Mit Persona 4 Revival bringt Atlus einen der beliebtesten Teile seiner Rollenspielreihe zurück und verpasst dem ursprünglich 2008 veröffentlichten Abenteuer eine umfassende Frischzellenkur. Auf dem Sega Summer Showcase konnte bereits eine umfangreiche Demo gespielt werden, die mehrere Bereiche des Remakes zeigte. Dabei zeichnet sich immer deutlicher ab, dass Atlus nicht einfach nur Grafik und Technik modernisiert. Persona 4 Revival soll das bekannte Fundament bewahren und gleichzeitig viele der spielerischen und inszenatorischen Qualitäten aufgreifen, für die moderne Persona-Spiele bekannt sind. Im Mittelpunkt steht weiterhin Yu Narukami, der nach seinem Umzug in die beschauliche Stadt Inaba schon bald mit einer mysteriösen Mordserie konfrontiert wird. Gemeinsam mit seinen Freunden entdeckt er den sogenannten Midnight Channel und eine bizarre Welt, die durch Fernsehbildschirme betreten werden kann. Dort lauern gefährliche Schattenwesen, denen die Gruppe mithilfe ihrer Personas entgegentritt.

Rundenkämpfe mit deutlich mehr Dynamik
Spielerisch bleibt Persona 4 Revival seinen Wurzeln treu. Die Kämpfe laufen weiterhin rundenbasiert ab und erlauben klassische Aktionen wie normale Angriffe, Verteidigung, Gegenstände und natürlich den Einsatz verschiedener Personas. Wer bereits Persona 3 Reload oder Persona 5 gespielt hat, dürfte sich entsprechend schnell zurechtfinden. Gerade bei der Präsentation hat Atlus allerdings kräftig nachgelegt. Animationen wirken deutlich flüssiger, Angriffe besitzen wesentlich mehr Wucht und die komplett überarbeitete Grafik lässt die Gefechte erheblich lebendiger erscheinen als im Original. Hinzu kommt die neue Prime-Time-Mechanik, die zusätzliche Möglichkeiten innerhalb der Kämpfe eröffnet. Auch musikalisch bleibt Persona 4 Revival unverkennbar Persona. Die energiegeladenen Battle-Themes begleiten die schnellen Auseinandersetzungen und tragen einen großen Teil zur gewohnt stilvollen Atmosphäre bei. Lediglich das während der Demo spielbare Dungeon konnte mit seinen ähnlichen Umgebungen auf Dauer etwas eintönig wirken. Neue Gegner, versteckte Gegenstände und die Erkundung sorgten dennoch dafür, dass der Spielfluss kaum ins Stocken geriet.

Inaba lebt von seinen Bewohnern
Mindestens genauso wichtig wie die Kämpfe ist erneut das Leben abseits des Midnight Channels. In Inaba besucht Yu die Schule, verbringt Zeit mit Freunden und Familie, tritt Clubs bei oder erkundet die Stadt. Beziehungen spielen dabei eine zentrale Rolle, denn stärkere soziale Bindungen wirken sich letztlich auch auf die eigenen Personas aus. Gleichzeitig gilt es, die begrenzte Freizeit möglichst sinnvoll zu nutzen. Bestimmte Aktivitäten verbessern die Charakterwerte, schalten neue Dialogmöglichkeiten frei oder öffnen zusätzliche Bereiche. Hinzu kommen unterschiedliche Tageszeiten, wodurch sich neue Begegnungen und Möglichkeiten ergeben können. Genau diese Mischung aus JRPG, Mystery-Geschichte und Alltagssimulation gehörte bereits zu den großen Stärken des Originals. Daneben kehren selbstverständlich komplexere Systeme wie der Velvet Room und die Persona Fusion zurück. Neue Personas lassen sich in den Dungeons entdecken und anschließend kombinieren, wodurch sich zahlreiche Möglichkeiten für die Zusammenstellung des eigenen Arsenals ergeben.

Persona 4 Revival könnte seinem Namen gerecht werden
Besonders überzeugend wirkt bislang die Präsentation. Atlus scheint sehr genau verstanden zu haben, welche Elemente Persona 4 zu einem Fanliebling gemacht haben, ohne das Remake deshalb zu vorsichtig anzufassen. Inaba präsentiert sich wesentlich detaillierter, die Kämpfe sind spektakulärer inszeniert und die gesamte Benutzeroberfläche trägt den unverkennbaren Stil der Reihe. Der erste ausführlichere Eindruck macht deshalb Hoffnung, dass Persona 4 Revival ähnlich wie Persona 3 Reload den Spagat zwischen Nostalgie und moderner Neuinterpretation schaffen kann. Gleichzeitig könnte das Remake dank seiner zugänglicheren Präsentation der perfekte Einstieg für Spieler werden, die bislang noch keinen Fuß in die Persona-Reihe gesetzt haben.

