In Palombia herrscht Ausnahmezustand. Eine geheimnisvolle Melodie hat die Tierwelt erfasst und sorgt dafür, dass plötzlich jeder Bewohner unkontrolliert das Tanzbein schwingt. Hinter dem musikalischen Chaos steckt die zurückgekehrte Mummy Queen, die gemeinsam mit ihrer Band einen ziemlich ungewöhnlichen Angriff auf den Dschungel startet.
Unsere Aufgabe ist entsprechend schnell klar: Wir müssen die Ursache der tanzenden Katastrophe finden und die Mummy Queen stoppen. Dafür schlüpfen wir in die Rolle von drei jungen Marsupilamis und reisen durch eine bunte Welt, die uns vom Dschungel über eine Stadt und verschneite Berge bis in die Unterwelt führt.
Marsupilami 2 – Salsa Palombia erscheint am 3. September 2026 für PlayStation 5, Xbox Series X|S, Nintendo Switch und PC. Neben dem Einzelspieler-Modus ist die komplette Kampagne auch lokal mit zwei Spielern spielbar.
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Ein Auftrag für drei Marsupilamis
Wer die gelb-schwarz gefleckten Helden bislang nur aus Comics oder Zeichentrick kennt, bekommt mit Salsa Palombia eine sehr spielerische Interpretation des Universums geboten. Im Mittelpunkt stehen drei junge Marsupilamis, die sich zwar optisch ähnlich sind, spielerisch aber unterschiedliche Werkzeuge mitbringen.
Twister kann mit seinem Turbo Glide durch die Luft gleiten, Hope setzt auf einen Spin Jump und Punch verwandelt sich mit seiner Bouncy Ball gewissermaßen selbst in ein lebendes Geschoss.
Das Entscheidende dabei: Diese Fähigkeiten sind nicht nur für den Kampf gedacht. Das Leveldesign macht regelmäßig Gebrauch von ihnen. Bestimmte Bereiche lassen sich nur mit einem bestimmten Marsupilami erreichen, wodurch die drei Figuren tatsächlich unterschiedliche Funktionen bekommen.

Das richtige Werkzeug zur richtigen Zeit
Im Einzelspieler können wir während des Abenteuers zwischen den verfügbaren Marsupilamis wechseln. Das geht schnell und ohne den Spielfluss unnötig zu unterbrechen. Treffen wir auf ein Hindernis, das beispielsweise nur mit Twisters Gleitfähigkeit überwunden werden kann, wechseln wir einfach den Charakter und setzen die passende Fähigkeit ein.
Das sorgt für eine angenehme Dynamik. Statt drei Figuren nur als unterschiedliche Skins zu verwenden, nutzt das Spiel ihre Besonderheiten tatsächlich als Bestandteil des Leveldesigns.
Noch interessanter ist das Ganze im lokalen Koop. Hier übernehmen zwei Spieler unterschiedliche Marsupilamis und müssen deren Fähigkeiten teilweise miteinander kombinieren. Gerade an Stellen, die gezielt auf die verschiedenen Bewegungsmöglichkeiten ausgelegt sind, entsteht dadurch ein schönes Zusammenspiel.
Für einen gemütlichen Koop-Abend auf der Couch ist das eine ziemlich passende Kombination: leicht verständlich, schnell zugänglich und trotzdem mit genügend Möglichkeiten, sich gegenseitig zu unterstützen.
Vier Stationen auf unserer Reise
Unsere Reise durch Palombia besteht aus vier größeren Bereichen. Den Anfang macht der Dschungel, danach geht es in eine Stadt und anschließend in die verschneiten Berge. Zum großen Finale verschlägt es uns in die Unterwelt der Mummy Queen.
Jede dieser Regionen bringt ihre eigene Optik und zusätzliche Plattforming-Ideen mit. Dadurch fühlt sich die Reise tatsächlich wie eine Reise an und nicht wie eine Sammlung unterschiedlich eingefärbter Level.
Mehrere Level gehören jeweils zu einer größeren Einheit. Haben wir uns durch diese Abschnitte gearbeitet, wartet am Ende ein Bosskampf. Das gibt der Kampagne eine klare Struktur und sorgt regelmäßig für einen kleinen Höhepunkt.

Der Weg ist nicht immer der kürzeste
Wer nur möglichst schnell ans Ende eines Levels kommen möchte, kann sich auf den offensichtlichen Weg konzentrieren. Ganz so einfach macht es uns das Spiel allerdings nicht, wenn wir möglichst viel einsammeln wollen.
In den Leveln finden sich Früchte und versteckte Noten. Die Früchte sind dabei nicht ausschließlich eine Punktesammlung, denn teilweise werden sie benötigt, um weitere Level freizuschalten. Einige Exemplare haben zudem den Wert von mehreren Früchten. Die verstecke sind so gut und manche so schwer zu erreichen, dass es in der Regel mehrere Durchläufe bedarf, um alle zu sammeln.
Die Suche nach den Sammelobjekten führt uns entsprechend immer wieder abseits des direkten Weges. Wer alles finden möchte, muss genauer hinsehen und die Möglichkeiten der drei Marsupilamis ausnutzen.
Klassisches Spielprinzip, moderne Umsetzung
Spielerisch bleibt Marsupilami 2 angenehm bodenständig. Wir springen, weichen Hindernissen aus, überwinden Gegner und suchen nach alternativen Wegen. Das Ganze wird durch die verschiedenen Fähigkeiten und das teilweise hohe Bewegungstempo aufgelockert.
Gerade das Tempo erinnert dabei an bekannte Genrevertreter. Stellenweise kommt ein wenig Sonic-Gefühl auf, während das Leveldesign und die Sammelmechaniken eher an klassische Vertreter des Jump’n’Run-Genres erinnern.
Gleichzeitig vermittelt das Spiel dieses Gefühl nicht als nostalgische Kopie. Steuerung und Präsentation wirken modern, wodurch das klassische Konzept auch heute noch gut funktioniert.

Fehler erlaubt
Einfach ist das Abenteuer nicht immer. Der Schwierigkeitsgrad zieht im Verlauf spürbar an und einige Passagen verlangen ordentliches Timing. Gerade bei Sprüngen und schnellen Bewegungsfolgen müssen wir unsere Aktionen sauber aufeinander abstimmen.
Gut gelöst ist dabei das System der Kontrollpunkte. Ein misslungener Versuch wirft uns nicht unnötig weit zurück. Stattdessen starten wir am letzten Kontrollpunkt erneut.
Das ist besonders angenehm, wenn wir eine schwierige Passage mehrfach versuchen müssen. Der Anspruch bleibt bestehen, während unnötiger Frust vermieden wird. Das Spiel darf uns fordern, ohne uns für einen einzigen Fehler gleich eine komplette Passage erneut spielen zu lassen.
Palombia hört man
Musik ist in Salsa Palombia mehr als bloße Untermalung. Das passt schon deshalb gut zur Geschichte, weil die gesamte Handlung auf einer geheimnisvollen Melodie basiert.
Teilweise werden die musikalischen Elemente sogar mit dem Geschehen innerhalb der Level verbunden. Bewegungen und bestimmte Aktionen können sich dabei an der Musik orientieren. Dadurch entsteht ein Rhythmus, der sich durch das Abenteuer zieht.
Das verleiht dem Spiel eine eigene Identität. Die Musik unterstützt nicht nur die farbenfrohe Präsentation, sondern wird stellenweise selbst Teil des Spielerlebnisses.
Eine Welt wie aus einem Animationsfilm
Optisch setzt Marsupilami 2 konsequent auf einen modernen Comic-Look. Die einzelnen Umgebungen sind farbenfroh und detailliert gestaltet und passen sehr gut zum Charakter der Vorlage.
Besonders die Animationen fallen positiv auf. Die Marsupilamis bewegen sich flüssig durch die Level und ihre individuellen Fähigkeiten werden auch optisch überzeugend dargestellt.
Der Stil erinnert damit eher an einen interaktiven Animationsfilm als an eine realistische Spielwelt. Genau das ist hier aber die richtige Entscheidung. Die comichafte Optik unterstützt den Humor und die familienfreundliche Ausrichtung des Spiels und lässt die verschiedenen Welten angenehm lebendig wirken.

Wenn die Hauptmission erledigt ist
Auch nach dem Ende der Kampagne gibt es noch Gründe, nach Palombia zurückzukehren. Der Flow Mode stellt uns vor besondere Herausforderungen, bei denen mehrere Prüfungen ohne einen einzigen Tod hintereinander bewältigt werden müssen.
Zusätzlich gibt es verschiedene Zeitprüfungen und Dojos. Einige Herausforderungen können alleine absolviert werden, andere richten sich an zwei Spieler. In den Battle Dojos können wir außerdem direkt gegen einen Freund antreten.
Erfolgreiche Prüfungen belohnen uns mit zusätzlichen Inhalten und kosmetischen Extras. Wer also nach der Kampagne noch nach einer Herausforderung sucht, bekommt durchaus weiteres Futter.
Fazit: Mission erfüllt
Marsupilami 2 – Salsa Palombia ist ein erfreulich unkompliziertes Jump’n’Run. Das Spiel weiß genau, was es sein möchte, und versucht nicht, sein grundlegendes Konzept unnötig aufzublähen.
Die abwechslungsreichen Level, die drei unterschiedlichen Marsupilamis und deren sinnvoll eingesetzte Fähigkeiten funktionieren hervorragend zusammen. Besonders im lokalen Koop zeigt sich, dass die Charakterfähigkeiten mehr sind als bloße Spielerei. Dazu kommen eine präzise Steuerung, ein durchaus fordernder Schwierigkeitsgrad und ein faires Kontrollpunktsystem. Die verschiedenen Welten sorgen für optische und spielerische Abwechslung, während Sammelobjekte und zusätzliche Modi den Wiederspielwert erhöhen.
Seinen größten eigenen Charakter entwickelt das Abenteuer vielleicht durch die Musik. Der Rhythmus passt nicht nur zur verrückten Geschichte, sondern wird teilweise direkt in das Spielgeschehen integriert. Natürlich bleibt das Grundprinzip vertraut. Wer hier eine Revolution des Genres erwartet, sitzt im falschen Shuttle. Wer dagegen Lust auf ein charmantes, schnelles und überraschend forderndes Jump’n’Run hat, bekommt mit Marsupilami 2 ein sehr rundes Gesamtpaket.
Die Mission in Palombia ist damit erfolgreich abgeschlossen – und für eine kleine Zugabe stehen mit Flow Mode, Dojos und Zeitprüfungen noch einige optionale Einsätze auf dem Plan.
Marsupilami 2 - Salsa Palombia
Marsupilami 2 - Salsa Palombia-
Spielspaß78/100 Very good
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Grafik80/100 Very good
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Gameplay82/100 Very good
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Sound88/100 Amazing
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Umfang70/100 Good
Positiv
- Charmante Comic-Optik und flüssige Animationen
- Kreative Einbindung von Musik und Rhythmus
- Gelungener lokaler Koop mit unterschiedlichen Charakterfähigkeiten
Negativ
- Kein Online-Koop
- Wenig echte Neuerungen im Jump'n'Run-Genre
- Einige Passagen können durchaus frustrierend werden

