Mit Alien: Isolation 2 kehrt eines der wohl nervenaufreibendsten Horrorspiele der vergangenen Jahre zurück. Creative Assembly möchte dabei offenbar gar nicht erst versuchen, das Erfolgsrezept des Vorgängers grundlegend umzubauen. Stattdessen setzt die Fortsetzung erneut auf ein intelligentes Xenomorph, permanente Anspannung und das unangenehme Gefühl, niemals wirklich sicher zu sein. Eine erste spielbare Demo zeigt jedoch auch, dass der Nachfolger seine Jagd deutlich erweitern könnte. Die Geschichte setzt offenbar kurz nach den Ereignissen des ersten Alien: Isolation ein. Diesmal übernehmen wir die Rolle einer Mitarbeiterin von Weyland-Yutani, deren Crew während eines heftigen Unwetters ausgeschickt wird, um ein abgestürztes Schiff zu untersuchen. Kenner des Vorgängers dürften dabei einige Zusammenhänge und Details erkennen, grundsätzlich soll die Geschichte aber auch ohne Vorkenntnisse funktionieren. Bereits die ersten Minuten vermitteln dabei ein bekanntes Gefühl: Hier stimmt etwas ganz und gar nicht.

Keine Anzeige, wenig Licht und verdammt viele Geräusche
Interessanterweise beginnt die Demo nicht in den engen Korridoren einer Raumstation, sondern unter freiem Himmel. Gemeinsam mit einigen Kollegen erkunden wir eine düstere Küstenlandschaft, bevor sich unsere Protagonistin natürlich alleine auf den Weg macht. Der Wald sieht beeindruckend aus, fühlt sich aber alles andere als sicher an. Äste knacken unter den Füßen, die Taschenlampe hält nicht besonders lange durch und eine permanente Bildschirmanzeige, die uns bequem zum nächsten Ziel führt, gibt es nicht. Obwohl wir uns draußen befinden, erzeugt Alien: Isolation 2 dadurch eine erstaunlich klaustrophobische Atmosphäre. Das eigentliche Grauen beginnt schließlich im Wrack. Dort müssen zunächst Teile der Stromversorgung repariert und dafür Ressourcen gesammelt werden. Einige Aktionen zwingen den Spieler dazu, für kurze Zeit an Ort und Stelle zu bleiben. Selbst das Speichern an den bekannten Terminals benötigt Zeit. Was zunächst banal klingt, dürfte spätestens dann für schwitzige Hände sorgen, wenn irgendwo in der Nähe ein Xenomorph durch die Korridore stapft. Und genau das lässt natürlich nicht lange auf sich warten.

Das Xenomorph hört wieder alles
Die wohl wichtigste Nachricht für Fans des Vorgängers: Das Xenomorph scheint nichts von seiner Gefährlichkeit eingebüßt zu haben. Wer zu viel Lärm verursacht, lockt die Kreatur schnell zur eigenen Position. Rennen kann kurzfristig die Rettung bedeuten, gleichzeitig aber auch dafür sorgen, dass der Jäger genau weiß, wo er suchen muss. Besonders eindrucksvoll wird das in einem teilweise überfluteten Bereich des Wracks. Jeder Schritt durchs Wasser verursacht Geräusche, während über dem Spieler die schweren Schritte des Aliens zu hören sind. Ohne permanente Wegmarkierung wird gleichzeitig die Orientierung selbst zur Herausforderung.

Selbst bekannte Sicherheitsmechanismen können zur Falle werden. Wer beispielsweise am Speicherpunkt unvorsichtig wird, könnte plötzlich feststellen, dass sich das Xenomorph ebenfalls im Raum befindet. Verstecke unter Tischen und andere Möglichkeiten bleiben deshalb essenziell. Interessant ist außerdem, dass Situationen offenbar auf unterschiedliche Weise gelöst werden können. Die Entwickler bestätigten nach der Demo, dass mehrere Fluchtwege existieren. Gerade zusammen mit den größeren Außenbereichen könnte das dem bekannten Katz-und-Maus-Spiel zusätzliche Möglichkeiten verleihen.

Survival-Horror bleibt Survival-Horror
Der erste Eindruck von Alien: Isolation 2 macht vor allem deshalb Hoffnung, weil Creative Assembly offensichtlich verstanden hat, was den Vorgänger ausgezeichnet hat. Das Xenomorph ist keine gewöhnliche Gegnerfigur, sondern eine ständig präsente Bedrohung, deren Verhalten beobachtet und respektiert werden muss. Gleichzeitig könnten größere Außenareale dem Konzept die notwendige Weiterentwicklung verpassen. Wenn Alien: Isolation 2 die bedrückende Atmosphäre enger Korridore tatsächlich mit offeneren Schauplätzen verbinden kann, ohne dabei seine permanente Spannung zu verlieren, dürfte uns erneut ein ziemlich erbarmungsloses Survival-Horror-Erlebnis erwarten. Und eines steht nach der Demo bereits fest: Nur weil man draußen ist, bedeutet das noch lange nicht, dass man vor dem Xenomorph sicher ist.

