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Invincible VS Test/Review

Mit Invincible VS bekommt die Welt von Robert Kirkman endlich ein Fighting Game, das sich ganz auf das konzentriert, was die Vorlage am besten kann: kompromisslose, brutale Kämpfe zwischen übermächtigen Figuren. Entwickelt vom Studio Quarter Up, bringt der Titel Veteranen-Erfahrung aus der Fighting-Game-Szene mit und versucht gleichzeitig, das Genre zugänglicher zu gestalten, ohne dabei an Tiefe einzubüßen. Das Ergebnis ist ein Spiel, das sich schnell erlernen lässt, aber genug Systemtiefe besitzt, um langfristig zu motivieren, besonders im Multiplayer.

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Kämpfe, die sofort greifen und lange tragen

Schon nach wenigen Minuten wird klar, dass Invincible VS ein modernes Fighting Game sein will. Statt klassischer, komplexer Eingaben setzt das Spiel auf ein vereinfachtes System. Leichte, mittlere und schwere Angriffe sind klar zugeordnet, Spezialfähigkeiten werden über Richtungen ausgelöst. Das sorgt dafür, dass auch Genre-Neulinge schnell ein Gefühl für das Spiel bekommen, ohne sich durch komplizierte Kombos kämpfen zu müssen. Doch unter dieser zugänglichen Oberfläche steckt mehr, als es zunächst scheint. Das eigentliche Herzstück ist das 3v3-Tag-System. Spieler stellen sich ein Team aus drei Charakteren zusammen und wechseln aktiv zwischen ihnen, um Kombos zu verlängern oder taktische Vorteile zu nutzen. Diese Mechanik bringt Dynamik in jeden Kampf und sorgt dafür, dass kein Duell lange vorhersehbar bleibt. Besonders spannend wird es, wenn man beginnt, mit Timing und Täuschung zu arbeiten. Ein gut gesetzter Charakterwechsel kann eine Kombo verlängern und den Gegner komplett aus dem Konzept bringen. Gleichzeitig kann ein falsch getimter Tag den eigenen Kämpfer schutzlos zurücklassen. Genau hier entfaltet sich die eigentliche Tiefe des Spiels, die vor allem im Online-Modus voll zur Geltung kommt.

Superkräfte mit Gewicht und Persönlichkeit

Ein großer Pluspunkt ist die Art und Weise, wie sich die Charaktere spielen. Jede Figur fühlt sich spürbar anders an und bringt ihren eigenen Kampfstil mit. Invincible überzeugt durch ausgewogene Allround-Fähigkeiten, während Omni-Man pure Dominanz ausstrahlt und mit schweren, verheerenden Angriffen punktet. Andere Figuren setzen stärker auf Geschwindigkeit oder Distanz, was für eine angenehme Vielfalt sorgt. Dadurch entstehen ganz unterschiedliche Team-Kombinationen, die jeweils eigene Strategien ermöglichen. Diese Vielfalt sorgt dafür, dass das Spiel auch nach vielen Stunden noch interessant bleibt, weil man ständig neue Kombinationen ausprobieren kann. Dass viele der bekannten Stimmen aus der Serie zurückkehren, darunter J. K. Simmons als Omni-Man, verleiht den Kämpfen zusätzlich Gewicht. Die Charaktere wirken nicht nur spielerisch, sondern auch akustisch authentisch. Trotz des 3v3-Formats fühlen sich die Kämpfe erstaunlich schnell und direkt an. Lebensbalken schmelzen rasch, was dafür sorgt, dass Matches selten in die Länge gezogen werden. Diese Entscheidung passt perfekt zur Vorlage, in der Kämpfe oft brutal und kurz ausfallen. Das hohe Tempo hat jedoch auch seinen Preis. Fehler werden sofort bestraft, und wer einen Moment unaufmerksam ist, kann schnell die Kontrolle verlieren. Gerade für Einsteiger kann das anfangs frustrierend sein, während erfahrene Spieler genau diese Konsequenz zu schätzen wissen.

Stilvolle Präsentation mit kleinen Schwächen

Optisch bleibt das Spiel nah an seiner Comic-Vorlage, entwickelt aber gleichzeitig einen eigenen Look. Die Charaktermodelle sind detailreich und setzen die bekannten Designs gelungen um. Besonders die Animationen in den Zwischensequenzen stechen hervor und verleihen dem Spiel eine gewisse cineastische Qualität. Die Arenen hingegen sind ein gemischtes Erlebnis. Einige Schauplätze überzeugen mit zerstörbaren Elementen und kreativen Details, während andere eher generisch wirken und nicht denselben Wiedererkennungswert besitzen. Gerade in einem Fighting Game, in dem man dieselben Orte immer wieder sieht, fällt das stärker ins Gewicht. Der Story-Modus bietet eine eigenständige Handlung, die die Charaktere zusammenführt und mit aufwendig inszenierten Zwischensequenzen punktet. Inhaltlich bleibt die Geschichte jedoch eher Mittel zum Zweck und dient vor allem dazu, Kämpfe miteinander zu verknüpfen. Das größte Problem ist die Länge. Bereits nach kurzer Zeit ist die Kampagne abgeschlossen, und auch darüber hinaus bietet der Einzelspieler nur begrenzte Motivation. Klassische Arcade-Modi sind vorhanden, können aber die fehlende Tiefe nicht vollständig ausgleichen. Für Spieler, die hauptsächlich alleine spielen möchten, ist das Angebot daher etwas enttäuschend. Invincible VS richtet sich klar an ein Publikum, das den Fokus auf kompetitives Spielen legt.

Multiplayer als eigentlicher Star

Im Mehrspieler-Modus zeigt das Spiel, wofür es wirklich gemacht ist. Hier entfaltet sich das Kampfsystem in seiner ganzen Stärke. Das Zusammenspiel aus schnellen Kämpfen, taktischen Tag-Wechseln und unterschiedlichen Charakterfähigkeiten sorgt für intensive Duelle, die immer wieder aufs Neue spannend sind. Besonders positiv fällt das stabile Online-System auf. Dank Rollback-Netcode laufen Matches flüssig und reagieren präzise, was in einem Fighting Game entscheidend ist. Zusammen mit den freischaltbaren Inhalten und der stetigen Motivation, sich zu verbessern, entsteht ein langfristig tragfähiges Spielerlebnis. Der Soundtrack trägt viel zur Atmosphäre bei. Die Musik, unter anderem von The Glitch Mob, treibt die Kämpfe nach vorne und sorgt für zusätzliche Intensität. Gleichzeitig sind die Soundeffekte wuchtig und unterstreichen jede Aktion spürbar. Das Zusammenspiel aus Musik, Effekten und Sprecherleistungen sorgt dafür, dass sich jeder Kampf wie ein echtes Superhelden-Duell anfühlt.

Fazit

Invincible VS ist ein Fighting Game, das seine Stärken klar kennt und gezielt ausspielt. Es bietet schnelle, intensive Kämpfe, ein zugängliches, aber tiefes Kampfsystem und eine starke Präsentation der bekannten Figuren. Besonders im Multiplayer entfaltet das Spiel sein volles Potenzial und bietet langfristige Motivation. Schwächen zeigen sich vor allem im Einzelspieler-Bereich und bei einigen weniger inspirierten Arenen. Dennoch überwiegen die positiven Aspekte deutlich. Wer auf kompetitive Prügelspiele steht oder ein Fan der Invincible-Reihe ist, findet hier ein Spiel, das vor allem im direkten Duell begeistert und sich mit der Zeit immer weiter entfaltet.

Gesamtwertung: 7.5/10

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