StartModel HubKlemmbausteine ReviewLEGO Pokémon 72163 Mewtus Labor-Ausbruch Test/Review

LEGO Pokémon 72163 Mewtus Labor-Ausbruch Test/Review

Mewtu gehört zweifellos zu den faszinierendsten Pokémon der ersten Generation. Anders als die meisten Taschenmonster wurde es nicht einfach in der Wildnis entdeckt. Es entstand durch genetische Experimente mit der DNA von Mew und sollte die Grenzen dessen verschieben, was mit einem Pokémon überhaupt möglich ist. Das Ergebnis war allerdings kein gehorsames Forschungsobjekt, sondern eines der mächtigsten und gefährlichsten Pokémon überhaupt. Spätestens mit Pokémon: Der Film und Mewtus legendärem Ausbruch aus dem Labor brannte sich die Geschichte Ende der 90er-Jahre in das Gedächtnis einer ganzen Generation ein. Genau diesen Moment greift LEGO mit dem Set 72163 Mewtus Labor-Ausbruch auf. Aus 605 Teilen entsteht eine große Mewtu Figur samt Forschungskammer, Überwachungsmonitor und Meisterball. Für 69,99 Euro ist das Set allerdings alles andere als günstig. Hinzu kommt eine wichtige Besonderheit: Obwohl das Modell zur SMART Play Reihe gehört, befindet sich kein SMART Brick im Lieferumfang. Das klingt zunächst nach einem Nachteil. Im Test zeigt sich allerdings schnell, dass Mewtus Labor-Ausbruch ohnehin viel stärker als Displaymodell funktioniert. Denn Mewtu selbst ist eines der beeindruckendsten Pokémon dieser ersten LEGO Welle.

Bezeichnung Mewtus Ausbruch aus dem Labor
Art.-Nummer 72163
Teileanzahl 605
Alter 10+
Verfügbarkeit ab sofort
UVP 69,99 €
Minifiguren nein
Sticker enthalten? ja
Bedruckte Steine? ja
Anleitung gedruckt
Bauzeit 2-3 Stunden

Mewtu ist der eigentliche Star des Sets

Der Aufbau dreht sich erwartungsgemäß hauptsächlich um Mewtu und seine Forschungskammer. Dabei fällt schnell auf, wie groß das Pokémon tatsächlich ausfällt. Innerhalb der aktuellen SMART Play Modelle überragt Mewtu sogar Pokémon wie Glurak und Knakrack deutlich. Diese Größe passt hervorragend zum Charakter. Mewtu soll schließlich nicht niedlich oder besonders freundlich wirken. Die Figur besitzt eine beinahe unheimliche Präsenz, die durch den schlanken Körper, die langen Gliedmaßen und den mächtigen violetten Schwanz entsteht. Gerade in Verbindung mit der Forschungskammer erinnert die Silhouette unmittelbar an die bekannten Szenen aus Pokémon: Der Film. Besonders gelungen sind die Beine. Mewtu besitzt eine ungewöhnliche Haltung, bei der die Füße beinahe an eine Kreatur aus einem Science Fiction Horrorfilm erinnern. LEGO bildet diese charakteristische Stellung erstaunlich überzeugend nach. Transparente Rundsteine stabilisieren die Füße zusätzlich und fallen im fertigen Modell kaum störend auf.

Auch bei den Armen wurde auf Beweglichkeit geachtet. Sowohl Schultern als auch Ellenbogen können verstellt werden. Die Beine lassen sich an der Hüfte bewegen und auch der Kopf kann seitlich geneigt und gedreht werden. Nach oben oder unten lässt sich der Kopf dagegen kaum bewegen. Für die Präsentation reichen die vorhandenen Möglichkeiten trotzdem vollkommen aus. Sehr schön ist außerdem, dass Mewtu nicht auf seine Forschungskammer angewiesen ist. Wird das Pokémon aus der Halterung genommen, kann es selbstständig stehen. Das eröffnet deutlich mehr Möglichkeiten für die Präsentation und natürlich auch beim Spielen. Ein Detail gefällt uns allerdings weniger: der Schwanz. Die charakteristische violette Konstruktion besitzt eine recht harte Biegung. Dadurch wirkt der Schwanz an dieser Stelle etwas geknickt, anstatt eine natürliche Rundung zu beschreiben. Gerade weil der restliche Körper so gelungen umgesetzt wurde, fällt diese Stelle stärker auf. Insgesamt ist Mewtu dennoch hervorragend getroffen. Besonders die Farbkombination aus Weiß und dem neu beziehungsweise selten eingesetzten mittleren Lavendelton sorgt für einen hohen Wiedererkennungswert.

Eine Forschungskammer ganz ohne Glas

Fast genauso wichtig wie Mewtu selbst ist natürlich seine Umgebung. LEGO stellt die bekannte Forschungskammer aus Dr. Fujis Labor nach, verzichtet dabei allerdings vollständig auf transparente Wände. Mewtu steht also streng genommen nicht in einem geschlossenen Behälter, sondern wird lediglich vom äußeren Rahmen umgeben. Das klingt zunächst nach einer ziemlich großen Einschränkung, funktioniert optisch aber überraschend gut. Die äußere Konstruktion und die zahlreichen Kabel erzeugen bereits ausreichend den Eindruck eines großen Tanks. Gerade die Leitungen wurden clever positioniert und verlaufen so, als würden sie sich an einer unsichtbaren Glaswand entlangziehen. Eine tatsächlich geschlossene transparente Röhre hätte vermutlich zahlreiche große Spezialteile benötigt, wäre anfälliger für Kratzer gewesen und hätte den Preis zusätzlich nach oben getrieben. Nach kurzer Zeit vermissen wir die Glasscheiben deshalb kaum noch.

Mewtu wird innerhalb der Kammer über eine Technic Achse mit einer transparenten Säule verbunden. Die Konstruktion hält ausgesprochen gut. Fast schon zu gut, denn möchte man Mewtu herausnehmen, muss man etwas Kraft aufbringen. Unterhalb der Figur befindet sich eine transparente violette Schale, die das Stasisgel darstellen soll. Nach Mewtus Ausbruch bleibt damit zumindest eine kleine Pfütze der Flüssigkeit zurück. Das transparente violette Bauteil ist dabei auch unabhängig vom Pokémon Thema ausgesprochen interessant. Die Forschungskammer wird durch einen Überwachungsmonitor ergänzt. Dieser zeigt Mewtus Vitalwerte und seine DNA Struktur. Optisch funktioniert das hervorragend, allerdings setzt LEGO hier auf einen großen transparenten Sticker. Und transparente Aufkleber sind selten eine Freude. Staub, Fingerabdrücke oder kleine Luftblasen fallen sofort auf. Wer den Sticker sauber aufbringen kann, bekommt zwar einen schicken transparenten Bildschirm, ein Druck wäre bei einem Set dieser Preisklasse aber eindeutig die elegantere Lösung gewesen.

Mewtus Ausbruch als Spielfunktion

Natürlich wäre eine Forschungskammer für Mewtu nur halb so interessant, wenn das Pokémon darin friedlich stehen bleiben würde. LEGO integriert deshalb eine mechanische Ausbruchsfunktion. Über einen Drehmechanismus an der Vorderseite wird eine Verbindung gelöst, wodurch die Seitenelemente der Kammer nach außen fallen. Mewtu ist frei. Die Mechanik ist erfreulich robust konstruiert. Kleine Gummielemente bremsen die herunterfallenden Seitenteile ab, sodass diese nicht unkontrolliert auf den Tisch schlagen. Das funktioniert gut und bildet den wohl berühmtesten Moment aus Mewtus Entstehungsgeschichte schön nach. Allerdings nutzt sich der Überraschungseffekt relativ schnell ab. Nach einigen Ausbrüchen kennt man den Mechanismus und viel Variation gibt es dabei naturgemäß nicht. Außerdem müssen einzelne Elemente der Kammer anschließend wieder ausgerichtet werden. Für jüngere Pokémon Fans ist die Funktion trotzdem eine nette Ergänzung. Für erwachsene Sammler ist sie eher ein Bonus, der die dargestellte Szene unterstützt. Und genau das beschreibt das gesamte Set ziemlich gut. Mewtus Labor-Ausbruch ist eigentlich ein Displayset, dem LEGO zusätzlich einige Spielfunktionen spendiert hat.

SMART Play ist hier eher Nebensache

Das Set gehört offiziell zur SMART Play Reihe, allerdings befindet sich ausdrücklich kein SMART Brick im Lieferumfang. Wer die elektronischen Funktionen nutzen möchte, benötigt deshalb einen SMART Brick aus einem anderen kompatiblen Set. Dieser kann anschließend in Mewtu eingesetzt werden. Das Pokémon reagiert dann unter anderem mit verschiedenen Geräuschen auf Bewegungen und Interaktionen. Mewtu erzeugt beispielsweise ein schwebendes beziehungsweise pulsierendes Hintergrundgeräusch. Bei entsprechenden Aktionen sind außerdem Angriffssounds zu hören. Besonders amüsant ist Mewtus tiefes Lachen. Weniger niedlich fallen dagegen die Schlafgeräusche aus, die fast mehr an Darth Vader als an ein friedlich schlummerndes Pokémon erinnern. Das passt auf eine ziemlich merkwürdige Art hervorragend zu Mewtu.

Die Positionierung des SMART Bricks wirkt bei einer Figur dieser Größe allerdings etwas eigenartig. Eine Integration im Brustbereich hätte optisch möglicherweise natürlicher gewirkt, hätte die Konstruktion aber vermutlich komplizierter und weniger stabil gemacht. Viel entscheidender ist ohnehin, dass SMART Play bei diesem Set keinen wesentlichen Mehrwert bietet. Es gibt abseits von Mewtu keine weiteren SMART Tags, mit denen umfangreich interagiert werden könnte. Dadurch bleiben die elektronischen Funktionen vergleichsweise überschaubar. Wer keinen SMART Brick besitzt, verpasst deshalb überraschend wenig. Bei unserem bereits getesteten Kampf zwischen Glurak und Blitza war SMART Play deutlich wichtiger. Dort sorgten Angriffe, Lebenspunkte und das direkte Duell zwischen den beiden Pokémon für einen tatsächlichen spielerischen Ablauf. Mewtu funktioniert dagegen auch hervorragend vollkommen ohne Elektronik.

Überraschend stabil und durchaus bespielbar

Wer Mewtu aus seinem Gefängnis befreit, bekommt immerhin eine erstaunlich robuste Figur. Das ist bei großen baubaren Pokémon keineswegs selbstverständlich. Je länger Arme, Beine und Schwänze werden, desto größer ist normalerweise die Gefahr, dass beim Spielen ständig irgendwelche Teile abfallen. Mewtu schlägt sich hier erfreulich gut. Die zahlreichen Technic Verbindungen verleihen dem Modell ausreichend Stabilität, um die Figur tatsächlich in die Hand zu nehmen und neu zu positionieren. Arme, Beine und Kopf bieten genügend Beweglichkeit für verschiedene Posen. Dass Mewtu außerhalb seiner Forschungskammer selbstständig stehen kann, ist dabei besonders wichtig. Dadurch muss das Pokémon nicht dauerhaft als Teil des Dioramas betrachtet werden. Wer möchte, kann es problemlos neben anderen LEGO Pokémon aufstellen oder kleine Kampfszenen gestalten.

Beim Preis kommen wir zum größten Kritikpunkt. LEGO verlangt 69,99 Euro für 605 Teile. Damit liegt das Set bei rund 11,6 Cent pro Element. Ein katastrophales Verhältnis ist das nicht, besonders günstig ist es allerdings ebenfalls nicht. Zum Vergleich besitzt das ebenfalls 69,99 Euro teure Mampfaxo 72150 insgesamt 757 Teile und bildet daraus ein vollständiges kleines Diorama mit Baumstumpf und Äpfeln. Natürlich ist ein direkter Vergleich anhand der Teilezahl nur eingeschränkt sinnvoll. Mewtus Labor benötigt zahlreiche Technic Elemente, große Bauteile und verschiedene Umfärbungen. Trotzdem entsteht beim Blick auf die fertige Konstruktion das Gefühl, dass für 69,99 Euro etwas mehr Laborumgebung möglich gewesen wäre. Hinzu kommt, dass kein SMART Brick enthalten ist. Auf der anderen Seite hätten wir lieber genau diese Entscheidung, als einen höheren Preis bezahlen zu müssen, nur damit noch ein weiterer SMART Brick im Karton liegt. Mewtu benötigt die Elektronik schlicht nicht, um zu überzeugen. Für Fans der ersten Generation besitzt das Modell außerdem einen enormen nostalgischen Wert.

Fazit

LEGO Pokémon 72163 Mewtus Ausbruch aus dem Labor ist ein etwas merkwürdiger Vertreter der SMART Play Reihe. Ausgerechnet eines der größten und beeindruckendsten Pokémon der Welle benötigt die namensgebende Technik praktisch überhaupt nicht. Das ist aber keineswegs schlecht. Mewtu selbst ist hervorragend gelungen. Die ungewöhnlichen Proportionen, die langen Gliedmaßen, die charakteristische Fußstellung und die weiß-violette Farbgebung sorgen für einen enorm hohen Wiedererkennungswert. Gleichzeitig ist die Figur überraschend stabil, beweglich und kann sogar unabhängig von ihrer Forschungskammer stehen. Auch die Kammer überzeugt optisch. Dass LEGO auf echte transparente Wände verzichtet, störte uns nach kurzer Zeit kaum noch. Die äußere Konstruktion und clever positionierten Kabel erzeugen ausreichend die Illusion eines geschlossenen Tanks.

Die mechanische Ausbruchsfunktion passt perfekt zur dargestellten Szene, verliert nach einigen Durchgängen allerdings naturgemäß etwas an Reiz. Meisterball und Überwachungsmonitor sind schöne Ergänzungen, wobei wir uns angesichts des Preises noch etwas mehr Laborausstattung gewünscht hätten. SMART Play bleibt dagegen fast vollständig optional. Wer bereits einen SMART Brick besitzt, bekommt zusätzliche Geräusche und Reaktionen. Wer keinen besitzt, erhält trotzdem praktisch das vollständige Erlebnis dieses Sets. Damit richtet sich Mewtus Labor-Ausbruch unserer Meinung nach überraschend stark an erwachsene Fans. Gerade Spieler, die mit der ersten Pokémon Generation und Mewtus erstem großen Filmauftritt aufgewachsen sind, bekommen hier ein starkes kleines Diorama zu einer der bekanntesten Szenen der gesamten Reihe. Lediglich der Preis von 69,99 Euro verhindert eine noch höhere Wertung. 605 Teile, ein transparenter Sticker und kein eigener SMART Brick lassen das Paket etwas teuer erscheinen. Das fertige Mewtu gehört dafür zu den stärksten baubaren Pokémon dieser ersten Welle.

LEGO Pokémon 72163 Mewtus Ausbruch aus dem Labor

LEGO Pokémon 72163 Mewtus Ausbruch aus dem Labor
87 100 0 1
87/100
Total Score
  • Aufbau
    85/100 Amazing
  • Teilequalität
    90/100 Amazing
  • Endergebnis
    90/100 Amazing
  • Preis/Leistung
    75/100 Very good
  • Spaßfaktor
    95/100 The best

Positiv

  • Sehr gelungene und große Mewtu Figur
  • gute Beweglichkeit
  • passende Ausbruchsfunktion

Negativ

  • kaum zusätzliche SMART Interaktionen
Ähnliche Artikel