolle und audiovisueller Inszenierung. Wenn mehrere feindliche Jets gleichzeitig angreifen, Warnsignale ertönen und wir mit einem riskanten Manöver einer Rakete ausweichen, erreicht Wings of Theve jene Intensität, für die Ace Combat seit jeher bekannt ist.

Dabei bleibt das Spiel erfreulich zugänglich. Neueinsteiger müssen keine komplizierten Flugsysteme erlernen, um erste Erfolge zu erzielen. Gleichzeitig bietet das Gameplay genügend Möglichkeiten, die eigene Flugtechnik kontinuierlich zu verbessern. Erfahrene Spieler können mit präzisen Manövern, geschickter Positionierung und dem richtigen Einsatz ihrer Bewaffnung deutlich effektiver agieren. Besonders beeindruckend ist, wie selbstverständlich die unterschiedlichen Mechaniken ineinandergreifen. Ace Combat 8 fühlt sich nicht wie eine Sammlung einzelner Systeme an, sondern wie ein hervorragend abgestimmtes Actionspiel. Das Ergebnis ist eine Flugmechanik, die zu den besten gehört, die die Reihe bislang hervorgebracht hat.
Eine neue Legende erhebt sich über Theve
Die Handlung von Ace Combat 8: Wings of Theve spielt erneut in der fiktiven Welt Strangereal, in der politische Konflikte, militärische Machtkämpfe und außergewöhnliche Waffensysteme zum Alltag gehören. Im Mittelpunkt steht die FCU, ein Staat, der vollkommen überraschend von der Republik Sotoa angegriffen wird. Unsere Spielfigur wird vom Flugzeugträger Endurance gerettet, der zu den verbliebenen Streitkräften der FCU gehört. Dort erfahren wir von einer legendären Pilotenfigur, die unter dem Namen Wings of Theve bekannt ist. Für die Bevölkerung der FCU stellt dieser Pilot ein Symbol der Hoffnung dar. Seine angeblichen Heldentaten geben den Menschen das Gefühl, dass ihr Land trotz der militärischen Übermacht des Gegners noch eine Chance besitzt.

Allerdings verbirgt sich hinter dieser Legende eine unbequeme Wahrheit: Der Mythos ist eine Erfindung. Als der Mann, der diese Rolle bislang verkörpert hat, während eines Einsatzes ums Leben kommt, übernehmen wir nicht nur seinen Platz, sondern auch den legendären Namen. Gleichzeitig erhalten wir das Kommando über seine bisherigen Flügelmänner. Diese Ausgangssituation funktioniert hervorragend. Statt einfach nur einen namenlosen Piloten zu spielen, übernehmen wir eine Rolle, die für zahlreiche Menschen eine enorme symbolische Bedeutung besitzt. Damit entsteht eine interessante Spannung zwischen dem Mythos eines unbesiegbaren Helden und der Realität eines Krieges, in dem jeder Einsatz der letzte sein könnte.
Mehr Kino im Cockpit
Eine der auffälligsten Veränderungen betrifft die Inszenierung der Geschichte. Während frühere Ace-Combat-Spiele häufig auf klassische Zwischensequenzen und unterschiedliche Perspektiven setzten, präsentiert Wings of Theve einen Großteil seiner Handlung aus der Ego-Perspektive. Dadurch wirkt das Geschehen unmittelbarer. Wir beobachten nicht einfach nur, wie andere Figuren miteinander sprechen, sondern erleben viele Situationen direkt aus der Perspektive unseres eigenen Charakters. Gerade in Verbindung mit der deutlich verbesserten Grafik entsteht dadurch eine stärkere Bindung zur Handlung. Die Entwickler nutzen diese Präsentationsform geschickt, um dramatische Momente intensiver zu gestalten. Gleichzeitig wirkt unsere Rolle innerhalb der Geschichte greifbarer. Allerdings kann die Handlung selbst nicht immer mit ihrer Inszenierung mithalten.

Wie für Ace Combat typisch, werden zahlreiche politische Fraktionen, militärische Organisationen, Orte und Figuren eingeführt. Dabei verliert sich die Geschichte gelegentlich in ihren eigenen Verwicklungen. Nicht jede Wendung ist auf Anhieb nachvollziehbar und manchmal muss man sich regelrecht daran erinnern, welche Partei gerade mit wem verbündet ist. Das ist kein neues Problem der Serie. Ace Combat liebt seine komplexen politischen Konflikte und dramatischen Enthüllungen, auch wenn die eigentliche Geschichte dadurch gelegentlich unnötig kompliziert wird. Immerhin funktioniert die englische Sprachausgabe hervorragend. Die Dialoge besitzen genau jene Mischung aus Ernsthaftigkeit und herrlicher Übertreibung, die Fans der Reihe erwarten. Manche Aussagen sind derart pathetisch, dass sie beinahe unfreiwillig komisch wirken. Gleichzeitig passen sie perfekt zur Welt von Ace Combat. Gerade diese charmante Überzeichnung gehört einfach dazu.
Technisch ein gewaltiger Schritt nach vorne
Auch grafisch macht Ace Combat 8: Wings of Theve einen hervorragenden Eindruck. Die Flugzeuge sind detailliert modelliert, die Umgebungen wirken beeindruckend und die zahlreichen Explosionen sorgen für spektakuläre Momente. Besonders bei intensiven Gefechten zeigt sich, wie stark die neue Präsentation das Spielerlebnis aufwertet. Wenn mehrere Kampfjets über eine weitläufige Landschaft rasen, Raketen ihre Rauchspuren hinterlassen und am Horizont gewaltige Explosionen entstehen, wirkt Wings of Theve ausgesprochen eindrucksvoll. Ganz ohne Schwächen bleibt die Darstellung allerdings nicht. Vereinzelt fallen Texturen auf, die qualitativ nicht mit dem restlichen Spiel mithalten können. Gerade bei genauerem Hinsehen wirken manche Oberflächen etwas unscharf.

Auf der regulären PlayStation 5 stehen unterschiedliche Grafikmodi zur Verfügung. Für unseren Test fiel die Wahl auf den Performance-Modus. Bei einem schnellen Actionspiel wie Ace Combat sind 60 Bilder pro Sekunde schließlich besonders wichtig. Glücklicherweise funktioniert dieser Modus hervorragend. Die Bildrate sorgt für eine angenehm flüssige Darstellung und unterstützt die präzise Steuerung. Gleichzeitig fällt der Unterschied bei der Bildqualität gegenüber dem Qualitätsmodus vergleichsweise gering aus. Gelegentlich wirkt das Bild etwas weich, doch angesichts der hervorragenden Performance ist dieser Kompromiss problemlos zu verschmerzen. Gerade während hektischer Luftkämpfe profitiert das Spiel enorm von der höheren Bildrate.
Ein Sounddesign, das jeden Abschuss zelebriert
So beeindruckend die Grafik auch ausfällt, das Sounddesign gehört zu den eigentlichen Höhepunkten von Wings of Theve. Die Entwickler haben offensichtlich verstanden, dass ein Ace-Combat-Spiel nicht einfach nur realistisch klingen muss. Es soll vor allem das Gefühl vermitteln, einen der gefährlichsten Kampfjets der Welt zu steuern. Und genau das gelingt hervorragend. Wenn unsere Maschine die Schallmauer durchbricht, ertönt ein gewaltiger Überschallknall. Raketenstarts besitzen einen kräftigen Klang und Explosionen werden mit einer beeindruckenden Präzision wiedergegeben. Jeder erfolgreiche Abschuss fühlt sich dadurch noch befriedigender an. Besonders gelungen ist die Kombination aus Triebwerksgeräuschen, Funksprüchen, Warnsignalen und musikalischer Untermalung.

Während eines intensiven Luftkampfes entsteht eine Klangkulisse, die gleichzeitig chaotisch und erstaunlich gut verständlich bleibt. Das Spiel schafft es, die enorme Geschwindigkeit und Gewalt der Gefechte akustisch einzufangen. Hinzu kommt ein erneut hervorragender Soundtrack. Die Ace-Combat-Reihe ist seit vielen Jahren für ihre außergewöhnliche Musik bekannt und Wings of Theve führt diese Tradition überzeugend fort. Gerade in dramatischen Missionen trägt die musikalische Untermalung entscheidend dazu bei, dass sich gewöhnliche Luftkämpfe plötzlich wie der Höhepunkt eines großen Actionfilms anfühlen.
Der DualSense macht das Cockpit lebendig
Eine besonders positive Überraschung ist die Nutzung des DualSense-Controllers. Viele Spiele von Drittanbietern beschränken sich auf eine eher oberflächliche Integration der besonderen PS5-Funktionen. Ace Combat 8 geht deutlich weiter. Das haptische Feedback reagiert auf zahlreiche Ereignisse während des Fluges und vermittelt dadurch zusätzliche Informationen über das Geschehen. Besonders bei Manövern mit hohen G-Kräften machen sich die Effekte bemerkbar. Die Trigger reagieren spürbar und vermitteln ein zusätzliches Gefühl für die Belastung des Flugzeugs. Auch andere Aktionen werden durch das haptische Feedback unterstützt.

Dadurch entsteht eine stärkere Verbindung zwischen den eigenen Eingaben und dem Geschehen auf dem Bildschirm. Natürlich ersetzt diese Funktion keine echte Flugsimulation. Das soll sie aber auch gar nicht. Vielmehr ergänzt sie das ohnehin hervorragende Arcade-Gameplay um eine zusätzliche Ebene der Immersion. Gerade in Kombination mit dem beeindruckenden Sounddesign und der flüssigen Darstellung entsteht ein ausgesprochen intensives Fluggefühl. Wings of Theve gehört damit zu den erfreulichen Beispielen dafür, wie sinnvoll die besonderen Funktionen des DualSense auch in Spielen außerhalb der PlayStation-Studios eingesetzt werden können. Auch im Multiplayer spielt die Progression eine wichtige Rolle. Jeder Kampfjet besitzt eine eigene Entwicklung, die durch seine Verwendung vorangetrieben wird. Zusätzlich müssen neue Flugzeuge mit einer Währung freigeschaltet werden, die durch absolvierte Multiplayer-Partien verdient wird. Dadurch entsteht ein langfristiges Fortschrittssystem, das insbesondere engagierte Spieler motivieren soll.
Fazit
Ace Combat 8: Wings of Theve ist genau die Fortsetzung, die sich Fans nach dem enormen Erfolg von Skies Unknown erhofft haben dürften. Bandai Namco Aces versucht nicht, das bewährte Konzept zwanghaft zu verändern. Stattdessen konzentrieren sich die Entwickler darauf, die Stärken der Reihe konsequent auszubauen. Das Ergebnis ist ein außergewöhnlich rundes Arcade-Flugspiel, das seine größten Qualitäten bereits nach wenigen Minuten offenbart. Wings of Theve ist größer, spektakulärer und technisch ausgereifter als seine Vorgänger, ohne dabei den unverwechselbaren Charme der Reihe zu verlieren. Wer sich schon immer einmal wie der Held eines vollkommen überdrehten Luftkampf-Blockbusters fühlen wollte, bekommt hier genau das richtige Spiel.

Ace Combat 8: Wings of Theve
Ace Combat 8: Wings of Theve-
Spielspaß85/100 Amazing
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Grafik95/100 The best
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Gameplay90/100 Amazing
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Sound90/100 Amazing
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Umfang80/100 Very good
Positiv
- Hervorragend verfeinertes Arcade-Fluggefühl
- Deutlich cineastischere Inszenierung
- Umfangreiche Flugzeugentwicklung
- Beeindruckende Grafik
Negativ
- Geschichte teilweise unnötig kompliziert

