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Final Fantasy Resonance Test/Review

Seit mehr als einem Jahrzehnt diskutieren Fans darüber, ob sich Final Fantasy zu weit von seinen ursprünglichen Wurzeln entfernt hat. Während Square Enix mit Final Fantasy XV und Final Fantasy XVI zunehmend auf actionreiche Echtzeitkämpfe setzte, wünschen sich viele langjährige Anhänger eine Rückkehr zu klassischen rundenbasierten Rollenspielen. Genau hier kommt Final Fantasy Resonance ins Spiel. Das neue JRPG greift die Grundlagen des mittlerweile eingestellten Mobile-Titels Final Fantasy Brave Exvius auf und verwandelt sie in ein vollwertiges Einzelspielerabenteuer, das sich überraschend stark an den großen Klassikern der Reihe orientiert.

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Dabei handelt es sich keineswegs um eine einfache Konsolenportierung. Square Enix hat die ursprünglichen Free-to-Play-Mechaniken entfernt, das Kampfsystem grundlegend überarbeitet und dem Abenteuer eine wunderschöne HD-2D-Präsentation spendiert. Das Ergebnis ist ein rund 50 Stunden langes Rollenspiel, das mit einem hervorragenden Kampfsystem, einer motivierenden Charakterentwicklung und einer gehörigen Portion Nostalgie begeistert. Allerdings zeigt sich auch, dass eine Rückkehr zu alten Tugenden nicht automatisch eine außergewöhnliche Geschichte garantiert.

Zurück zu den Wurzeln von Final Fantasy

Final Fantasy Resonance fühlt sich bereits in seinen ersten Spielstunden wie eine Liebeserklärung an die klassischen Teile der Reihe an. Statt uns mit endlosen Dialogen, komplizierten politischen Verwicklungen oder übermäßig langen Zwischensequenzen aufzuhalten, konzentriert sich das Abenteuer auf eine vergleichsweise geradlinige Geschichte, die kontinuierlich vorangetrieben wird. Im Mittelpunkt stehen einmal mehr die für Final Fantasy so typischen Kristalle. Eine geheimnisvolle Ritterorganisation verfolgt das Ziel, diese mächtigen Artefakte zu zerstören. Natürlich steckt hinter diesem Vorhaben mehr, als es zunächst den Anschein hat, und schon bald werden unsere Helden in einen Konflikt verwickelt, der weitreichende Konsequenzen für die gesamte Spielwelt besitzt.

Die Geschichte setzt dabei bewusst auf bekannte Motive. Freundschaft, Verrat, persönliche Opfer und der Kampf gegen eine vermeintlich übermächtige Bedrohung bestimmen den Verlauf des Abenteuers. Das funktioniert grundsätzlich gut, auch weil Resonance ein angenehmes Erzähltempo besitzt. Größere Ereignisse folgen regelmäßig aufeinander, ohne dass wir uns zuvor durch stundenlange Gespräche arbeiten müssen. Gerade im Vergleich zu manchen modernen JRPGs, die ihre Handlung mit unzähligen Nebendialogen und ausufernden Erklärungen künstlich strecken, wirkt dieser Ansatz ausgesprochen erfrischend. Final Fantasy Resonance erinnert dadurch an eine Zeit, in der Rollenspiele ihre Geschichten wesentlich kompakter erzählten und trotzdem große Abenteuer vermittelten.

Eine charmante Geschichte mit vorhersehbaren Wendungen

So angenehm das Erzähltempo auch ausfällt, die Geschichte gehört leider nicht zu den größten Stärken des Spiels. Viele Entwicklungen lassen sich bereits früh erahnen, während die Charaktere häufig bekannten JRPG-Klischees entsprechen. Da gibt es den idealistischen Helden, der über sich hinauswachsen muss, geheimnisvolle Verbündete mit verborgenen Absichten und persönliche Konflikte, deren Auflösung erfahrene Rollenspieler schon lange vor dem eigentlichen Höhepunkt erkennen dürften. Besonders schade ist, dass Final Fantasy Resonance gelegentlich durchaus interessante Ansätze erkennen lässt. Einige Gespräche zwischen den Gruppenmitgliedern deuten komplexere Beziehungen und persönliche Hintergründe an, die anschließend jedoch nur oberflächlich behandelt werden.

Dadurch fehlt den Figuren stellenweise jene emotionale Tiefe, die Charaktere wie Cloud, Terra, Vivi oder Tidus über Jahrzehnte hinweg unvergesslich gemacht hat. Dennoch wächst einem die Gruppe mit der Zeit ans Herz. Das liegt vor allem an den sympathischen Dialogen, den gelungenen humorvollen Momenten und den wunderschönen Charakterporträts. Square Enix versteht es hervorragend, den Figuren trotz ihrer vorhersehbaren Entwicklung eine gewisse Persönlichkeit zu verleihen. Besonders die lockeren Gespräche zwischen den Helden sorgen immer wieder für ein Schmunzeln und lockern die ansonsten klassische Fantasy-Geschichte angenehm auf.

HD-2D in seiner vielleicht schönsten Form

Optisch gehört Final Fantasy Resonance zu den beeindruckendsten Vertretern des mittlerweile etablierten HD-2D-Stils. Square Enix kombiniert detaillierte Pixelcharaktere mit dreidimensionalen Umgebungen, moderner Beleuchtung und aufwendigen Kameraeffekten. Das Grundprinzip kennen wir bereits aus Spielen wie Octopath Traveler oder den HD-2D-Neuauflagen der Dragon-Quest-Reihe. Allerdings geht Final Fantasy Resonance bei seiner Inszenierung noch einen Schritt weiter. Besonders während wichtiger Zwischensequenzen arbeitet das Spiel mit dynamischen Kameraperspektiven, die den Ereignissen eine erstaunlich filmische Wirkung verleihen. Statt die Figuren lediglich aus einer festen Perspektive zu betrachten, bewegt sich die Kamera regelmäßig durch die Umgebung und setzt dramatische Momente gezielt in Szene.

Das wirkt zunächst etwas ungewöhnlich, da sich die klassischen Pixelsprites teilweise wie Charaktere in einer vollständig dreidimensionalen Produktion bewegen. Allerdings gewöhnt man sich schnell daran, zumal die Inszenierung besonders bei größeren Storyereignissen hervorragend funktioniert. Auch die Spielwelt selbst kann überzeugen. Städte, Dörfer und Dungeons sind mit zahlreichen Details ausgestattet und profitieren von stimmungsvollen Lichtquellen sowie gelungenen Tiefenschärfeeffekten. Besonders die frei erkundbare Weltkarte ist ein echter Hingucker. Sie vermittelt ein wunderbares Gefühl von Abenteuer und erinnert daran, wie faszinierend die Weltkarten früherer Final-Fantasy-Spiele sein konnten. Wer mit den klassischen Serienteilen aufgewachsen ist, dürfte sich hier sofort heimisch fühlen.

Die Benutzeroberfläche kann nicht mithalten

So gelungen die eigentliche Spielwelt aussieht, so enttäuschend fällt die Gestaltung der Menüs aus. Gerade bei einem Rollenspiel, in dem wir regelmäßig Ausrüstung wechseln, Fähigkeiten verwalten und unsere Charaktere optimieren, spielt eine ansprechende Benutzeroberfläche eine wichtige Rolle. Leider wirkt Final Fantasy Resonance hier überraschend uninspiriert. Die verwendeten Schriftarten erscheinen teilweise generisch und besitzen kaum Wiedererkennungswert. Auch die Menüs selbst sind funktional, aber optisch wenig aufregend.

Zwar lassen sich sämtliche wichtigen Informationen problemlos erkennen, doch gerade angesichts der wunderschönen HD-2D-Grafik hätte man sich eine etwas individuellere Gestaltung gewünscht. Die Final Fantasy Pixel Remaster haben bereits gezeigt, wie sinnvoll unterschiedliche Schriftarten und alternative Darstellungsoptionen sein können. Eine vergleichbare Möglichkeit hätte auch Resonance gutgetan. Letztlich handelt es sich dabei allerdings um einen eher kleinen Kritikpunkt, der angesichts der spielerischen Qualitäten schnell in den Hintergrund rückt.

Ein klassisches Kampfsystem mit modernen Ideen

Das eigentliche Herzstück von Final Fantasy Resonance ist das rundenbasierte Kampfsystem. Und hier liefert Square Enix eine hervorragende Leistung ab. Anders als bei einigen früheren Final-Fantasy-Spielen kommt kein Active-Time-Battle-System zum Einsatz. Stattdessen werden sämtliche Aktionen in klar strukturierten Runden ausgeführt. Dadurch können wir unsere nächsten Schritte in Ruhe planen und die Fähigkeiten unserer Gruppenmitglieder gezielt miteinander kombinieren.

In den ersten Spielstunden wirkt das System allerdings noch vergleichsweise simpel. Unsere Gruppe besteht zunächst nur aus wenigen Charakteren, die verfügbaren Fähigkeiten sind begrenzt und gewöhnliche Gegner stellen kaum eine ernsthafte Bedrohung dar. Dadurch entsteht anfangs der Eindruck, dass Final Fantasy Resonance lediglich bekannte Genrestandards abarbeitet. Glücklicherweise ändert sich das mit zunehmendem Spielfortschritt deutlich. Sobald weitere Charaktere, Fähigkeiten und insbesondere das sogenannte Visionen-System freigeschaltet werden, entwickelt sich das Kampfsystem zu einer ausgesprochen motivierenden Angelegenheit.

Das Visionen-System ist die größte Stärke

Die interessanteste Spielmechanik von Final Fantasy Resonance sind zweifellos die Visionen. Dabei handelt es sich um die Geister legendärer Helden aus früheren Final-Fantasy-Abenteuern. Im Verlauf der Geschichte entdecken wir spezielle Heiligtümer, an denen sich neue Visionen freischalten lassen. Diese können anschließend unseren Gruppenmitgliedern zugewiesen werden und verleihen ihnen zusätzliche Fähigkeiten, Zaubersprüche und passive Verbesserungen. Im Grunde funktioniert das System wie eine flexible Variante des klassischen Jobsystems. Statt einen Charakter dauerhaft auf eine bestimmte Klasse festzulegen, können wir die Visionen jederzeit austauschen und dadurch unterschiedliche Rollen innerhalb unserer Gruppe ausprobieren. Besonders interessant ist allerdings die langfristige Charakterentwicklung.

Bleibt eine Vision über längere Zeit ausgerüstet, erhält der entsprechende Charakter permanente Verbesserungen seiner Statuswerte und zusätzliche passive Fähigkeiten. Dadurch können wir unsere Gruppenmitglieder gezielt spezialisieren und individuelle Charakterkonzepte entwickeln. Ein offensiv ausgerichteter Kämpfer lässt sich beispielsweise mit zusätzlichen magischen Fähigkeiten ausstatten, während ein defensiver Charakter durch bestimmte passive Boni noch widerstandsfähiger wird. Die Möglichkeiten wachsen mit jeder neu gefundenen Vision. Gerade deshalb macht es enorm viel Spaß, die verschiedenen Heiligtümer zu entdecken. Hinter jedem neuen Fund könnte sich eine Fähigkeit verbergen, die unsere bisherige Strategie grundlegend verändert.

Beschwörungen und Spezialangriffe sorgen für Dynamik

Mit zunehmendem Spielfortschritt werden die Kämpfe immer komplexer. Neben den gewöhnlichen Fähigkeiten und Zaubern stehen uns verschiedene Beschwörungen sowie besonders mächtige Spezialangriffe der Visionen zur Verfügung. Dadurch entstehen zahlreiche Möglichkeiten, unterschiedliche Fähigkeiten miteinander zu kombinieren. Besonders befriedigend ist es, wenn eine sorgfältig vorbereitete Strategie perfekt aufgeht. Wir nutzen zunächst die elementaren Schwächen unserer Gegner aus, bringen anschließend die gesamte Feindgruppe ins Taumeln und entfesseln schließlich eine Reihe besonders mächtiger Spezialangriffe.

Die daraus entstehenden Schadenszahlen können beeindruckend ausfallen. Gleichzeitig bleibt das Kampfsystem angenehm verständlich. Trotz der zahlreichen Möglichkeiten verliert Final Fantasy Resonance nie vollständig seine klassische Struktur. Gerade diese Kombination aus vertrauten Mechaniken und modernen Erweiterungen macht das Spiel so interessant. Square Enix beweist damit eindrucksvoll, dass rundenbasierte Kämpfe auch heute noch ausgesprochen spannend und abwechslungsreich sein können.

50 Stunden klassische JRPG-Unterhaltung

Mit einer Spielzeit von ungefähr 50 Stunden bietet Final Fantasy Resonance einen ordentlichen Umfang. Besonders erfreulich ist dabei das vergleichsweise hohe Erzähltempo. Während andere moderne Rollenspiele ihre Handlung mit umfangreichen Nebenaktivitäten und langen Dialogsequenzen strecken, konzentriert sich Resonance stärker auf die wesentlichen Bestandteile. Wir erkunden neue Regionen, besuchen Städte, verbessern unsere Charaktere und stellen uns immer stärkeren Gegnern. Dabei bleibt die Motivation vor allem durch das Visionen-System konstant hoch. Neue Fähigkeiten eröffnen zusätzliche taktische Möglichkeiten und sorgen dafür, dass sich die Gruppenzusammenstellung regelmäßig verändert.

Auch die abwechslungsreichen Schauplätze tragen dazu bei, dass das Abenteuer über weite Strecken unterhaltsam bleibt. Hinzu kommt der gelungene Soundtrack. Die Musik greift den unverwechselbaren Stil klassischer Final-Fantasy-Kompositionen auf und begleitet sowohl ruhige Erkundungstouren als auch spektakuläre Bosskämpfe mit passenden Melodien. Gerade in Kombination mit der wunderschönen HD-2D-Grafik entsteht dadurch ein nostalgisches Spielerlebnis, das trotzdem modern wirkt.

Fazit

Final Fantasy Resonance ist eine der erfreulichsten Überraschungen für Fans klassischer JRPGs. Was zunächst wie eine ungewöhnliche Neuinterpretation eines eingestellten Mobile-Spiels klingt, entpuppt sich als hervorragend funktionierendes Rollenspiel mit zahlreichen interessanten Ideen. Besonders das Kampfsystem begeistert. Die Kombination aus klassischen Rundenkämpfen, elementaren Schwächen, Taumelmechaniken und zusätzlichen Aktionsrunden sorgt für ein taktisch anspruchsvolles Spielerlebnis. Noch stärker fällt allerdings das Visionen-System aus. Die Möglichkeit, legendäre Final-Fantasy-Helden auszurüsten, neue Fähigkeiten zu erlernen und die eigenen Gruppenmitglieder dauerhaft weiterzuentwickeln, gehört zu den motivierendsten Progressionsmechaniken der jüngeren Seriengeschichte.

Auch optisch überzeugt Resonance mit einer wunderschönen HD-2D-Präsentation, dynamischen Kameraperspektiven und liebevoll gestalteten Umgebungen. Hinzu kommen ein angenehmes Erzähltempo, sympathische Charaktere und ein stimmungsvoller Soundtrack. Leider kann die eigentliche Geschichte nicht mit den spielerischen Qualitäten mithalten. Viele Wendungen sind vorhersehbar, während die Figuren häufig bekannte JRPG-Klischees bedienen. Auch die etwas langweilige Benutzeroberfläche passt nicht ganz zur ansonsten hervorragenden Präsentation. Trotzdem ist Final Fantasy Resonance ein wunderbares Beispiel dafür, wie gut klassische Rollenspielmechaniken auch im Jahr 2026 funktionieren können.

Final Fantasy Resonance

Final Fantasy Resonance
93 100 0 1
93/100
Total Score
  • Spielspaß
    95/100 The best
  • Grafik
    100/100 The best
  • Gameplay
    90/100 Amazing
  • Sound
    85/100 Amazing
  • Umfang
    94/100 Amazing

Positiv

  • Hervorragendes rundenbasiertes Kampfsystem
  • Motivierendes und umfangreiches Visionen-System
  • Wunderschöne HD-2D-Grafik
  • Klassisches Final-Fantasy-Spielgefühl

Negativ

  • Teilweise klischeehafte Charaktere
  • Uninspirierte Benutzeroberfläche
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