StartGaming HubR-Type Dimensions III Test/Review

R-Type Dimensions III Test/Review

Es gibt Spieleserien, die einen trotz unzähliger Niederlagen immer wieder zurückholen. R-Type Dimensions III gehört zweifellos dazu. Der legendäre Horizontalscroller gilt seit Jahrzehnten als eine der härtesten Shoot’em-Up-Reihen überhaupt und macht auch in seiner neuesten Neuauflage keinerlei Kompromisse. Stattdessen liefert R-Type Dimensions III eine moderne Version von R-Type III: The Third Lightning, die den Klassiker respektiert, ohne seine berüchtigte Schwierigkeit zu verwässern. Ursprünglich erschien R-Type III im Jahr 1993 exklusiv für das Super Nintendo und markierte den ersten Hauptteil der Serie, der die Arcade-Hallen komplett übersprang. Stattdessen setzte IREM auf die Leistung von Nintendos 16-Bit-Konsole und erschuf eines der technisch beeindruckendsten Shoot’em-Ups seiner Generation. Über drei Jahrzehnte später erhält dieser Klassiker nun eine umfassende Neuauflage, die sowohl Nostalgiker als auch Neulinge ansprechen möchte.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Klassisches R-Type bleibt klassisches R-Type

Wer bereits Erfahrungen mit der Serie gesammelt hat, weiß genau, worauf er sich einlässt. Die Handlung bleibt bewusst minimalistisch. Erneut bedroht das außerirdische Bydo-Imperium die Menschheit, während ein einzelner Pilot mit seinem R-90 Warhead-Jäger und der mächtigen Force-Einheit den aussichtslosen Kampf aufnimmt. Viel mehr Geschichte gibt es nicht. Doch genau das gehört zum Charme der Reihe. R-Type war schon immer ein Spiel, bei dem Gameplay, Leveldesign und Präzision deutlich wichtiger sind als Zwischensequenzen oder komplexe Charakterentwicklungen.

HD-Remake oder SNES-Klassiker? Beides!

Die größte Stärke von R-Type Dimensions III liegt in seiner Präsentation. Ähnlich wie beim Vorgänger kann jederzeit zwischen der Originalversion und der modernisierten Neuauflage gewechselt werden. Die neue HD-Grafik ersetzt sämtliche Sprites durch detaillierte 3D-Modelle, ergänzt um dynamische Beleuchtungseffekte und überarbeitete Umgebungen. Gleichzeitig steht jederzeit die originale SNES-Darstellung zur Verfügung. Ein Knopfdruck genügt, um zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu wechseln. Besonders Veteranen werden diese Funktion lieben. Während die neue Grafik durchaus beeindruckend aussieht, besitzen die ursprünglichen 16-Bit-Sprites nach wie vor einen unverwechselbaren Charme. Zudem gibt es Situationen, in denen die klassische Darstellung sogar übersichtlicher wirkt, da einige Hintergrundeffekte der HD-Version gegnerische Geschosse oder Hindernisse gelegentlich etwas verdecken. Auch der überarbeitete Soundtrack weiß zu gefallen und verleiht den bekannten Levels einen modernen Klang, ohne ihre Identität zu verlieren.

Eine Lektion in Demut

Spieler, die bisher hauptsächlich moderne Bullet-Hell-Shooter kennen, sollten sich auf einen Kulturschock vorbereiten. R-Type verfolgt einen völlig anderen Ansatz. Statt tausender Projektile auf dem Bildschirm setzt das Spiel auf präzises Lernen, perfekte Positionierung und das Auswendiglernen gefährlicher Passagen. Jeder Abschnitt ist sorgfältig konstruiert, jeder Gegner bewusst platziert und jede Falle darauf ausgelegt, den Spieler zu bestrafen. Bereits auf dem normalen Schwierigkeitsgrad fordert R-Type III volle Konzentration. Fehler werden selten verziehen und selbst erfahrene Shoot’em-Up-Fans werden regelmäßig scheitern. Die sieben Levels gehören bis heute zu den anspruchsvollsten der gesamten Serie und verlangen nicht nur schnelle Reflexe, sondern vor allem Geduld und Lernbereitschaft. Bosskämpfe wirken oftmals wie unüberwindbare Hindernisse, bis man ihre Angriffsmuster verinnerlicht hat. Gerade darin liegt jedoch die Faszination der Reihe. Jeder überwundene Abschnitt fühlt sich verdient an und jeder Sieg wird zur persönlichen Leistung.

Neue Hilfen für moderne Spieler

Zum Glück bleibt die Neuauflage nicht völlig gnadenlos. Neben den klassischen Checkpoint- und Lebenssystemen bietet R-Type Dimensions III einen sogenannten Infinite Mode. Dieser gewährt unbegrenzte Versuche und setzt Spieler direkt an der Stelle wieder ein, an der sie gestorben sind. Puristen werden vermutlich weiterhin die Originalregeln bevorzugen, doch für Neulinge ist dieser Modus Gold wert. Er ermöglicht es, die berühmten Levels kennenzulernen, ohne ständig komplette Abschnitte wiederholen zu müssen. Zusätzlich stehen mehrere Force-Varianten zur Auswahl, die unterschiedliche Spielstile unterstützen und den Einstieg etwas erleichtern. Dadurch wird das Spiel zugänglicher, ohne seine Identität zu verlieren. So gelungen die Neuauflage insgesamt auch ausfällt, ganz fehlerfrei ist sie nicht. Vor allem in einigen Abschnitten der HD-Version kommt es zu spürbaren Framerate-Einbrüchen. Glücklicherweise lässt sich dieses Problem durch den sofortigen Wechsel zur klassischen Grafik umgehen. Trotzdem sollte eine Neuauflage eines über 30 Jahre alten Spiels eigentlich stabiler laufen. Hinzu kommt, dass manche Kollisionsabfragen etwas unpräzise wirken. Gerade bei einem Spiel, das auf Perfektion und Millimeterarbeit ausgelegt ist, fällt so etwas stärker ins Gewicht als in anderen Genres.

Fazit

R-Type Dimensions III ist genau die Art von Remake, die Fans erwarten durften. Die Neuauflage respektiert den ursprünglichen Klassiker, modernisiert Grafik und Sound sinnvoll und ergänzt einige hilfreiche Komfortfunktionen für neue Spieler. Die legendäre Schwierigkeit bleibt erhalten und sorgt weiterhin für Frust, Euphorie und das berühmte „nur noch ein Versuch“-Gefühl, das die Serie seit Jahrzehnten auszeichnet. Technische Probleme in der HD-Darstellung verhindern zwar eine noch höhere Wertung, ändern aber nichts daran, dass dies aktuell eine der besten Möglichkeiten ist, einen der härtesten Shoot’em-Up-Klassiker aller Zeiten zu erleben. Wer Herausforderungen liebt und keine Angst davor hat, immer wieder spektakulär zu scheitern, findet hier einen exzellenten Vertreter eines Genres, das heute leider viel zu selten geworden ist. Für R-Type-Fans ist diese Neuauflage ohnehin Pflichtprogramm.

Gesamtwertung: 9/10

Ähnliche Artikel