Als das ursprüngliche The Sinking City erschien, überraschte es viele Spieler mit seiner einzigartigen Mischung aus Detektivarbeit, Lovecraft-Horror und einer faszinierenden, vom Untergang bedrohten Welt. Zwar war das Kampfsystem nie die größte Stärke des Spiels, doch die Atmosphäre, die Ermittlungen und die geheimnisvolle Geschichte machten das Abenteuer zu einem echten Geheimtipp. Mit The Sinking City 2 schlägt Entwickler Frogwares nun einen etwas anderen Weg ein. Wir konnten die ersten rund 40 Minuten des Spiels ausprobieren und haben einen ersten Eindruck davon gewonnen, was Fans erwartet.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Neue Hauptfigur, neue Stadt, neue Bedrohung
Anders als viele vielleicht erwartet haben, setzt die Fortsetzung nicht direkt die Geschichte des ersten Spiels fort. Stattdessen schlüpfen Spieler in die Rolle des Detektivs Calvin, der sich in der legendären Stadt Arkham wiederfindet. Während die Stadt langsam von den Fluten verschlungen wird, versucht Calvin verzweifelt, die notwendigen Zutaten für ein Ritual zu beschaffen. Dieses könnte möglicherweise das Leben seiner Frau retten, deren Zustand offenbar eng mit seinen eigenen Handlungen zusammenhängt. Bereits die ersten Szenen machen deutlich, dass Frogwares erneut viel Wert auf die Geschichte legt. Die Dialoge wirken hochwertig geschrieben und die Handlung wirft früh genug Fragen auf, um die Neugier der Spieler zu wecken. Besonders gelungen ist die moralische Grauzone rund um Calvin. Seine Faszination für das Okkulte lässt schnell Zweifel daran aufkommen, ob seine Motive tatsächlich so selbstlos sind, wie sie zunächst erscheinen.

Die wohl größte Veränderung gegenüber dem Vorgänger betrifft das Gameplay. Während der erste Teil stark von Ermittlungen und detektivischen Schlussfolgerungen geprägt war, orientiert sich The Sinking City 2 deutlich stärker am Survival-Horror-Genre. Spieler erkunden verlassene Gebäude, lösen Rätsel und müssen mit begrenzten Ressourcen haushalten. Munition und Heilgegenstände scheinen deutlich wertvoller zu sein als noch im Vorgänger. Ganz verschwunden sind die Ermittlungen jedoch nicht. Das bekannte Detektivbrett kehrt zurück und dient weiterhin dazu, Hinweise zu sammeln und Zusammenhänge herzustellen. Aktuell wirkt dieses System allerdings eher wie eine Unterstützung für Rätsel und Storyfortschritt als ein vollwertiges Ermittlungswerkzeug. Ob es darüber hinaus optionale Detektivfälle geben wird, bleibt bislang offen.

Arkham überzeugt mit Atmosphäre
Einer der größten Pluspunkte des Spiels ist erneut die Spielwelt. Die überflutete Stadt vermittelt sofort eine bedrückende Stimmung und erinnert an die besten Momente des Vorgängers. Auch diesmal steht wieder ein Boot zur Verfügung, mit dem verschiedene Bereiche der Stadt erreicht werden können. Diese Reisen vermitteln ein gutes Gefühl für das Ausmaß der Katastrophe und tragen erheblich zur Atmosphäre bei. Arkham wirkt gleichzeitig vertraut und neu. Die bekannten Lovecraft-Einflüsse sind allgegenwärtig und verleihen der Stadt eine ständige Aura des Unbehagens.

Bei den Gegnern fällt der erste Eindruck etwas zwiespältiger aus. Ein Großteil der Feinde besteht aus wurmartigen Kreaturen, die Leichen befallen und anschließend als Wirtskörper nutzen. In der Praxis erinnern diese Gegner stark an klassische Zombies. Zwar besitzen sie auffällige Schwachstellen, die gezielt attackiert werden können, wirklich einzigartig wirken sie bislang jedoch nicht. Positiver fällt ein weiterer Gegnertyp aus, der im späteren Verlauf der Demo auftaucht und deutlich stärker an die typischen Lovecraft-Kreaturen erinnert. Da bereits veröffentlichtes Material weitere Monster zeigt, besteht durchaus Hoffnung auf mehr Abwechslung im fertigen Spiel.
Aktuell noch große technische Probleme
Der größte Kritikpunkt betrifft derzeit die technische Umsetzung. Die Vorschauversion wurde auf einem Steam Deck getestet und zeigte dort erhebliche Performance-Probleme. Bereits in ruhigen Szenen brach die Bildrate regelmäßig stark ein. Während Kämpfen oder in komplexeren Umgebungen sank die Performance teilweise auf ein kaum spielbares Niveau. Selbst minimale Grafikeinstellungen konnten diese Probleme nicht vollständig beheben. Dadurch litten insbesondere die Kämpfe, da präzises Zielen oft zur Geduldsprobe wurde. Hier bleibt zu hoffen, dass Frogwares bis zum Release noch umfassende Optimierungen vornimmt.

Ein vielversprechender Horrortrip mit Fragezeichen
Trotz der technischen Schwierigkeiten hinterlässt The Sinking City 2 einen positiven ersten Eindruck. Die Atmosphäre stimmt, die Geschichte macht neugierig und die neue Survival-Horror-Ausrichtung könnte frischen Wind in die Reihe bringen. Fans des ersten Spiels sollten sich allerdings darauf einstellen, dass die klassische Detektivarbeit nicht mehr ganz so stark im Mittelpunkt steht. Stattdessen scheint Frogwares deutlich stärker auf Horror, Erkundung und Ressourcenmanagement zu setzen. Wenn die Entwickler die Performance-Probleme in den Griff bekommen und die späteren Abschnitte das hohe Niveau der Einführung halten können, könnte The Sinking City 2 zu einem der spannendsten Lovecraft-Horror-Spiele des Jahres werden.

