StartComics & MangaRecord of Ragnarok: The Jack the Ripper Case Files Band 1 Test/Review

Record of Ragnarok: The Jack the Ripper Case Files Band 1 Test/Review

Mit Record of Ragnarok: The Jack the Ripper Case Files erhält einer der beliebtesten Kämpfer aus der Hauptreihe sein eigenes Spin-off. Während in Record of Ragnarok historische Persönlichkeiten alle tausend Jahre gegen Götter antreten und über das Schicksal der Menschheit entscheiden, rückt dieser Manga einen der düstersten Teilnehmer ins Rampenlicht: Jack the Ripper.

Ein düsteres London voller Monster

Die Handlung beginnt im September 1888 im viktorianischen London. Eine Reihe grausamer Morde erschüttert die Stadt, wird zunächst jedoch kaum ernst genommen. Erst ein anonymer Brief an die Central News Agency verleiht dem Täter den Namen, der bis heute Geschichte geschrieben hat: Jack the Ripper. Doch der berüchtigte Serienmörder ist längst nicht das einzige Monster, das durch die Straßen Londons streift. Neben den brutalen Morden an Prostituierten verschwinden auch immer wieder Straßenkinder spurlos. Gleichzeitig taucht ein mysteriöser Gentleman-Killer auf, dessen Wege sich schließlich mit einer geheimnisvollen Organisation kreuzen. Dabei nimmt die Geschichte überraschende Wendungen und interpretiert den bekannten Mythos rund um Jack the Ripper auf völlig eigene Weise.

Mehr als nur eine weitere Jack-the-Ripper-Geschichte

Wer die Hauptserie nicht kennt, könnte zunächst vermuten, dass es sich lediglich um eine weitere Nacherzählung der berühmten Mordserie handelt. Tatsächlich schlägt das Spin-off jedoch schnell einen ganz anderen Weg ein. Die historischen Ereignisse dienen lediglich als Ausgangspunkt für eine eigenständige Geschichte, in der der eigentliche Jack the Ripper selbst zum Opfer wird und eine andere Figur dessen Rolle übernimmt. Dadurch entsteht eine ungewöhnliche Mischung aus Kriminalgeschichte, Mystery und Action, die sich nur lose an den realen Begebenheiten orientiert. Gerade zu Beginn wirkt die Handlung allerdings etwas orientierungslos. Der Bezug zur Hauptserie bleibt zunächst kaum erkennbar, wodurch sich die ersten Kapitel stellenweise verwirrend lesen. Erst gegen Ende des Bandes werden die Zusammenhänge deutlicher und der rote Faden tritt stärker hervor.

Schwarzer Humor trifft auf brutale Action

Seine größten Stärken spielt der Manga in der Inszenierung aus. Statt sich ausschließlich auf den Kriminalfall zu konzentrieren, setzt The Jack the Ripper Case Files vor allem auf spektakuläre Kämpfe, makabren Humor und eine angenehm düstere Atmosphäre. Besonders die Hauptfigur überzeugt durch ihre widersprüchliche Persönlichkeit. Sie ist kaum weniger verstörend als ihre Gegner und bewegt sich moralisch permanent in einer Grauzone. Genau diese Unberechenbarkeit macht den Reiz der Geschichte aus und sorgt dafür, dass man trotz der anfänglichen Verwirrung weiterlesen möchte. Das viktorianische London bildet dabei eine stimmige Kulisse, die den düsteren Ton der Handlung hervorragend unterstützt.

Fazit

Record of Ragnarok: The Jack the Ripper Case Files richtet sich in erster Linie an Fans der Hauptreihe, die mehr über einen ihrer interessantesten Charaktere erfahren möchten. Doch auch ohne Vorkenntnisse funktioniert der Manga nach einer etwas holprigen Einführung überraschend gut als eigenständige Geschichte. Wer eine historisch akkurate Aufarbeitung der Jack-the-Ripper-Morde erwartet, wird hier allerdings nicht fündig. Stattdessen liefert das Spin-off eine actionreiche, düstere und stellenweise herrlich skurrile Neuinterpretation der Legende, die mit interessanten Ideen und einem außergewöhnlichen Protagonisten punktet. Gerade dadurch entwickelt der Auftakt seinen ganz eigenen Charme und macht neugierig auf die Fortsetzung.

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