Eine der überraschendsten Partnerschaften der vergangenen Jahre nimmt eine unerwartete Wendung. Sony hat die Zusammenarbeit mit Kojima Productions bei Physint beendet. Das ursprünglich als großes PlayStation-Projekt angekündigte Action-Spionage-Spiel von Hideo Kojima wird allerdings nicht eingestellt. Stattdessen übernimmt Xbox Game Studios die Rolle des neuen Partners. Sony erklärte zunächst lediglich, man habe nach sorgfältiger Abwägung die schwierige Entscheidung getroffen, sich aus der Zusammenarbeit mit Kojima Productions bei Physint zurückzuziehen. Gleichzeitig betonte das Unternehmen weiterhin großen Respekt vor Hideo Kojimas Vision zu haben. Kojima selbst formulierte die Situation allerdings wesentlich deutlicher. Demnach habe PlayStation Studios bereits Mitte Juni 2026 die Einstellung des gemeinsamen Physint-Projekts mitgeteilt. In den darauffolgenden drei Monaten suchte Kojima Productions nach einem neuen Partner und wurde schließlich bei Xbox fündig.
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Physint bleibt trotz Sonys Ausstieg in Entwicklung
Für das eigentliche Spiel bedeutet der überraschende Publisher-Wechsel zunächst einmal eine gute Nachricht. Physint wird weiterhin entwickelt. Kojima bezeichnet das Projekt nach wie vor als ein Spiel, das das Genre der Action-Spionage neu definieren soll. Ursprünglich wurde Physint Anfang 2024 als neue Zusammenarbeit zwischen Sony und Kojima Productions angekündigt. Das Projekt sollte die Grenzen zwischen Videospiel und Film weiter verschwimmen lassen und wurde schnell als eine Art geistiger Nachfolger von Metal Gear Solid wahrgenommen. Kojima selbst hatte nach seinem Abschied von Konami schließlich seit Jahren kein klassisches Spionage-Spiel mehr entwickelt.
Warum Sony die Entwicklung beendet hat, wurde nicht bekannt gegeben. Das Unternehmen betont vielmehr, dass die grundsätzliche Beziehung zu Hideo Kojima und seinem unabhängigen Studio weiterhin stark sei. Nach rund drei Jahrzehnten gemeinsamer kreativer Arbeit wolle man auch künftig eng zusammenarbeiten. Der Wechsel zu Xbox ist dennoch bemerkenswert. Kojima Productions arbeitet bereits gemeinsam mit Microsoft an OD, einem experimentellen Horrorprojekt. Laut dem Studio werde die Partnerschaft mit Xbox durch Physint nun über OD hinaus erweitert. Welche Auswirkungen dieser Wechsel auf die bisherige Entwicklung hat, bleibt abzuwarten. Unter Sony sollte Physint unter anderem von Ressourcen aus dem Filmbereich des Konzerns profitieren. Bei der ursprünglichen Präsentation war davon die Rede, dass auch Produktionsmöglichkeiten von Sony Pictures in das ambitionierte Projekt einfließen sollten.
Auch eine PlayStation-Version ist plötzlich nicht mehr sicher
Gameplay zu Physint wurde bislang nicht gezeigt, dennoch hatte Kojima Productions bereits einige prominente Darsteller vorgestellt. Zum Cast gehören Charlee Fraser, bekannt aus Furiosa: A Mad Max Saga, Don Lee aus Train to Busan sowie Minami Hamabe, die unter anderem in Godzilla Minus One zu sehen war. Für die besonders detaillierten digitalen Gesichtsmodelle kam Technologie von 3Lateral zum Einsatz. Wie viel der bisherigen Arbeit nach dem Wechsel zu Xbox erhalten bleibt, ist noch nicht bekannt. Denkbar ist, dass sich sowohl die technische Ausrichtung als auch der Umfang des Projekts verändern. Kojima Productions macht allerdings deutlich, dass die grundlegende Vision von Physint bestehen bleibt.
Eine weitere offene Frage betrifft die Plattformen. Ursprünglich war Physint eindeutig als PlayStation-Projekt vorgesehen und dürfte aufgrund seiner langen Entwicklungszeit ohnehin eher für die nächste Konsolengeneration interessant sein. Nach dem Wechsel zu Xbox Game Studios ist eine Veröffentlichung für eine zukünftige PlayStation-Konsole nun keineswegs mehr garantiert. Kojima Productions selbst konzentriert sich vorerst auf die Fortsetzung der Entwicklung und spricht von einer gemeinsamen kreativen Vision mit Xbox. Das Ziel bleibt ambitioniert: Physint soll Hideo Kojimas große Rückkehr zum Action-Spionage-Genre werden. Wann wir das Spiel erstmals tatsächlich in Aktion sehen werden, bleibt offen. Sicher ist inzwischen nur, dass Physint weiterlebt, allerdings unter völlig anderen Voraussetzungen als noch bei seiner ursprünglichen Ankündigung.

