Mit John Carpenter’s Toxic Commando versucht Entwickler Saber Interactive, ein explosives Koop-Actionspiel auf die Beine zu stellen, das sich stark an klassischen Zombie-Shootern orientiert. Gleichzeitig steht über dem gesamten Projekt ein berühmter Name: John Carpenter. Der legendäre Regisseur und Komponist ist nicht nur für ikonische Horrorfilme bekannt, sondern auch für seine unverwechselbaren Synthesizer-Soundtracks. Doch welche Rolle spielt Carpenter wirklich bei diesem Projekt? Und kann das Spiel seinem großen Namen gerecht werden?
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Ein Projekt mit prominenter Beteiligung
Der Name im Titel weckt natürlich Erwartungen. Viele Fans dürften sich fragen, wie stark John Carpenter tatsächlich an der Entwicklung beteiligt war. Laut offiziellen Angaben hat der Kultregisseur vor allem musikalisch und kreativ mitgewirkt. Er komponierte Teile des Soundtracks und brachte seine Stimme in Dialog und Tonfall des Spiels ein. Wer seine Filme kennt, erkennt schnell den typischen Humor und die leicht ironische Note, die viele Dialoge begleiten. Ganz im Stil klassischer Carpenter-Filme setzt das Spiel stark auf B-Movie-Atmosphäre. Die Figuren kommentieren die absurden Situationen mit trockenem Humor und übertriebener Coolness.

Die Handlung von Toxic Commando spielt in Nordamerika, in einer Landschaft voller dichter Wälder, Hügel und verlassener Straßen. Die Umgebung erinnert dabei stark an postapokalyptische Szenarien wie in Days Gone. Auslöser der Katastrophe ist ein fehlgeschlagenes Experiment. Wissenschaftler bohren tief in das Innere der Erde, um eine neue Energiequelle zu erschließen. Statt einer technischen Revolution lösen sie jedoch eine Reihe unkontrollierbarer Ereignisse aus. Das Resultat sind Zombies und eine mysteriöse Substanz, die aus dem Boden austritt. Dieser dunkle, ölige Schleim breitet sich über die Landschaft aus, bildet Tentakel und erschafft groteske Kreaturen. Natürlich bleibt den Spielern nur eine Lösung: alles, was sich bewegt, mit möglichst viel Feuerkraft zu bekämpfen.
Klassischer Koop-Shooter
Der Kern von Toxic Commando ist ein kooperativer First-Person-Shooter. Spieler ziehen gemeinsam mit bis zu drei weiteren Teammitgliedern in den Kampf gegen Horden von Untoten und mutierten Kreaturen. Die Missionen bestehen meist darin, bestimmte Ziele auf der Karte zu erreichen, Gegnerwellen zu überleben oder monströse Bossgegner zu besiegen. Dabei sammelt man Erfahrungspunkte, schaltet neue Fähigkeiten frei und verbessert seine Ausrüstung. Das Gameplay ist solide umgesetzt. Waffen fühlen sich ordentlich an, Gegner reagieren glaubwürdig auf Treffer und die Kämpfe sorgen für ordentliches Chaos auf dem Bildschirm. Allerdings fehlt dem Gunplay manchmal die Wucht, die andere Genrevertreter bieten. Titel wie Zombie Army 4: Dead War liefern teilweise spektakulärere Trefferreaktionen und visuell eindrucksvollere Explosionen.

Eine interessante Ergänzung zum klassischen Shooter-Gameplay sind die Fahrzeuge. Spieler können verschiedene Fahrzeuge steuern, darunter Polizeiautos, Lastwagen oder gepanzerte Transporter. Diese Fahrzeuge sind nicht nur Transportmittel, sondern werden aktiv in Missionen eingebunden. Besonders gelungen ist ein mechanisches Detail: Mit einer Seilwinde lassen sich Fahrzeuge über schwieriges Gelände ziehen oder Hindernisse aus dem Weg räumen. Hier zeigt sich deutlich der Einfluss anderer Spiele von Saber Interactive, etwa SnowRunner oder MudRunner, in denen realistische Fahrzeugphysik eine zentrale Rolle spielt. Die Mischung aus Shooter und Offroad-Elementen sorgt für etwas Abwechslung im Missionsdesign.
Vier Helden im Kampf gegen die Apokalypse
Die spielbaren Charaktere bilden ein kleines Söldnerteam: Walter Irons, Ruby Pelicano, Cato Arman und Astrid Xu. Jede Figur besitzt eigene Fähigkeiten und Waffen, doch wirklich unvergesslich sind sie leider nicht. Die Dialoge wirken oft überdreht und versuchen sehr offensichtlich, den Stil klassischer Actionfilme zu imitieren. Während diese ironische Selbstinszenierung durchaus unterhaltsam sein kann, fehlt den Charakteren manchmal die Tiefe, um wirklich im Gedächtnis zu bleiben.

Eine der größten technischen Stärken des Spiels ist die sogenannte Swarm Engine. Diese Technologie wurde ursprünglich für World War Z entwickelt. Sie ermöglicht es, enorme Mengen an Gegnern gleichzeitig auf dem Bildschirm darzustellen. In manchen Szenen stürmen hunderte Zombies gleichzeitig auf die Spieler zu. Gerade in diesen Momenten entfaltet Toxic Commando seine größte Stärke. Die riesigen Gegnerwellen erzeugen spektakuläre Actionsequenzen, die sich besonders im Koop-Modus intensiv anfühlen.
Der Soundtrack von John Carpenter
Ein besonderes Highlight für Fans ist natürlich die Musik. John Carpenter ist bekannt für seine ikonischen Synthesizer-Scores, die Filme wie Halloween geprägt haben. Auch in Toxic Commando setzt er auf elektronische Sounds und düstere Melodien. Der Soundtrack transportiert eine passende Horror-Atmosphäre und erinnert deutlich an seine Filmkompositionen. Allerdings erreicht die Musik nicht ganz die Intensität seiner berühmtesten Werke. In Filmen funktioniert Carpenters Musik oft deshalb so gut, weil sie exakt auf Szenen und Spannungsaufbau abgestimmt ist. In einem Videospiel mit variabler Spielzeit lässt sich diese Präzision naturgemäß schwerer umsetzen.

Toxic Commando hat einige sehr gelungene Missionen. Besonders eine Verteidigungssequenz bleibt im Gedächtnis. In dieser Mission müssen Spieler eine Scheune gegen eine riesige Zombiehorde verteidigen. Vor Beginn des Angriffs können Fallen vorbereitet, Waffen nachgeladen und Verteidigungspositionen eingenommen werden. Während die Spannung langsam steigt, setzt der Soundtrack mit einem bedrohlichen Gitarrenmotiv ein. Dieser Moment zeigt, welches Potenzial das Spiel in seinen besten Szenen entfalten kann.
Fazit
John Carpenter’s Toxic Commando ist ein solides Koop-Actionspiel, das vor allem im Multiplayer Spaß macht. Die Kombination aus großen Gegnerhorden, Fahrzeugmissionen und chaotischen Gefechten sorgt für kurzweilige Unterhaltung. Die Beteiligung von John Carpenter bringt eine interessante stilistische Note mit sich, auch wenn sein Einfluss nicht überall gleich stark spürbar ist. Am Ende bleibt Toxic Commando ein guter, aber nicht außergewöhnlicher Koop-Shooter. Die Technik überzeugt, einzelne Missionen liefern spektakuläre Momente und Fans von Zombie-Action kommen durchaus auf ihre Kosten. Wer allerdings ein besonders innovatives Shooter-Erlebnis oder eine tiefgehende Story erwartet, wird hier vermutlich nicht vollständig fündig.

