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Warrior Cats: Clans of the Forest Test/Review

Mit Millionen verkauften Büchern und einer riesigen Fangemeinde gehört Warrior Cats zu den erfolgreichsten Fantasy-Jugendbuchreihen der vergangenen Jahrzehnte. Die Geschichten rund um wilde Katzen, rivalisierende Clans und geheimnisvolle Prophezeiungen begeistern seit Jahren Leser auf der ganzen Welt. Mit Warrior Cats: Clans of the Forest wird dieses Universum nun zu einem interaktiven Rollenspielabenteuer. Statt die Erlebnisse bekannter Charaktere lediglich nachzuspielen, erschaffen wir unsere eigene Kriegerkatze und bestimmen selbst, welchem Clan wir uns anschließen möchten. Doch funktioniert die faszinierende Welt der Bücher auch als Videospiel? Wir werfen einen Blick auf die PlayStation-5-Fassung.

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Willkommen im Wald der vier Clans

Wer bereits eines der zahlreichen Warrior-Cats-Bücher gelesen hat, kennt die grundlegenden Regeln dieser ungewöhnlichen Fantasywelt. Vier Katzenclans teilen sich unterschiedliche Territorien, jagen nach Beute und verteidigen ihre Heimat gegen Eindringlinge. Jeder Clan besitzt eigene Traditionen, Stärken und Vorstellungen vom Zusammenleben. Gleichzeitig verbindet sie der Glaube an den SternenClan, eine spirituelle Gemeinschaft verstorbener Katzen, die ihren lebenden Nachfahren durch Träume und Prophezeiungen den Weg weisen. Genau dieses Universum bildet die Grundlage von Warrior Cats: Clans of the Forest. Entwickler TRAILMARK Games und Four Trees Media setzen dabei nicht auf eine bloße Nacherzählung der Romanvorlage, sondern ermöglichen uns, eine eigene Geschichte innerhalb der bekannten Welt zu erleben. Bereits zu Beginn treffen wir eine wichtige Entscheidung: Welchem der vier Clans möchten wir angehören?

Zur Auswahl stehen der DonnerClan, FlussClan, WindClan und SchattenClan. Jeder besitzt sein eigenes Territorium und eröffnet eine andere Perspektive auf das Leben im Wald. Dadurch verändert sich nicht nur unser Ausgangspunkt, sondern auch der Einstieg in die Handlung. Im weiteren Verlauf treffen wir auf unterschiedliche Charaktere, schließen Freundschaften und geraten in Konflikte, die unsere Stellung innerhalb der Gemeinschaft beeinflussen können. Besonders erfreulich ist, dass sich das Abenteuer nicht ausschließlich an langjährige Fans richtet. Zwar werden Kenner der Bücher zahlreiche vertraute Elemente entdecken, doch auch Neueinsteiger können sich mit den Regeln und Besonderheiten der Clans vertraut machen.

Unsere eigene Kriegerkatze im Mittelpunkt

Eine der größten Stärken von Warrior Cats: Clans of the Forest ist die umfangreiche Charaktererstellung. Bevor wir uns in die Wälder wagen, gestalten wir zunächst unsere eigene Katze. Dabei stehen überraschend viele Möglichkeiten zur Verfügung, die deutlich über eine einfache Auswahl verschiedener Fellfarben hinausgehen. Wir bestimmen unter anderem die Körpergröße, Statur, Augen, Ohren und Nase unserer Katze. Zusätzlich können unterschiedliche Fellzeichnungen und weitere äußerliche Merkmale kombiniert werden. Dadurch lassen sich sowohl realistische Hauskatzen als auch auffälligere Fantasievarianten erschaffen. Besonders schön ist, dass uns die Wahl des Clans optisch nicht einschränkt. Wir müssen also nicht zwangsläufig eine Katze gestalten, die dem typischen Erscheinungsbild unserer gewählten Gemeinschaft entspricht.

Interessant wird das Ganze allerdings erst durch die spielerischen Auswirkungen. Bestimmte Charaktermerkmale beeinflussen nämlich auch unsere Werte. Dazu gehören beispielsweise körperliche Eigenschaften wie Stärke und Geschwindigkeit, aber auch soziale Fähigkeiten, die bei Gesprächen und Beziehungen zu anderen Katzen eine Rolle spielen. Damit besitzt die Charaktererstellung tatsächlich eine Bedeutung für das weitere Abenteuer. Wer sich auf körperliche Auseinandersetzungen konzentrieren möchte, kann andere Schwerpunkte setzen als jemand, der besonders viel Wert auf zwischenmenschliche beziehungsweise zwischenkätzische Beziehungen legt.

Eine offene Spielwelt voller Geheimnisse

Nach der Charaktererstellung beginnt die eigentliche Erkundung. Die Welt von Warrior Cats: Clans of the Forest besteht aus unterschiedlichen Landschaften, die jeweils ihre ganz eigene Atmosphäre besitzen. Dichte Wälder wechseln sich mit offenen Heidelandschaften, feuchten Sumpfgebieten und versteckten Wegen ab. Überall warten interessante Orte, kleinere Herausforderungen und Begegnungen mit anderen Katzen. Die Spielwelt vermittelt dabei ein angenehmes Gefühl von Freiheit. Wir können unsere Umgebung erkunden, nach nützlichen Materialien suchen oder uns den nächsten Aufgaben widmen. Allerdings handelt es sich nicht um eine vollständig grenzenlose Open World. Natürliche Hindernisse wie steile Klippen oder unüberwindbare Geländestrukturen sorgen dafür, dass bestimmte Bereiche nur über vorgesehene Wege erreichbar sind.

Die Fortbewegung funktioniert grundsätzlich unkompliziert. Besonders das Balancieren über Baumstämme und ähnliche Hindernisse fügt sich angenehm in die Erkundung ein. Etwas weniger präzise fallen dagegen manche Sprungpassagen aus. Hier ist es gelegentlich schwierig, den richtigen Absprungpunkt oder die passende Landeposition einzuschätzen. Auch die Orientierung benötigt anfangs etwas Eingewöhnungszeit. Da viele Waldgebiete ähnlich gestaltet sind, verliert man gelegentlich den Überblick. Glücklicherweise hilft eine Karte bei der Navigation. Zusätzlich können wir uns mithilfe einer violetten Nebelspur in Richtung unseres nächsten Ziels führen lassen. Gerade für jüngere Spieler ist diese Orientierungshilfe eine sinnvolle Ergänzung, da sie verhindert, dass die Suche nach dem richtigen Weg unnötig frustrierend wird.

Taktische Kämpfe statt wildem Krallenchaos

Obwohl wir eine Katze steuern, handelt es sich bei Warrior Cats: Clans of the Forest keineswegs um ein gewöhnliches Actionspiel. Statt hektischer Echtzeitkämpfe setzt das Abenteuer auf ein rundenbasiertes Kampfsystem, bei dem taktische Entscheidungen im Vordergrund stehen. Dabei müssen wir nicht nur auf unsere Lebensenergie achten, sondern auch unsere Ausdauer im Blick behalten. Jede offensive Aktion verbraucht einen Teil dieser Ressource. Wer also ausschließlich seine stärksten Angriffe verwendet, steht möglicherweise schon nach wenigen Runden ohne ausreichende Reserven da.

Gerade im späteren Verlauf gewinnt diese Mechanik an Bedeutung. Während einfache Begegnungen noch relativ unkompliziert ausfallen, verlangen anspruchsvollere Gegner eine durchdachte Vorgehensweise. Wir müssen überlegen, wann sich ein Angriff lohnt, welche Fähigkeiten wir einsetzen und wann es sinnvoller ist, zunächst unsere Ressourcen wiederherzustellen. Unterstützung erhalten wir durch verschiedene Naturmaterialien, die sich während der Erkundung sammeln lassen. Pflanzen, Moos und andere Gegenstände können beispielsweise dabei helfen, Lebensenergie oder Ausdauer zurückzugewinnen. Hinzu kommen besondere Fähigkeiten und clanspezifische Angriffe, die zusätzliche taktische Möglichkeiten eröffnen. Dadurch entsteht ein Kampfsystem, das trotz seiner vergleichsweise einfachen Grundlagen angenehm motivierend bleibt.

Entscheidungen, Freundschaften und Prophezeiungen

Neben den Kämpfen nimmt die Geschichte einen wichtigen Platz ein. Im Verlauf des Abenteuers begegnen wir zahlreichen Katzen, die eigene Persönlichkeiten, Wünsche und Konflikte besitzen. Manche werden zu engen Verbündeten, während andere uns eher misstrauisch gegenüberstehen. Unsere Entscheidungen können beeinflussen, wie diese Charaktere auf uns reagieren. Dadurch entsteht das Gefühl, tatsächlich Teil einer lebendigen Gemeinschaft zu sein, in der nicht jede Begegnung automatisch freundlich verläuft.

Besonders interessant sind die unterschiedlichen Ausgangssituationen der vier Clans. Während die grundlegenden Themen der Romanreihe erhalten bleiben, erleben wir das Geschehen aus einer individuellen Perspektive. Dadurch bietet das Abenteuer einen gewissen Anreiz, später einen anderen Clan auszuprobieren. Auch die mystischen Elemente der Vorlage fehlen nicht. Der SternenClan, geheimnisvolle Prophezeiungen und spirituelle Hinweise spielen eine wichtige Rolle und verleihen der Handlung jene besondere Atmosphäre, die Warrior Cats von gewöhnlichen Tiergeschichten unterscheidet. Die Quests sind dabei angenehm überschaubar gestaltet. Viele Aufgaben lassen sich innerhalb kurzer Spielsitzungen abschließen, ohne dass wir uns durch langwierige Missionen arbeiten müssen. Das sorgt für einen guten Spielfluss und macht das Abenteuer auch für Spieler interessant, die nicht täglich mehrere Stunden vor der Konsole verbringen möchten.

Liebevoller Grafikstil statt technischer Höchstleistungen

Optisch verfolgt Warrior Cats: Clans of the Forest einen eigenständigen Ansatz. Statt auf fotorealistische Katzen und möglichst detaillierte Landschaften zu setzen, kombiniert das Spiel einen comicartigen Stil mit einer gemalten Präsentation. Die Charaktere besitzen dadurch einen sympathischen Wiedererkennungswert, während die unterschiedlichen Landschaften wie Illustrationen aus einem Fantasybuch wirken. Besonders die farbliche Gestaltung passt hervorragend zur Atmosphäre der Romanreihe. Natürlich sollte niemand eine technische Präsentation auf dem Niveau großer PlayStation-5-Blockbuster erwarten. Der Reiz liegt vielmehr im künstlerischen Stil und der stimmigen Umsetzung der bekannten Welt.

Auch die akustische Begleitung fügt sich angenehm ein. Ruhige Musikstücke unterstreichen die Erkundung, während passende Soundeffekte das Geschehen begleiten. Die Katzen selbst machen sich mit typischen Tierlauten bemerkbar. Eine vollständige Sprachausgabe gibt es allerdings nicht. Sämtliche Dialoge müssen gelesen werden. Das passt zwar durchaus zur buchnahen Präsentation, könnte aber gerade für jüngere Spieler eine Hürde darstellen. Wer noch nicht sicher lesen kann, wird möglicherweise Unterstützung benötigen.

Fazit

Warrior Cats: Clans of the Forest ist eine gelungene Umsetzung der beliebten Romanwelt, die besonders durch ihre Atmosphäre und die individuellen Gestaltungsmöglichkeiten überzeugt. Statt einfach nur bekannte Geschichten nachzuerzählen, dürfen wir unsere eigene Kriegerkatze erschaffen und das Leben innerhalb der vier Clans selbst kennenlernen. Der umfangreiche Charaktereditor gehört dabei zu den größten Stärken. Dass unsere Entscheidungen bei der Gestaltung auch spielerische Auswirkungen besitzen, verleiht dem Rollenspiel zusätzliche Tiefe. Ebenso überzeugen die rundenbasierten Kämpfe, die durch das Ausdauersystem und unterschiedliche Fähigkeiten angenehm taktisch ausfallen.

Auch die Erkundung der abwechslungsreichen Landschaften macht Spaß, selbst wenn die Orientierung gelegentlich etwas schwierig ist und manche Sprungpassagen präziser funktionieren könnten. Die liebevolle Comicoptik und der passende Soundtrack runden das Abenteuer ab. Weniger erfreulich ist die fehlende Sprachausgabe, die gerade jüngere Fans der Bücher vor eine Herausforderung stellen könnte. Zudem bleibt die technische Präsentation bewusst einfach und kann nicht mit aufwendigen Großproduktionen konkurrieren. Warrior Cats: Clans of the Forest bietet dennoch genau das, was sich viele Fans der Buchreihe wünschen: die Möglichkeit, selbst Teil eines Clans zu werden, Freundschaften zu schließen, Geheimnisse aufzudecken und die eigene Geschichte als Kriegerkatze zu erleben. Auch auf der PlayStation 5 dürfte das Konzept vor allem Spieler ansprechen, die gemütliche Erkundung, taktische Kämpfe und erzählerische Abenteuer miteinander verbinden möchten.

Warrior Cats: Clans of the Forest

Warrior Cats: Clans of the Forest
77 100 0 1
77/100
Total Score
  • Spielspaß
    80/100 Very good
  • Grafik
    70/100 Good
  • Gameplay
    85/100 Amazing
  • Sound
    70/100 Good
  • Umfang
    80/100 Very good

Positiv

  • Umfangreicher Charaktereditor mit spielerischen Auswirkungen
  • Taktische rundenbasierte Kämpfe
  • Abwechslungsreiche Landschaften
  • Stimmiger Comic- und Illustrationsstil

Negativ

  • Gelegentlich unübersichtliche Orientierung
  • Keine vollständige Sprachausgabe
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