Manchmal muss man als LEGO Star Wars Fan wirklich Geduld mitbringen. Während Boba Fetts Slave I beziehungsweise Firespray in den vergangenen Jahren immer wieder in unterschiedlichen Größen und Preisklassen veröffentlicht wurde, sah es bei seinem Vater deutlich schlechter aus. Dabei gehört Jango Fetts blau silbernes Schiff für viele Fans von Star Wars: Episode II Angriff der Klonkrieger zu den schönsten Varianten überhaupt. Mit LEGO Star Wars 75433 Jango Fetts Sternenschiff ist die lange Durststrecke endlich vorbei. Das Set besteht aus 707 Teilen, richtet sich an Baumeister ab neun Jahren und kostet offiziell 69,99 Euro. Neben dem eigentlichen Raumschiff befinden sich drei Minifiguren im Karton: Jango Fett, der junge Boba Fett und der Kaminoaner Lama Su. Dazu kommt ein kleiner Servicewagen, der nicht nur als Zubehör dient, sondern gleichzeitig als Displayständer für das Schiff verwendet werden kann. Das fertige Modell ist rund 9 Zentimeter hoch, 21 Zentimeter lang und 21 Zentimeter breit. Damit positioniert LEGO das Set klar als Spielmodell und Gegenstück zum wesentlich größeren UCS Modell 75409. Dieses besteht aus 2.970 Teilen und kostet 299,99 Euro. Wer also einfach eine vernünftige Firespray für die Sammlung möchte, muss nicht zwangsläufig zum riesigen Erwachsenenmodell greifen. Und genau das ist vielleicht die größte Stärke von 75433.
Die Firespray funktioniert auch eine Nummer kleiner
Jango Fetts Firespray besitzt eine der ungewöhnlichsten Silhouetten der gesamten Star Wars Saga. Während die meisten Raumschiffe horizontal fliegen, richtet sich das Schiff nach dem Start vertikal auf. Die gewaltige Rumpfform, die beiden seitlichen Flügel und das verhältnismäßig kleine Cockpit ergeben ein Design, das selbst mehr als zwei Jahrzehnte nach Angriff der Klonkrieger sofort wiedererkannt wird. LEGO trifft diese Form beim 75433 erstaunlich gut. Besonders die blau graue Farbgebung macht natürlich einen erheblichen Teil des Reizes aus. Nachdem wir jahrelang hauptsächlich Boba Fetts grüne Variante gesehen haben, wirkt Jangos Schiff unmittelbar frisch. Gleichzeitig erinnert das Modell angenehm an frühere LEGO Star Wars Sets, ohne technisch auf deren Niveau stehenzubleiben. Mit 707 Teilen entsteht ein überraschend kompakter, aber keineswegs winziger Flieger. Die Proportionen funktionieren gut und insbesondere aus typischen Betrachtungswinkeln ist die Vorlage hervorragend getroffen.
Die Oberflächen werden durch unterschiedliche Platten, Fliesen und kleinere Bauelemente ausreichend strukturiert. Dadurch entsteht nicht einfach eine große glatte Fläche, sondern jene technisch leicht chaotische Optik, die hervorragend zu einem Star Wars Raumschiff passt. Besonders wichtig ist natürlich das Cockpit. Hier können Jango und der junge Boba gemeinsam Platz nehmen. LEGO hat damit eine der wichtigsten Anforderungen an das Modell erfüllt, denn gerade die gemeinsamen Szenen zwischen Vater und Sohn gehören zu den erinnerungswürdigsten Momenten auf Kamino. Das Cockpit lässt sich öffnen und bietet ausreichend Platz für beide Figuren. Dadurch muss Boba beim Spielen nicht irgendwo separat aufbewahrt werden, während Jango alleine durch die Galaxis fliegt.
Spielen steht eindeutig im Mittelpunkt
Anders als beim UCS Modell möchte LEGO mit 75433 kein möglichst perfektes Ausstellungsstück bauen. Dieses Schiff soll in die Hand genommen werden. Dementsprechend finden sich mehrere Spielfunktionen. Insgesamt vier Stud Shooter sind integriert und ermöglichen die obligatorischen Weltraumgefechte. Noch wesentlich passender ist allerdings die Möglichkeit, eine seismische Ladung aus dem Heck fallen zu lassen. Wer Angriff der Klonkrieger kennt, weiß natürlich sofort, warum das wichtig ist. Die Verfolgungsjagd zwischen Jango Fett und Obi Wan Kenobi durch den Asteroidengürtel von Geonosis gehört bis heute zu den audiovisuell beeindruckendsten Sequenzen des Films. Insbesondere der unverwechselbare Sound der seismischen Ladungen hat längst Kultstatus erreicht. Dass LEGO diese Funktion tatsächlich berücksichtigt, freut uns deshalb enorm.

Natürlich explodiert hier nichts und auch der legendäre Sound muss weiterhin aus dem Mund des Spielers kommen. Trotzdem ist es genau jene Art von Funktion, die ein Star Wars Spielset benötigt. Sie basiert auf einer konkreten Szene aus dem Film und wurde nicht einfach eingebaut, weil irgendwo noch Platz für einen Shooter vorhanden war. Auch die Flügel funktionieren passend zur Vorlage. Sie drehen sich abhängig von der Ausrichtung des Schiffes durch die Schwerkraft mit. Hält man die Firespray horizontal oder stellt sie in ihre vertikale Flugposition, bleiben die Flügel entsprechend ausgerichtet. Das ist keine neue LEGO Technik, bei diesem Schiff aber praktisch unverzichtbar. Insgesamt besitzt die Firespray dadurch einen angenehm hohen Spielwert. Man kann sie problemlos greifen, durch den Raum fliegen lassen, die Flügel reagieren auf die Bewegung und mit Stud Shootern sowie seismischer Ladung gibt es genügend Möglichkeiten für kleine Gefechte. Genau so sollte ein LEGO Star Wars Set ab neun Jahren funktionieren.
Der kleine Servicewagen ist cleverer als gedacht
Ein überraschend nützliches Zubehör ist der beiliegende Servicewagen. Auf den ersten Blick könnte man ihn als typischen kleinen Nebenbau abtun, der hauptsächlich einige zusätzliche Teile verbraucht. Tatsächlich erfüllt er aber gleich mehrere Funktionen. Der Wagen besitzt einen Sitzplatz für eine Minifigur und Stauraum für Munition. Vor allem kann er jedoch verwendet werden, um das Sternenschiff zu bewegen und anschließend aufrecht zu präsentieren. Das ist clever. Die Firespray besitzt schließlich ein grundsätzliches Problem, das praktisch jede LEGO Umsetzung dieses Schiffes lösen muss. Ihre natürliche Flugposition ist vertikal, wirklich praktisch abstellen lässt sie sich so aber nicht. Statt einen zusätzlichen klassischen Displayständer beizulegen, integriert LEGO diese Aufgabe direkt in ein Element, das gleichzeitig Teil der Spielwelt ist. Dadurch wirkt der Wagen auf Kamino vollkommen plausibel und hat trotzdem einen echten Nutzen für erwachsene Sammler. Wer das Modell nach dem Spielen ins Regal stellen möchte, kann es in seiner charakteristischen aufrechten Position präsentieren. Das verbessert den Displaywert enorm. Und plötzlich wirkt das vermeintliche Nebenmodell gar nicht mehr so nebensächlich.
Drei Figuren, die das Set enorm aufwerten
Mindestens genauso wichtig wie das Schiff sind bei LEGO Star Wars traditionell die Minifiguren. Und 75433 hat hier ein ausgesprochen attraktives Trio zu bieten. Allen voran natürlich Jango Fett. Jango gehört zu den Figuren, die LEGO über viele Jahre hinweg erstaunlich selten veröffentlicht hat. Seine charakteristische mandalorianische Rüstung mit den blauen Elementen hebt ihn deutlich von seinem Sohn ab. Im Set erhält er zwei Blasterpistolen und natürlich sein Jetpack. Für Sammler ist Jango wahrscheinlich bereits einer der wichtigsten Kaufgründe. Dazu kommt der junge Boba Fett. Seine Aufnahme ist eigentlich selbstverständlich, schließlich gehört Boba unmittelbar zu den Ereignissen auf Kamino und begleitet seinen Vater an Bord der Firespray. Besonders spannend ist allerdings Lama Su.
Der Premierminister von Kamino ist für die dargestellte Epoche eine hervorragende Wahl. Statt einfach irgendeinen weiteren bekannten Charakter in das Set zu packen, erweitert LEGO damit die Auswahl der Kaminoaner und verankert das Set noch stärker in Angriff der Klonkrieger. Gerade zusammen erzählen die drei Figuren praktisch schon die komplette Ausgangssituation des Films: Jango Fett als genetische Vorlage der Klonarmee, sein unveränderter Sohn Boba und Lama Su als Vertreter Kaminos. Ein Obi Wan Kenobi hätte das Paket natürlich noch stärker gemacht. Dann ließe sich die Konfrontation auf Kamino unmittelbar nachspielen. Bei drei enthaltenen Figuren ist die Auswahl dennoch ausgesprochen gelungen.
Das Set muss sich nicht verstecken
Das Modell besitzt ausreichend Volumen, um neben anderen LEGO Star Wars Spielsets nicht unterzugehen. Gleichzeitig kann man es tatsächlich noch problemlos in die Hand nehmen. Für Familien ergibt sich sogar die etwas kuriose Möglichkeit, beide Varianten parallel aufzubauen. LEGO bewirbt 75433 ausdrücklich als Begleitmodell zum großen 75409, sodass Erwachsene und Kinder gleichzeitig ihre jeweilige Version von Jangos Firespray bauen können. Das ist natürlich cleveres Marketing, zeigt aber auch, wie unterschiedlich beide Sets konzipiert wurden. Bleibt der Preis. 69,99 Euro für 707 Teile bewegen sich bei LEGO Star Wars inzwischen fast schon im erwartbaren Bereich. Rechnerisch landen wir bei knapp zehn Cent pro Element. Viel wichtiger ist allerdings, was dafür tatsächlich im Karton steckt. Wir bekommen ein vollständiges Raumschiff mit Platz für zwei Figuren, vier Shootern, einer funktionierenden seismischen Ladung, automatisch ausgerichteten Flügeln und einem zusätzlichen Servicewagen. Dazu kommen drei thematisch hervorragend ausgewählte Minifiguren.
Fazit
LEGO Star Wars 75433 Jango Fetts Sternenschiff ist genau die Art von Set, von der wir uns innerhalb der Reihe wieder häufiger wünschen würden. Es ist groß genug, um als richtiges Raumschiff wahrgenommen zu werden, kompakt genug zum Spielen und besitzt trotzdem genügend Details, um anschließend im Regal eine gute Figur zu machen. Vor allem die blau graue Farbgebung sorgt dafür, dass sich Jangos Firespray deutlich von den zahlreichen Versionen von Boba Fetts Schiff unterscheidet. Spielerisch liefert LEGO ebenfalls ab. Die vier Stud Shooter sind zweckmäßig, die automatisch ausgerichteten Flügel gehören bei einer Firespray praktisch zum Pflichtprogramm und die abwerfbare seismische Ladung ist eine fantastische Anspielung auf die legendäre Verfolgungsjagd aus Angriff der Klonkrieger.
Überraschend gut gefällt uns außerdem der Servicewagen. Statt einfach nur ein kleines Nebenmodell zu sein, dient er gleichzeitig als Transporthilfe und Displayständer. Dadurch lässt sich die Firespray in ihrer ikonischen vertikalen Flugposition präsentieren, ohne dass LEGO einen separaten schwarzen Ständer benötigt. Das eigentliche Highlight bleiben aber die Figuren. Jango Fett und der junge Boba gehören selbstverständlich dazu, während Lama Su eine hervorragende Ergänzung darstellt und das Set klar auf Kamino und die Ereignisse aus Episode II ausrichtet. Mit 69,99 Euro ist das Set nicht günstig, bei 707 Teilen aber auch nicht vollkommen überzogen. Vor allem bekommen Fans endlich wieder eine bezahlbare Jango Fett Firespray. Wer keine 299,99 Euro für das große UCS Modell ausgeben möchte, findet hier die deutlich kompaktere und spielerisch sogar interessantere Alternative.
Für uns ist 75433 deshalb eines der rundesten LEGO Star Wars Spielsets dieser Größenklasse. Es versucht nicht, ein UCS Modell im Kleinformat zu sein. Stattdessen konzentriert es sich auf das, was LEGO Star Wars ursprünglich so erfolgreich gemacht hat: ein ikonisches Raumschiff, starke Figuren und genügend Funktionen, um nach dem Aufbau tatsächlich damit spielen zu wollen.

LEGO Star Wars 75433 Jango Fetts Sternenschiff
LEGO Star Wars 75433 Jango Fetts Sternenschiff-
Aufbau90/100 Amazing
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Teilequalität90/100 Amazing
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Endergebnis90/100 Amazing
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Preis/Leistung80/100 Very good
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Spaßfaktor85/100 Amazing
Positiv
- Sehr gelungene Umsetzung von Jangos Firespray
- Cockpit für zwei Figuren
- cleverer Servicewagen als Displayständer
Negativ
- ein zusätzlicher Obi Wan Kenobi hätte das Figurenpaket nahezu perfekt gemacht
- Beim Preis auf Sales achten

