StartHighlightLumibricks Western Carpentry Workshop 14015 Test/Review

Lumibricks Western Carpentry Workshop 14015 Test/Review

Der Wilde Westen ist ein Setting, das sich perfekt für Klemmbaustein-Dioramen eignet: staubige Straßen, knarrende Holzfassaden, improvisierte Werkstätten und eine Atmosphäre, die gleichzeitig rau und romantisch wirkt. Mit dem Lumibricks Western Carpentry Workshop (Set 14015) wagt sich Lumibricks genau in dieses Terrain – und liefert ein Set, das weit mehr ist als nur eine weitere Western-Fassade. Mit 1.832 Teilen, integrierter Beleuchtung und einer überraschend dichten Hintergrundgeschichte entpuppt sich dieses Modell als ein kleines Western-Diorama voller Details. Was zunächst wie eine einfache Tischlerwerkstatt aussieht, entwickelt sich während des Bauens zu einer komplexen Szene mit versteckten Mechanismen, dramatischen Storyelementen und einer bemerkenswert authentischen Atmosphäre.

Über Lumibricks

Ursprünglich war die Marke unter dem Namen FunWhole bekannt und hat sich schnell mit ihren Sets inklusive Lichtsystemen einen Namen gemacht. Der ungewöhnliche Name sorgte jedoch international für einige Schmunzler und Missverständnisse. Deshalb entschied man sich 2024 zu einer Umbenennung in Lumibricks. Der neue Name passt perfekt zum Markenkern, da er das Thema „Licht“ (Lumi) mit dem klassischen Baustein verbindet. Auch wenn viele Fans die Sets weiterhin als „FunWhole Sets“ kennen, steht Lumibricks heute für die gleiche Qualität, die gleichen innovativen Lichtkonzepte und eine konsequente Weiterentwicklung des Sortiments.

Eigenschaft Details
Set-Name: Western Carpentry Workshop
Set-Nummer: 14015
Teileanzahl: 1832
Veröffentlichung: ab Mitte März
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
UVP: noch nicht bekannt
Minifigur: 4 Stück
Sticker enthalten: nein, alles komplett bedruckt
Drucke enthalten: ja, alles
Anleitung: Gedruckt
Bauzeit: Ca. 5–7 Stunden

 

Der Bauprozess

Auf den ersten Blick wirkt der Carpenter’s Workshop relativ kompakt. Doch schon nach den ersten Bauabschnitten wird klar, dass hier deutlich mehr Volumen entsteht, als die Grundfläche vermuten lässt. Das Set besteht im Wesentlichen aus zwei miteinander verbundenen Gebäuden:

  • der grünen Tischlerwerkstatt
  • dem angeschlossenen Sargmacher-Anbau

Diese Aufteilung sorgt während des Bauens für Abwechslung, da sich Architektur, Innenräume und Funktionen deutlich unterscheiden. Die Tischlerwerkstatt bildet das Herzstück des Sets. Der Bau beginnt mit einer offenen Struktur, bei der zunächst das tragende Gerüst entsteht. Erst später wird die komplette Vorderfassade als eigenständiges Modul gebaut und schließlich an das Gebäude gesetzt. Diese Bauweise hat zwei Vorteile: Zum einen erleichtert sie den Zugang zum Innenraum während des Bauens, zum anderen erzeugt sie am Ende die typische Western-Straßenfassade, wie man sie aus Filmen oder historischen Städten kennt.

Im Inneren findet sich eine beeindruckende Anzahl kleiner Details. Eine große Kreissäge bildet das Zentrum der Werkstatt und wird durch Zahnräder und mechanische Elemente ergänzt. Um sie herum liegen Holzplanken, Werkzeuge und Ketten. Auch eine Werkbank mit Schraubstock ist integriert. Besonders charmant wirkt ein kleines erzählerisches Detail: Eine gelbe Tasse steht scheinbar vergessen auf dem Boden, als hätte der Tischler seine Arbeit nur kurz unterbrochen.

Dach und Dachboden

Das Dach gehört zu den interessantesten Bereichen des Sets. Die Konstruktion verwendet bewusst unterschiedliche Holzplanken, die einen reparierten und improvisierten Eindruck vermitteln. Dieses Design erinnert stark an klassische Westerngebäude, bei denen Materialknappheit oft zu improvisierten Lösungen führte. Unter dem Dach befindet sich ein kleiner Dachboden. Dieser Bereich ist relativ schlicht gestaltet, erfüllt aber eine wichtige praktische Funktion: Hier verstecken sich das Haupt-Batteriepack und die Steuerplatine der Beleuchtung. Dank dieser Lösung bleibt das Modell äußerlich sauber und frei von sichtbaren technischen Komponenten.

Das geheime Zimmer

Eine der kreativsten Funktionen des Sets verbirgt sich im Erdgeschoss. Dreht man den Stuhl in der Werkstatt, öffnet sich eine versteckte Wand wie eine Tresortür und gibt den Zugang zu einem geheimen Raum frei. Dieser Safe Room enthält:

  • einen kleinen Schreibtisch
  • eine Laterne
  • ein Gewehr an der Wand
  • ein „Wanted“-Poster für einen Outlaw namens Ghost Stack

Diese Szene deutet an, dass der Werkstattbesitzer möglicherweise mehr Geheimnisse hat, als man zunächst vermuten würde. Die Vorderseite des Gebäudes wird komplett separat gebaut und anschließend mit Technic-Pins befestigt. Dadurch wirkt sie besonders stabil und lässt sich gleichzeitig problemlos entfernen, um den Innenraum zu betrachten. Gestalterisch ist die Fassade hervorragend gelungen. Ein umgedrehter Bogen im oberen Bereich sorgt für eine klassische Western-Ästhetik. Besonders beeindruckend sind die gedruckten Einschusslöcher und Kratzer im grünen Holz. Diese Details vermitteln sofort das Gefühl, dass diese Stadt schon einige Schießereien erlebt hat.

Der Baum, eine überraschend stabile Konstruktion

Direkt neben der Werkstatt steht ein Baum, der das Gebäude optisch einrahmt. Brick-built Bäume sind häufig fragil, doch hier überrascht Lumibricks mit einer stabilen Konstruktion. Die ungewöhnlich hellgrünen Blätter setzen einen starken Kontrast zu den dunkleren Holztönen des Gebäudes und verleihen der Szene eine natürliche Balance. An der Seite der Fassade versteckt sich ein kleines, bewegliches Element. Klappt man es auf, erscheint ein Grabstein mit der Inschrift: „Annabelle Horne, née O’Malley, 1838–1885“. Wenn der Werkstattbesitzer tatsächlich E. Horne heißt, deutet vieles darauf hin, dass es sich um seine verstorbene Ehefrau handelt. Dieses kleine Detail fügt dem Set eine überraschend emotionale Hintergrundgeschichte hinzu. Der zweite Gebäudeteil widmet sich einem düsteren, aber historisch authentischen Handwerk: der Herstellung von Särgen. Dieser Bereich ist deutlich offener gestaltet und zeigt mehrere kleine Szenen. Werkzeuge, Holzstapel und Fässer unterstreichen den Eindruck eines aktiven Handwerksbetriebs.

Zwei Särge und eine Geschichte

Das Set enthält gleich zwei Särge. Der erste liegt auf einem kleinen Transportwagen mit Speichenrädern. Dieser Wagen wirkt perfekt proportioniert für eine staubige Westernstadt. Der zweite Sarg ist größer und lehnt an der Werkstatttür. Im Inneren liegt eine weibliche Figur mit geschlossenen Augen und einem kleinen Blutstropfen am Kinn. Dieses Detail ist ungewöhnlich düster, wirkt aber nicht geschmacklos. Stattdessen unterstreicht es die harte Realität des historischen Settings.

Lumibricks hat sich sichtbar Mühe gegeben, den Innenraum gut zugänglich zu machen. Das Dach lässt sich komplett aufklappen, wodurch man die Werkstatt von oben betrachten kann. Entfernt man zusätzlich die Vorderfassade, erhält man eine freie Sicht auf die gesamte Werkstatt. Auch der Sargmacher-Anbau ist offen gestaltet und erlaubt einen direkten Blick ins Innere.

Die Minifiguren

Das Set enthält vier Figuren, die perfekt zur Szene passen:

  • E. Horne, der ältere Tischler mit Augenklappe
  • ein Lehrling mit Hosenträgern
  • ein Outlaw, vermutlich der gesuchte „Ghost Stack“
  • eine verstorbene Kundin, die im Sarg liegt

Diese Figuren helfen dabei, die Geschichte des Sets weiterzuerzählen.

Drucke statt Sticker

Ein großer Pluspunkt des Sets ist der Verzicht auf Sticker. Sämtliche Dekorationen sind direkt auf die Steine gedruckt. Die Druckqualität ist hervorragend und sorgt für einen besonders hochwertigen Eindruck. Ein weiteres Highlight ist die Windmühle. Sie dient nicht nur als dekoratives Element, sondern ist Teil eines kleinen Wasserfördersystems. Über eine Welle und ein Pumpensystem wird Wasser in ein Fass geleitet, von dem aus ein kleiner Hahn einen Trog speist. Diese Konstruktion wirkt historisch plausibel und ergänzt die Werkstatt perfekt.

Lumibricks ist bekannt für seine integrierten Lichtsysteme, und auch hier überzeugt das Set. Die Beleuchtung verwendet warme Gelbtöne, die an Öllampen erinnern. Besonders gelungen ist eine Lichtquelle hinter dem Werkstattschild, die nachts die Windmühle von unten anstrahlt. Ein kleiner Kritikpunkt bleibt jedoch: Neben dem Haupt-Batteriepack im Dachboden gibt es ein zweites Batteriefach unter der Veranda. Das funktioniert zwar technisch, wirkt aber etwas unnötig kompliziert.

Fazit

Der Lumibricks Western Carpentry Workshop ist eines der atmosphärischsten Western-Sets der letzten Jahre. Die Kombination aus detaillierter Architektur, cleveren Mechaniken und starkem Storytelling macht das Modell zu einem echten Highlight. Besonders beeindruckend sind die authentische Farbpalette, die warmen Lichteffekte und die vielen kleinen Details, die das Leben in einer Westernstadt greifbar machen. Kleinere Kritikpunkte wie das zweite Batteriefach oder eine gelegentlich hakende Tür fallen kaum ins Gewicht. Für Western-Fans und Diorama-Liebhaber ist dieses Set eine klare Empfehlung.

Gesamtwertung: 9/10

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