Bereits Ende Mai 2025 erschien mit Die Schlacht von Jakku, Band 1: Aufkeimender Widerstand der Auftakt einer neuen Comicreihe aus dem Star Wars-Universum. Der Band enthält neben der Hauptgeschichte auch den eng damit verknüpften One-Shot Der Aufstand. Der zusätzliche Einblicke in die Ereignisse liefert. Die Story stammt aus der Feder von Alex Segura, der bereits mit Poe Dameron: Freier Fall Erfahrung im Kanon sammeln konnte, und bewegt sich zeitlich im selben Rahmen wie die Nachspiel-Trilogie von Chuck Wendig. Für die zeichnerische Umsetzung zeichnen Jethro Morales, Leonard Kirk, Luke Ross und Stefano Raffaele verantwortlich. Während Alex Sinclair und Rachelle Rosenberg die Farben beisteuern. Die deutsche Übersetzung stammt von Matthias Wieland und wurde bei Panini veröffentlicht.
Kurz nach dem Ende von Star Wars: Episode VI
Die Handlung setzt im Jahr 4 NSY ein. Nur eine Woche nach der Schlacht von Endor. Zwar sind Imperator Palpatine und Darth Vader tot, doch längst nicht alle Imperialen akzeptieren diese Realität. Einer von ihnen ist Großmoff Ubrik Adelhard, der den Anoat-Sektor kontrolliert und den Tod der Sith schlicht ignoriert. Unterstützt wird er von Captain Bragh, Lieutenant Kith Alaytia und später von der machtsensitiven Anzati Reyna Oskure. Die zunehmend an den Methoden ihrer Verbündeten zweifelt, mit fatalen Konsequenzen. Adelhard versucht, seinen gesamten Sektor von der Wahrheit abzuschirmen, indem er ihn rigoros abriegeln lässt. Doch ein einzelner Rebellenjäger entkommt und erreicht den Waldmond von Endor, wo die Siegesfeier der Rebellen noch in vollem Gange ist. In der Folge wird ein Einsatztrupp unter der Leitung von Kes Dameron nach Anoat entsandt. Dieser gerät jedoch in die Hände von Gewürzhändlern aus Kijimi (bekannt aus Freier Fall) und wird gefangen genommen. Bis schließlich Luke Skywalker eingreift und die Situation auf seine ganz eigene Weise entscheidet.
So viel zur Ausgangslage, doch Aufkeimender Widerstand konnte mich leider auf mehreren Ebenen nicht überzeugen. Trotz des großen Titels Die Schlacht von Jakku und der Ankündigung, wichtige Elemente des bestehenden Kanons miteinander zu verknüpfen, setzt die Geschichte deutlich früher an. Fast ein Jahr vor der eigentlichen Schlacht. Statt bekannter Figuren stehen vor allem Charaktere im Mittelpunkt, die entweder aus dem inzwischen nicht mehr verfügbaren Spiel Star Wars: Uprising stammen oder komplett neu eingeführt werden. Für eine langfristig angelegte Reihe wäre dieser Ansatz nachvollziehbar gewesen. Doch angesichts des überschaubaren Umfangs von insgesamt nur drei Bänden mit je vier Ausgaben sowie ergänzenden One-Shots wirkt dieser lange Anlauf eher fehl am Platz. Hier hätte ich mir deutlich mehr Fokus und weniger Aufbau gewünscht.
Die Story nimmt leider noch keine Fahrt auf
Hinzu kommt, dass die Story entweder zu generisch oder schlicht zu wenig einprägsam bleibt. So sehr, dass ich sie nach kurzer Zeit kaum noch rekonstruieren konnte. Dass ich einen Comic für eine Rezension nach nur einem Monat praktisch komplett neu lesen muss, ist eher die Ausnahme als die Regel. Gerade die Vielzahl an Figuren, die Segura parallel über die „galaktische Landkarte“ bewegt, verhindert eine echte Bindung zu einzelnen Charakteren. Am Ende bleibt vor allem Verwunderung darüber, wie Luke Skywalker beinahe wie ein Deus ex Machina auftaucht, um die Gefangenen zu retten und die Imperialen bloßzustellen. Gewonnen ist damit zwar eine Schlacht, doch wie Luke selbst anmerkt, längst nicht der Krieg. Deutlich positiver fällt hingegen der visuelle Aspekt aus. Die Zeichnungen wissen insgesamt zu überzeugen: Bekannte Figuren aus Filmen und Comics sind sofort wiederzuerkennen, ebenso Charaktere aus Freier Fall. Besonders Ubrik Adelhard sticht mit seinem markanten Design hervor, während Bragh in seiner Rüstung und Alaytia mit ihrer Mischung aus Unsicherheit und Entschlossenheit ebenfalls gelungen umgesetzt sind. Reyna Oskure schließlich trägt ihren inneren Wahnsinn förmlich im Gesicht. Die Qualität der Hintergründe schwankt je nach Zeichner, doch insbesondere der One-Shot Der Aufstand hebt sich hier deutlich ab, sowohl zeichnerisch als auch farblich ein echtes Highlight des Bandes.
Fazit
Unterm Strich bleibt Star Wars – Die Schlacht von Jakku 1 leider hinter seinen Möglichkeiten zurück. Die Grundidee und der größere Kontext innerhalb des Star Wars-Kanons sind durchaus spannend. Doch die Umsetzung wirkt zu zerfasert und erzählerisch zu schwach, um nachhaltig zu fesseln. Bleibt zu hoffen, dass die folgenden Bände das Ruder noch herumreißen und das Potenzial der Reihe besser ausschöpfen.

