Der Markt für Gaming-Headsets ist inzwischen riesig und gerade unterhalb der 100-Euro-Grenze tummeln sich zahlreiche Hersteller, die mit Surround Sound, RGB-Beleuchtung und kabelloser Verbindung um Aufmerksamkeit kämpfen. Mit dem Storm G2 schickt OXS ein Modell ins Rennen, das sich insbesondere an Einsteiger richtet, auf dem Papier aber erstaunlich wenig nach Einstiegsklasse klingt. Virtueller 7.1 Surround Sound, 50-mm-Treiber, Bluetooth 5.3, eine latenzarme 2,4-GHz-Verbindung, gleich zwei Mikrofone und eine Akkukapazität von 1.000 mAh stehen einer unverbindlichen Preisempfehlung von 89,99 Euro gegenüber. OXS selbst gehört noch zu den jüngeren Marken im Audiosegment. Das Unternehmen wurde 2021 gegründet und konzentriert sich auf Gaming-Audio sowie immersive Soundsysteme. Mittlerweile sind die Produkte des Herstellers in mehr als 15 Ländern erhältlich. Mit dem Storm G2 möchte OXS nun zeigen, dass guter Gaming-Sound nicht zwangsläufig mit einem dreistelligen Preis verbunden sein muss. Nach unserem Test lässt sich bereits vorwegnehmen, dass dieses Vorhaben erstaunlich gut funktioniert.
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Unauffällig ist anders
Bereits bei der Verpackung wird deutlich, welche Zielgruppe OXS mit dem Storm G2 ansprechen möchte. Rot und Schwarz dominieren das Design, während Abbildungen des Headsets sowie zahlreiche technische Informationen einen ersten Eindruck vermitteln. Im Inneren wartet eine positive Überraschung, denn OXS verstaut das Headset in einem hochwertigen Stoffbeutel. Neben dem Storm G2 gehören das abnehmbare Mikrofon, der USB-Empfänger für die 2,4-GHz-Verbindung, ein USB-A-auf-USB-C-Ladekabel sowie ein klassisches 3,5-mm-Klinkenkabel zum Lieferumfang. Die Farbgestaltung der Verpackung wird beim Headset konsequent fortgeführt. Kopfbügel und Ohrpolster sind mit schwarzem Kunstleder bezogen, während rote Nähte am Bügel für einen deutlichen Kontrast sorgen. Selbst die zu den Ohrmuscheln führenden Kabel sowie deren Innenbereiche greifen diesen Rotton auf. Die Außenseiten setzen dagegen auf ein dunkelgraues Metallic-Finish, wodurch das Storm G2 insgesamt einen eher technischen Gaming-Look erhält.
Natürlich darf bei einem solchen Headset auch die RGB-Beleuchtung nicht fehlen. In die Ohrmuscheln sind entsprechende Leuchtelemente integriert, die einen festen Regenbogen-Farbwechsel darstellen. Individuelle Beleuchtungsprofile oder umfangreiche Anpassungsmöglichkeiten gibt es hier nicht. Wer sein komplettes Setup farblich perfekt synchronisieren möchte, dürfte damit etwas eingeschränkt sein. Als optischer Akzent erfüllt die Beleuchtung jedoch ihren Zweck und das Storm G2 fühlt sich auf dem Kopf angenehm leicht an und genau das ist letztlich entscheidend.
Auch nach längeren Sessions angenehm
Beim Tragekomfort sammelt das OXS Storm G2 einige seiner wichtigsten Pluspunkte. Der Kopfbügel lässt sich über einen großen Bereich verstellen, sodass sich das Headset problemlos an unterschiedliche Kopfformen anpassen lässt. Die Ohrpolster bestehen aus Memory Foam und verteilen den Druck gleichmäßig, während der Anpressdruck angenehm zurückhaltend ausfällt. Auch längere Gaming-Sessions werden dadurch nicht unangenehm. Trotz des Kunstleders entsteht keine übermäßige Wärmeentwicklung und zumindest während unseres Tests hielt sich das Schwitzen erfreulich in Grenzen. Gleichzeitig sitzt das Headset sicher genug, um bei normalen Kopfbewegungen nicht zu verrutschen.
Brillenträger dürften ebenfalls zufrieden sein. Die Bügel werden nicht unangenehm gegen den Kopf gedrückt und auch bei längerer Nutzung entstanden keine störenden Druckstellen. Erst bei deutlich stärkeren Bewegungen, beispielsweise wenn der Kopf weit nach vorne geneigt wird, überträgt sich die Bewegung merklich auf das Headset. Die passive Abschirmung von Außengeräuschen fällt dagegen relativ gering aus. Wer vollständig von seiner Umgebung isoliert sein möchte, findet hier bessere Alternativen. Im normalen Gaming-Alltag empfanden wir das allerdings kaum als störend.
Drei Wege führen zum Spielsound
Bei der Konnektivität zeigt sich das Storm G2 ausgesprochen flexibel. Für PC und kompatible Konsolen dürfte in erster Linie die 2,4-GHz-Funkverbindung über den beiliegenden USB-Empfänger interessant sein. OXS gibt eine Reichweite von bis zu 15 Metern und eine Latenz von weniger als 25 Millisekunden an. Gerade beim Gaming ist diese Verbindung entsprechend die erste Wahl. Alternativ steht Bluetooth 5.3 zur Verfügung. Auch hier werden bis zu 15 Meter Reichweite angegeben, allerdings steigt die Latenz auf rund 100 Millisekunden. Für Musik, Smartphone oder andere alltägliche Anwendungen ist das problemlos ausreichend, für reaktionsschnelle Spiele würden wir dagegen klar die 2,4-GHz-Verbindung bevorzugen.
Zusätzlich lässt sich das Storm G2 ganz klassisch über 3,5-mm-Klinke betreiben. Dadurch ist das Headset mit einer großen Bandbreite an Geräten kompatibel und bleibt selbst dann nutzbar, wenn eine drahtlose Verbindung gerade nicht infrage kommt. Die Bedienung erfolgt vollständig über die Ohrmuscheln und benötigt kaum Eingewöhnungszeit. Rechts befindet sich der Schalter für den Wechsel zwischen Bluetooth und 2,4-GHz-Funk. Links sitzen Lautstärkeregler, Mikrofon-Stummschaltung, Ein- und Ausschalter sowie die Taste zum Wechseln der Klangprofile. OXS verzichtet damit auf unnötig komplizierte Tastenkombinationen.
Überraschend kräftiger Klang
Das wichtigste Kriterium eines Headsets bleibt natürlich der Klang und hier schlägt sich das Storm G2 gemessen an seiner Preisklasse ausgesprochen gut. Im Inneren arbeiten dynamische 50-mm-Fullrange-Treiber mit einem angegebenen Frequenzbereich von 20 Hz bis 20 kHz. Hinzu kommt virtueller 7.1 Surround Sound. Wie bei jedem Audioprodukt bleibt die Bewertung des Klangs zwangsläufig subjektiv. Hörgewohnheiten unterscheiden sich erheblich. Während manche Nutzer möglichst kräftigen Bass bevorzugen, legen andere mehr Wert auf neutrale Mitten oder besonders klare Höhen. Für unseren Test haben wir deshalb unterschiedliche Musikstücke und Spielsituationen genutzt, um möglichst viele Frequenzbereiche abzudecken. Über den EQ-Schalter stehen drei vorgefertigte Klangprofile zur Verfügung: Surround, Game und Music. Eine vollständig manuelle Equalizer-Anpassung bietet das Storm G2 nicht, was sich im Test allerdings weniger störend auswirkte als zunächst erwartet.
Am besten gefiel uns das Surround-Profil. Der Klang wirkt hier angenehm räumlich und gleichzeitig voll. Der Bass besitzt ordentlich Druck, ohne die übrigen Frequenzen vollständig zu überlagern. Höhen und Mitten bleiben sauber voneinander getrennt und gerade angesichts des Preises überrascht die Klarheit. Selbst wenn auf dem Bildschirm einiges los ist, entsteht nicht sofort ein undifferenzierter Klangbrei. Das Game-Profil reduziert den Bass etwas und rückt höhere Frequenzen stärker in den Vordergrund. Gerade bei kompetitiven Shootern kann das hilfreich sein, wenn Schritte und andere wichtige akustische Hinweise möglichst deutlich wahrgenommen werden sollen. Für Singleplayer-Spiele und ein insgesamt kräftigeres Klangbild würden wir dagegen meist beim Surround-Modus bleiben. Music unterscheidet sich weniger deutlich. Gegenüber Surround fehlt vor allem etwas räumliche Tiefe und das Klangbild wirkt durch die leicht geringere Lautstärke zurückhaltender. Das Profil funktioniert ordentlich, doch gerade das Surround-Preset zeigt besser, wozu die verbauten Treiber in der Lage sind.
Zwei Mikrofone mit überraschend geringem Unterschied
OXS stattet das Storm G2 gleich mit zwei Mikrofonlösungen aus. Das abnehmbare Mikrofon dürfte beim klassischen Gaming die bevorzugte Variante sein. Es arbeitet omnidirektional und bietet einen Frequenzbereich von 50 Hz bis 10 kHz. Zusätzlich kommt ENC zur Reduzierung störender Umgebungsgeräusche zum Einsatz. Die Sprachqualität fällt erfreulich gut aus. Stimmen werden warm und klar übertragen, ohne blechern oder übermäßig räumlich zu klingen. Für Sprachchats über Discord, Ingame-Kommunikation oder ähnliche Anwendungen reicht die Qualität vollkommen aus. Die ENC-Geräuschunterdrückung kann Hintergrundgeräusche nicht vollständig eliminieren, arbeitet aber effektiv genug. Tastaturanschläge bleiben beispielsweise teilweise hörbar, werden jedoch deutlich abgeschwächt. Für ein Headset dieser Preisklasse ist das Ergebnis überzeugend.
Überraschender ist das fest integrierte zweite Mikrofon. Qualitativ liegt es gar nicht so weit hinter der abnehmbaren Variante zurück. Die Stimme wirkt etwas weniger warm und das Mikrofon muss deutlich stärker aufgedreht werden, da es erheblich leiser aufnimmt. Trotzdem bleibt die Sprachverständlichkeit gut und der Klang wird nicht unangenehm dünn oder hallend. Das ist vor allem praktisch, wenn das abnehmbare Mikrofon gerade nicht montiert werden soll. Für den regulären Gaming-Einsatz würden wir zwar weiterhin die externe Variante bevorzugen, doch das integrierte Mikrofon ist weit mehr als eine bloße Notlösung.
Das OXS Storm G2 setzt auf dynamische 50-mm-Treiber mit einem Frequenzbereich von 20 Hz bis 20 kHz, einer Impedanz von 20 Ohm und einer Empfindlichkeit von 100 ±3 dB bei 1 kHz. Virtueller 7.1 Surround Sound gehört ebenfalls zum Funktionsumfang. Für die drahtlose Verbindung stehen 2,4 GHz mit weniger als 25 Millisekunden Latenz sowie Bluetooth 5.3 zur Verfügung. Beide Funkverbindungen sollen eine Reichweite von bis zu 15 Metern erreichen. Zusätzlich gibt es einen 3,5-mm-AUX-Anschluss. Die beiden omnidirektionalen Mikrofone arbeiten mit einem Frequenzbereich von 50 Hz bis 10 kHz, einer Impedanz von 2,2 kOhm und einer Empfindlichkeit von -42 ±2 dB. ENC ist direkt integriert. Für die Stromversorgung kommt ein Akku mit 1.000 mAh bei 3,7 Volt zum Einsatz.
Fazit
Mit dem Storm G2 liefert OXS ein erstaunlich rundes Gaming-Headset ab. Für eine unverbindliche Preisempfehlung von 89,99 Euro bekommt man nicht nur eine flexible Auswahl an Verbindungsmöglichkeiten, sondern vor allem einen überzeugenden Klang und hohen Tragekomfort. Besonders im Surround-Modus machen die 50-mm-Treiber eine gute Figur. Der Bass besitzt ordentlich Kraft, während Mitten und Höhen trotzdem sauber bleiben. Das Game-Profil bietet wiederum eine sinnvolle Alternative für kompetitive Titel, bei denen Schritte und andere akustische Hinweise wichtiger sind als besonders kräftige Tiefen. Dass kein vollständig manueller Equalizer vorhanden ist, fällt dadurch weniger schwer ins Gewicht. Auch die Mikrofone hinterlassen einen guten Eindruck. Die abnehmbare Variante liefert eine warme und klare Sprachübertragung, während ENC störende Hintergrundgeräusche zumindest deutlich reduziert. Besonders positiv überrascht das integrierte Mikrofon, das zwar leiser arbeitet und etwas weniger Wärme besitzt, qualitativ aber erstaunlich nah am externen Mikrofon bleibt.
Beim Tragekomfort gibt es ebenfalls wenig zu beanstanden. Das Storm G2 sitzt sicher, ohne unangenehm zu drücken und bleibt auch während längerer Sessions komfortabel. Lediglich die schwache passive Abschirmung von Außengeräuschen und die nicht anpassbare RGB-Beleuchtung könnten je nach persönlichen Vorlieben als kleinere Kritikpunkte gelten. Insgesamt liefert OXS mit dem Storm G2 jedoch genau das, was ein gutes Gaming-Headset unterhalb der 100-Euro-Marke leisten sollte. Klang, Mikrofonqualität, Komfort und Anschlussvielfalt befinden sich auf einem überraschend hohen Niveau. Gerade für Spielende, die ein bezahlbares kabelloses Headset suchen und trotzdem nicht auf 2,4-GHz-Funk, Bluetooth, Klinke und virtuellen Surround Sound verzichten möchten, ist das Storm G2 die beste Option. Bei einer UVP von 89,99 Euro bietet das OXS Storm G2 damit ein ausgesprochen starkes Preis-Leistungs-Verhältnis.

OXS Storm G2
OXS Storm G2-
Sound95/100 The best
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Haptik85/100 Amazing
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Design95/100 The best
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Komfort85/100 Amazing
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Bedienung90/100 Amazing
Positiv
- Kräftiger und detaillierter Klang, besonders im Surround-Modus
- 50-mm-Treiber mit sauberer Frequenztrennung
- ENC reduziert störende Hintergrundgeräusche effektiv
- Starkes Preis-Leistungs-Verhältnis
Negativ
- RGB-Beleuchtung nicht individuell anpassbar
- Kein manueller Equalizer

